Lockdown Tag 40

Es fällt mir schwer, in diesen Zeiten von Corona Blogeinträge zu verfassen. Erstens ist die Gefahr, ins Jammern oder Knatschen zu verfallen, sehr groß. Und dabei geht es uns im Verhältnis zu den Menschen in Europa bzw. Seglern in anderen Ländern sehr sehr gut. Zweitens passiert zur Zeit bei uns auch nichts, worueber man berichten könnte. Das führt ebenso dazu, dass wir immer träger werden und ich mich nicht mehr aufraffen kann, hier was nettes zu hinterlassen.

Weiterhin besteht hier eine komplette Ausgangssperre, das heißt, wir Frauen duerfen 3 x die Woche fuer 1-2 Stunden an Land zum Einkaufen, die Männer nur 2x. Denen hat man nämlich seit Ostern den Samstags-Einkaufstag gestrichen und zusammen mit dem Sonntag als „Zu-HAUSE-BLEIB-TAG“ erklärt. Die Versorgungslage in Bocas Town ist weiterhin sehr gut. Es gibt an die 8-10 Supermärkte diverser Größen, alle in chinesischer Hand. Jedoch alle anderen Läden, egal ob Baumärkte, Boutiquen, Handyläden, Friseure, sind weiterhin geschlossen und bis jetzt ist nicht absehbar, wann diese wieder öffnen duerfen. Natuerlich sind auch alle Restaurants und Bars weiterhin geschlossen. In Bocas Town gibt es auch einen kleinen Park. Die Betonung liegt auf „klein“, er ist weiß Gott nicht annähernd mit unseren Parks zu vergleichen. Unter schattigen Bäumen steht ein Pavillion und div. Steinbänke. Kreuz und Quer fuehren Wege durch den Park zur nächsten Parallelstraße, die nach 30 Sekunden erreicht werden könnte. Spazierengehen kann man hier also nicht und erst recht nicht joggen. Aber damit der ungelehrige Panamaer nicht auf die Idee kommt, sich etwa auf einer dieser Parkbänken zwecks kurzer Pause niederzulassen, ist dieser komplett mit Absperrbändern abgesperrt.

Selbstverständlich verfolgen auch wir täglich die Infektionszahlen in Panama und fuehlen uns gerade im Außendistrikt Bocas sehr sicher, da hier auf den vorgelagerten Inseln bisher nicht ein Coronafall bestätigt wurde. Anders sieht es auf dem Festland Bocas aus. Wochenlang wurden dort auch nur 13 Fälle gemeldet, was wiederrum das Sicherheitsgefuehl bestärkt. Dumm nur, dass gerade in der letzten Woche ein starker Anstieg gemeldet wurde, sind es nämlich inzwischen schon 44 Fälle. Etwas, was ich mir bei diesen starken Ausgangsbeschränkungen ueberhaupt nicht erklären kann und baldige Lockerungsmaßnahmen arg in Frage stellt.

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Zahlen der bestätigen Fälle in ganz Panama vom 7. Mai

Nun, was machen wir also den ganzen Tag bzw. die ganzen Wochen? Ich wuerd mal sagen, nix! Bzw. nicht viel 😉 und je länger wir nix tun, desto träger werden wir. Wir fruehstuecken lange und muessen uns dann schon sputen, da wir ja nur von 11-1 einkaufen duerfen. Anschließend ist der halbe Tag ja quasi schon rum. Den restlichen Tag versuchen wir heraus zu finden, warum nach dem Regen unser Kuechenschrank unter Wasser steht, oder wir putzen irgendwas (was jetzt nicht zu meinen Favoriten zählt) oder wir lesen, lesen, lesen. Lesen so viel, dass uns manchmal die Ideen ausgehen, was wir noch alles lesen könnten. ca. 2 x die Woche gibt es das kleine Highlight des „Sundowners“ mit österreichischer Gesellschaft. Gitty und Fritz von der TIFRIKAT sind Bocasexperten, da sie bereits mehrere Saisons hier verbracht haben. Fuer uns waren sie ueberaus hilfreich und haben uns von Anfang an hier mit Rat und Tat beiseite gestanden, sei es mit Kontakten zu z.B. Alex, der unseren Dinghimotor fuer winzige Dollars repariert hat. Oder fuer Besorgung von Cerveza unter der Hand (Panama ist nämlich das einzige mittelamerikanische Land, dass gleichzeitig mit der Ausgangssperre auch ein Verbot von Alkoholverkauf ausgesprochen hat). Oder um z.B. eine Internetflatrat fuer einen Monat ueber ihren Account per Internet zu buchen, denn, natuerlich ist auch der „Movistar-Shop“ geschlossen.

So freuen wir uns sehr ueber diese nette Bekanntschaft und hoffen, dass wir zusammen irgendwann (hoffentlich in naher Zukunft) auch mal wieder den ein oder anderen Restaurant/Bar-Besuch erleben duerfen.

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