Jetzt haben wir sie auch

Die Ausgangssperre!!!

Seit Freitag lagen wir vor Anker, unsere Obst- und Gemüsevorräte wollten wir am Montag und auch am Dienstag wieder auffrischen, bevor wir Richtung Bocas del Toro segeln wollten. Aber weder Montag noch Dienstag war Charlie, unser Gemüsemann zu der gewohnten Uhrzeit zwischen 4-6 anzutreffen. Auch der Pizzawagen, der seit Monaten immer Dienstags Nachmittags uns mit Pizza beglückte, glänzte durch Abwesenheit. Irgendwas stimmte nicht, es wurde wirklich Zeit, von hier wegzukommen. Später in Portobelo hörten wir dann, dass es längst eine Ausgangssperre von 5 bis 5 gab, was das Nichterscheinen unseres wichtigsten Versorgungsautos erklärte. Ein Aushang am schwarzen Brett der Marina wäre vielleicht angebracht gewesen, um uns Segler darüber zu informieren.

Wir jedenfalls machten uns Mittwoch auf, erstmal in die Bucht vor Portobelo (nächster größerer Ort, halbstündige Busfahrt entfernt). Erstens wollen wir unsere neu eingebaute Elektronik testen und zweitens hat dieser Ort 4 Supermärkte in chinesischer Hand. 3 Stunden später fällt unser Anker direkt vor der Stadt, es ist 1 Uhr Mittags und es ist verdächtig ruhig. Am Anleger gegenüber liegen die gewerblich genutzten kleinen Motorboote an Land, kein Mensch ist zu sehen. Auf der darüber liegenden Straße fahren kaum Autos und was mich noch mehr beunruhigt, auch keine Busse. Und die fahren eigentlich regelmäßig alle halbe Stunde Richtung Sabanitas und Colon. Irgendwas stimmt hier nicht.

Aber erstmal hatten wir zu tun. Unser neuer Autopilot funktionierte nicht und die Ursache wird gesucht, so ist es dann schon kurz nach 17 Uhr, als wir uns mit dem Dinghi zum Einkaufen begeben. Es gibt einen guten kostenlosen Dinghisteg bei der Pizzeria mit einem sehr netten Besitzer, den wir noch von unserem Aufenthalt hier letztes Jahr kennen. Francesco telefoniert, begrüßt uns jedoch kurz und meint, er würde uns über Passport und letzte Nummer aufklären, wenn wir zurück sind! Äh..? mmhhnn? Nun, wir gehen erst mal los, kaum haben wir die Hauptstraße erreicht, kommt uns dummerweise gleich ein Polizeiwagen entgegen. Dieser bremst, stoppt und mir schwant Böses. Ein Polizist steigt aus und bellt mir ein „Passport“ entgegen. Ich verziehe verzeihend das Gesicht und deute in Richtung Boot. Er auch 👿 – heißt: es sagt keinen Ton, nur sein ausgestreckter Arm weist uns den Weg zurück! Super gelaufen! Wir trotteln also zurück und Francesco hat sein Telefonat beendet. Ja, ja – seit heute gäbe es neue Regeln! Das Ausgehverbot vom 5 bis 5 hat sich erledigt, man darf überhaupt nicht mehr raus! Nur noch 1 Stunde am Tag für dringende Einkäufe oder med. Versorgung. Und das alles nicht ungeordnet wie es einem selber paßt, nein – je nach der letzten Paßnummer darf man z.B., wenn dies eine 3 ist, um 3 Uhr Nachmittags einkaufen für 1 Stunde. Ich habe allerdings die A-Karte gezogen 😥 , bei mir ist es die 7, darf also nur morgens um 7 Uhr an Land. Wer mich kennt, weiß, das ist ein Unding. Um die Zeit schlafe ich gewöhnlich noch tief und fest 😛 – Frank hat mehr Glück bzw. Pech! Er ist schon über 65, da spielt die Passnummer keine Rolle mehr, er darf (bzw. muss jetzt immer alleine  😉  ) zwischen 11-1 einkaufen. Alte Leute brauchen eben Zeit zum shoppen 😉

Und ich muss sagen, nachdem er mich ja seit fast 5 Jahren immer brav begleitet hat, ist er der Sache sehr gut gewachsen und bringt brav alles mit, was auf dem Zettel steht. Und manchmal sogar mehr, wenn er nämlich sieht, dass vor ihm die Kunden Mehl und Reis hamstern, dann bricht die alte Ost-Mentalität wieder durch und schwups, füllt auch er sein Einkaufkörbchen rasch mit Mehl, Reis und was man sonst so noch brauchen könnte 😉

Unser geplanter Aufenthalt hier vor Portobelo von 2 Nächten wird sich auch mal wieder verlängern. Inzwischen bin ich wieder fit und gesund, habe es aber dann doch noch geschafft, den Skipper anzustecken. Der darf jetzt nichts anderes, als die Beine hoch zu legen (bis auf 1 Stunde alle 2 Tage 😉  ) und wieder gesund werden. Macht nix, wir liegen gut und sicher und müssen auch keinen Bus mehr benutzen, um überhaupt zu einem Supermarkt zu kommen. Hauptsache, die Versorgungslage bleibt gut. Eier z.B. sind schon aus und der Bierverkauf ist auch mal wieder verboten 🙁

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