Nach Hause will…

Blöd nur, dass ich kein „Hause“ mehr habe! Jedenfalls keines mehr in Deutschland! Aber „unser Hause“ schleppen wir ja mit rum bzw. schleppt uns mit rum 😉  und dieses stimmt uns gerade überhaupt nicht mehr glücklich.

An dieser Stelle sollte eigentlich ein netter Blogeintrag über Portobello stehen, ein netter kleiner Ort, in dessen Bucht wir seit Mittwoch vor Anker liegen. Da steht mir aber nicht der Sinn nach, denn Murphys Gesetz ist ziemlich lang *grrr*

Es ist Freitagabend, wir entspannen bei einem netten Film, als plötzlich ein unangenehmes Warngeräusch ertönt. Erst vermute ich den Film als Ursache, aber schnell ist klar, es würde nicht zur Handlung passen. Unser Batterieanzeiger ist der Urheber, denn die Amperezahl ist unter das Mindestmaß gerutscht und zeigt von 440 nur noch 80 Ampere an. Panik kommt bei Frank auf, eine Tiefenentladung der Batterien ist schädlich und zerstört diese auf Dauer. Wo zum Kuckuck ist der Strom hin?  Heute Mittag hatten wir noch über 300 Ampere.  1.-Sofort-Maßnahme in dem Fall: Motor an zwecks Batterieaufladung! Nur, dass keine Aufladung stattfindet. Null! Lichtmaschine defekt?   Gut, dass wir noch unseren kleinen Benzingenerator haben, bis 0.30 Uhr überwachen wir die Aufladung und bei 200 Ampere wagen wir bei ausgeschaltetem Kühlschrank ins Bett zu gehen. Vorher rätseln wir jedoch über den Zusammenhang, auf der einen Seite viel zu viel Strom verbraucht zu haben (was in 4,5 Jahren noch nieeee passiert ist) und auf der Anderen, warum gleichzeitig die Lichtmaschine defekt ist. Da passt was nicht, aber eine Lösung finden wir gedanklich nicht.

Unsere Abfahrt zur Linton Bay am nächsten Morgen verschieben wir, aber sämtliche Reparatur- und Suchmaßnahmen bleiben jedoch erfolglos. Wir setzen unsere Hoffnung auf Franaisco, der ab Montag in der Linton Bay Marina zu finden ist nach seiner eigenen Aussage und hoffen, er kennt jemanden, der die Lichtmaschine überprüfen oder sogar auch reparieren kann.

Nächster Abfahrttermin Samstagmorgen! Wir sind bereit, schalten die Navigationsinstrumente ein und ich hab bereits die Ankerwinschbedienung in der Hand, als Frank alles abbricht. Bereits beim Einschalten der Instrumente kommt die Sicherung, die läßt sich aber durch irgendeine Maßnahme überreden (welche, weiß ich nicht mehr 😉  ) , die Geräte haben wieder Strom, zeigen aber keine Daten an. Überall nur „Striche“ – kein Wind, kein Tiefmesser, keine Autopilot – der Plotter funktioniert nur mit viel meckern und ohne manch erforderliche Daten. Wir sind fassungslos! Hatten wir nicht gestern noch rumgejuxt, was denn als nächstes kaputt gehen könnte? Darauf sind wir jedenfalls nicht gekommen. Nach Hause will !!! Oder nach Asien!!! Egal, Hauptsache so nicht weiter machen müssen.

Auch dieser Tag vergeht mit Fehlersuche. Frank überprüft alles, die Geräte sind miteinander kombiniert, wir trennen sie, verlegen neue Leitungen, aber Frank verzweifelt. Die einzige Möglichkeit ist jetzt noch, dass der „Wandler“ defekt ist und den könnten wir ev. über Raymarine in Panamacity bekommen.

Ganz ganz langsam schleicht sich ein Verdacht in unsere Überlegungen ein… da war doch am Freitagnachmittag dieses heftige Gewitter mit einem sehr sehr lauten Blitz/Donner in unserer unmittelbaren Nähe…. ????? Gewitter gehören hier vor der Küste Panamas zur Tagesordnung. Kaum ein Tag vergeht ohne.  Ganz sicher hatten wir keinen Blitzeinschlag in unserem Mast, aber kann ein Blitz in der Nähe denn auch Schäden verursachen?  Wir würden gerne das Internet befragen, haben aber gerade kein Internet und so werden wir uns Montagmorgen erstmal ohne Geräte in die 3 Stunden entfernte Bucht von Puerto Linton begeben. Ohne Tiefenmesser grausig, jedoch hat der größte Teil dieser Bucht eine Ankertiefe von 11-13 m, ist also ziemlich gefahrlos, jedoch trotzdem nervenaufreibend. Dann sehen wir weiter… mir schwant jedoch bereits, dass unsere geplante Weiterfahrt nach Kolumbien sich irgendwie arg verzögern wird 👿

 

(äh… und bevor ihr uns jetzt Tipps via Mail, Whatsapp oder Kommentare gebt… ich bin mal wieder nicht zeitnah und inzwischen steht bereits fest, auch ein Blitz in unmittelbarer Nähe kann Spannungsstörungen verursachen und empfindliche Geräte zerstören.
Also ist genau das passiert und unser Aufenthalt hier wird sich deutlich verlängern 😥 )

 

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Ein Kommentar zu Nach Hause will…

  1. Sandra sagt:

    Oh nein. Was für ein sch….
    Nicht immer hier schreien ducken.
    Halte euch die Daumen das es nicht zu lange dauert.
    LG
    Sandra

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