Und ab durch den Kanal

Erst gegen 15.00 Uhr kam der Advisor an Bord, so hatten wir morgens noch ausreichend Zeit, die fetten langen unhandlichen zusätzlichen Leinen an Bord zu verteilen. Da eine normale Yacht keine 40 m Leinen an Bord hat und schon gar nicht in der Stärke, muss man diese ebenso wie zusätzliche Fender oder Reifenfender für ein paar Tage leihen. Unser Skipper ist schon zweimal als Linehandler mit durch den Kanal gefahren und scheint die Ruhe selbst zu sein. Es scheint aber nur so 😉 – Nervosität macht sich breit, nicht nur bei den Eignern, sondern auch bei uns Linehandler. Hoffentlich machen wir alles richtig, fangen die Affenfaust ordentlich, machen die richtigen Knoten, halten das Schiff mittig und und und. Wir hoffen außerdem, mit mindestens einem weiteren Schiff geschleust zu werden, das mit Unserem vertäut wird. Denn dann würden nur Linehandler an einer Seite gebraucht, die übrigen Zwei könnten relaxen oder auch unterstützen.

15.30 Uhr – es ist soweit – der Advisor kommt an Bord und wir gehen Anker auf. Bis zur 1. Schleuse braucht man schon so eine halbe Stunde, Zeit genug, damit der Advisor zuerst den Skipper briefen kann und anschließend trommelt er uns Linehandler zusammen. Wir bekommen den Ablauf erklärt, welcher Knoten nötig ist und dass das eigentlich alles ganz easy ist. Kurz vor der Schleuse werden wir mit einer 51er Yacht vertäut (zusammen gebunden) und dann geht es hinter einem Dickschiff schon ab in die Schleuse Dort werfen uns von oben Schleusenmitarbeiter eine dünne Leine entgegen. An dessen Ende ist die Affenfaust befestigt, sowas ähnliches wie ein schwerer kleiner Ball, damit der Wurf besser klappt. Diese dünne Leine wird mittels Palstek an unserer fetten dicken Leine befestigt, dann wird sie hochgezogen. Das Schleusentor geht zu und hinter uns liegt der Atlantic, von dem man jetzt Abschied nehmen muss

So durchlaufen wir die ersten 3 Gatun-Schleusen 26 m hoch und bleiben dabei praktischerweise im Päckchen mit dem anderen Segelschiff.

Geschafft! Der 1. Abschnitt liegt hinter uns

Ein entspannter Skipper mit unserem super netten Advisor

 

 

 

Die Nacht verbringen wir an einer riesigen Mooringtonne zusammen mit 3 anderen Schiffen. Am Morgen wird es allerdings hektisch. Der neue Advisor war für 7.00 Uhr angekündigt, so ging unser Wecker um 6.30. Wer rechnet in Panama schon mit Pünktlichkeit *hahaha* – Unser Skipper war noch dabei, den Ölstand zu kontrollieren, da war der neue Advisor um 6.40 Uhr schon an Bord. 6,45 Uhr hieß es ablegen – SOFORT. Diese Hektik hat eine der Maschinen der Shogun nicht verkraftet und weigerte sich standhaft, sich durch Kühlwasser abkühlen zu lassen. Aber, sie hat ja Gott sei Dank 2 Motoren und so ging es mit knapp 5 Knoten (das ist die Mindestgeschwindigkeit im Kanal) mehrere Stunden durch den Gatunsee bis zu den dicht aufeinanderfolgenden Pedro-Miguel- und Miraflores-Schleusen, wo wir wieder zum Pazifik hinabgelassen werden. Auch wenn das auf den Bilder nicht so aussieht, wir haben e c h t  Glück mit dem Wetter 🙂 – Es ist total zugezogen, die Sonne knallt somit nicht, aber es regnet auch nicht und so können wir bequem an Deck sitzen, ohne nass zu werden oder zu verbrennen.

Nachmittags wird es dann wieder spannend, wir gehen mit einer großen Motorjacht und einem winzigen französischem Segler ins Päckchen. Wir liegen mittig und haben somit als Linehandler gar nichts zu tun.

Ups, da will man ja stark hoffen, dass der rechtzeitig abbremst 😉

Nach der 3. Schleuse lösen wir das Päckchen endgültig auf, die SY Shogun läuft ein in den Pazifik, der Skipper strahlt und die Capitana wird endlich wieder ruhiger und entspannter 🙂 .

Am Ankerplatz werden wir dann mit dem Dinghy abgesetzt, völlig verschwitzt nehmen wir von einander Abschied, wer weiß, ob wir uns je wiedersehen. Mit dem Taxi geht es zum Hotel und unter die Dusche. 2 Nächte wollen wir noch das festlich geschmückte Panama City genießen, bevor wir pünktlich zum Heiligabend zu Hause sind 😉

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