15.05.14 – 1/2 Urlaubstag

Einen 1/2 Urlaubstag hatte ich (Anne) für heute befohlen, aber vorher stand noch auf dem Programm: Rollgroß wieder dahin bringen, wo es vor dem Winter mal gewesen ist, nämlich im Mast. Endlich hatten wir nur noch Windstärk 2-3, so dass wir ein erneutes Einziehen wagen wollten.

Warum „erneutes“? Nun, einen Versuch hatten wir schon vorletzten Sonntag unternommen, aber irgendwas haben wir Segeldummies falsch gemacht und uns ist das Großfall gerissen (ja, ja… da braucht es schon eine Menge Kraft zu!). Was macht man also Sonntagsnachmittags mit einem gerissenen Großfall, wenn man nach Hause muss und am nächsten Wochenende aber auf (Urlaubs-)Törn gehen möchte. Man ist so optimistisch und gibt das 1/2 Fall samt eingearbeitem „Auge“ beim Hafenmeister (gleichzeitig Segelshop) ab und bittet darum, bis nächsten Samstag ein 30m-Fall in gleicher Qualität und Stärke m i t Auge für uns herstellen. BIS SAMSTAG?  OH, OH – das könnte er nicht sicher versprechen, weil man müßte das ja irgendwo, vielleicht sogar in den nächsten Ort, geben. Ach was, antwortete Frank optimistisch, ihr werdet doch wohl in 5 Tagen ein Seil mit Auge ran schaffen können.

Für alle Nichtsegler:  Das ist ein „Auge“

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Schon ein bißchen ausgefranst, aber noch erkennbar hoffe ich

 

HA! HA! Samstag dann wurden wir wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Nach dem Frühstück ging Frank los um sein neues Fall abzuholen und kam (wer hätte jetzt was anderes vermutet) mit leeren Händen zurück. Ja, eine vermutlich 30 m lange Leine lag abholbereit auf der Theke, aber dummerweise ohne „Auge“. Auf Franks Kritik diesbezüglich bekam er ein Genuschel zu hören, dass wir doch einfach einen Knoten machen sollten. Einen Knoten ?  Für ein Fall i m Baum? Ne, wollen wir nicht und außerdem hätten wir 30 m Seil auch alleine von der Rolle abrollen können, da hätten man keine 5 Tage für gebraucht. Daraufhin bin ich dann wutendbrand zum Hafenmeister gestürmt um meinen Unmut kund zu tun, schließlich war bis dato ja geplant, das wir am nächsten Tag los wollten und ohne Großsegel… wär blöd, schließlich haben wir ja ein Segelboot. Ihr glaubt es nicht, was ich vorfand: Einen Hafenmeister, der vor dem Internet saß und sich eine Anleitung „Wie mache ich ein Auge in ein Fall“ runter lud. Auf meine unwirsche Frage, ob er das denn überhaupt könnte und ob das Fall morgen wirklich fertig ist oder ob wir es lieber wo anders machen sollte, nuschelte dieser wieder: Kein Problem, morgen fertig! Und, was glaubt ihr? War es fertig?

N e i n !

Gut, inzwischen war ob des überaus schlechten Wetters am letzten WE klar, wir fahren nicht raus, sondern nutzen die Zeit für sinnvolle Arbeiten an Bord, so dass uns die Aussage am Sonntag, das Fall wäre erst Montag fertig, nicht mehr so sehr aufregte.

Die inzwischen ja tägliche Nachfrage am Montag ergab: Nein, nicht fertig. Aber ganz sicher morgen. Man hätte die Aufgabe jetzt abgeben an den Segelmacher „De Fries“, denn da es ja ein Fall für Rollgroß sein sollte, müßte man ja auch eine spezielle Art der Leine (und nicht z.B. eine Festmacherleine) verwenden! ACH WAS! Richtig! Wir (Segeldummies) wissen das sogar, aber einem holländischem Hafenmeister mit Segelshop war das vorher nicht bekannt.  Uns war es inzwischen egal, aber wir waren heilfroh, das unser Auftrag jetzt in den Händen eines Spezialisten lag.

Und tatsächlich, Dienstag Vormittag bekamen wir tatsächlich, nach sage und schreibe         9 Tagen ein 32m Fall mit super eingearbeitetem Auge geliefert.

Ende gut, alles gut – nein, noch nicht, erst mußten wir mittels dieses Falls ja unser Großsegel hochziehen (anschlagen heißt es in der Seglersprache, die ich zugegebener Weise nicht behersche) und diesmal bitte ohne das es reißt.

Dieser ganze Segelhaufen mußte 16 m hoch

Dieser ganze Segelhaufen mußte 16 m hoch

Geschafft!  Und sogar das Fall ist ganz geblieben

Geschafft! Und sogar das Fall ist ganz geblieben

 

 

 

 

 

 

 

Dann endlich war es soweit und unser 1/2 Urlaubstag konnte beginnen, den wir in Enkhuizen bei strahlendem Sonnenschein  mit Speckpfannekuchen und dem Einkauf von „Coffie“ in dem dafür zuständigen Shop verbrachten 😉

ÄH... also die auf Pommes-Diebstahl spezialisierten Spatzen werden auch immer größer!

ÄH… also die auf Pommes-Diebstahl spezialisierten Spatzen werden auch immer größer!

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2 Antworten zu 15.05.14 – 1/2 Urlaubstag

  1. Renate sagt:

    Speckpfannkuchen ??? Tss,Tss
    naja,es sei dir gegönnt nach soviel Stress und Schlechtwetter…
    Vieleicht sind die Spatzen daher so dick ..,weil die Speckpfannkuchen nicht schmecken ? na,ja ,es ist immer so erfrischend von eurer Arbeit zu lesen,
    früher war das anders….lach…wenn wir Urlaub hatten, brauchten wir nicht arbeiten.
    aber der liebe Frank braucht das wohl ?????
    ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Köln sendet Renate
    die nächste Woche gibt es schönes Wetter……

    • Anne sagt:

      Ja Ja – Speckpfannkuchen !! Doch, doch er schneckte ! Nicht umsonst hab auch ich inzwischen mehr Kilos als so vor 10 – 15 Jahren 🙂
      Und die schwarzen Spatzen waren mehr auf die Pommes (pfui) scharf, die am Nachbartisch übrig geblieben waren.
      Das waren noch Zeiten als Urlaub auch Urlaub war – aber wenn wir ganz viel Glück haben, dann haben wir ja bald viel viel und ganz lange Urlaub (hoffen wir jedenfalls)
      Gruß zurück aus dem sonnigen warmen Niederlanden
      Anne

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