Und weiter geht´s – Glück und Pech wechseln sich ab

Nach 13 Stunden Schlaf werden wir morgens um 9.00 Uhr wieder wach und fühlen uns trotzdem noch schwach und erledigt. Wir sind zu alt für diesen Mist, wirklich!

Nach dem Frühstück schaut sich Frank den Mist unserer Steuerungsanlage an und hat eine glorreiche Idee. Die Steuerungskette hat die gleiche Stärke wie die des Autopiloten und tatsächlich fahren wir unsere alte an einer Stelle defekte Kette des Autopiloten seit 2 Jahren spazieren – man weiß ja nie, wann man so was mal gebrauchen kann…. 😉

Nun, j e t z t zum Beispiel 🙂

Die Steuerungskette ist erheblich kürzer als die des Autopiloten und so schafft Frank es, aus dieser Alten ein passendes Stück zu entfernen und neu einzubauen, während ich bewundernd daneben stehe und staune. Mein Held ! Woher wissen Männer sowas? In meinen weiblichen Genen steckt dieses Wissen jedenfalls nicht. Nun, es ist auch nicht m a l e b e n gemacht, ausbauen, auf die richtige Länge kürzen, wieder mit dem Drahtseil verschrauben etc. – das alles braucht Zeit, aber um 16.30 Uhr haben wir wieder eine funktionierende Steueranlage und brauchen uns keine Gedanken mehr machen, wie wir denn in dem engen Ankerfeld vor der Bocas Marina unter Pinnensteuerung (schweißgebadet) ankern sollen. Hat er super gemacht, mein Frank

Wir wollen jedoch am nächsten Tag noch nicht weiter, wir sind noch viel zu erledigt und wollen noch einen ruhigen Tag hier vor Anker genießen. Gegen Abend wird das Meer rauh, der Ankerplatz ist ungeschützt und das ist kein Schwell, der da auf unser Schiff zurollt, sondern echte fette Wellen. Promt reißt auch unsere 1. Ankerkettenentlastung und muss erneuert werden. Die Geräuschkulisse in unserer Heckkabine ist gewaltig. Das Schiff schaukelt auf und ab, Wellen klatschen laut vor den Bug oder das Heck und um 24.00 Uhr ziehe ich aus und lege mich im Salon nieder. In der Mitte des Schiffes ist es ruhiger und so komme ich in der Nacht doch zu etwas Schlaf.

Am nächsten Tag ist es ruhiger, wir können die Notpinne wieder ausbauen, machen einen Rudercheck und sitzen den Rest des Tages einfach nur da. Während des Films am Abend wird es draußen schon wieder ungemütlicher, aber was gestern Nacht ging, geht bestimmt eine Weitere. So der Gedanke!

Tatsächlich schlafe ich von 22.00 Uhr bis 24.00 Uhr, dann wird es im Heck zu heftig. Das Schiff geht vorne bestimmt 1,5-2 m hoch und knallt wieder runter. Ich verzieh mich in den Salon, kann aber trotzdem nicht schlafen. 1/2 Stunde später steht Frank auch im Salon und wir denken noch kurz darüber nach, ob wir nicht Anker aufgehen sollen mitten in der Nacht, da eh keiner schlafen kann beim dem Theater. In dem Moment reißt die 2. Ankerkettenentlastung und dadurch wird jedesmal, wenn das Schiff sich vorne wie ein Pferd aufbäumt, weiter Kette aus dem Ankerkasten gezogen. Sehr unschön, nicht nur vom Geräusch, sondern auch, weil hinter uns ein Riff liegt. Und je mehr Kette raus ist, desto näher kommen wir dem Riff. Also nix wie weg hier…

Gleichzeitig setzt fetter Regen ein, binnen Sekunden sind wir beide kletschnass. Frank am Steuer, während ich vorne versuche, den Anker zu heben. Pechschwarze Nacht umgibt uns und kurze Zeit später sind wir im offenen Gewässer. Was jedoch nicht viel schöner ist. Jetzt treffen uns die Wellen wieder schräg von hinten und mit Bangen hoffen wir, dass die Kette hält. Für den Einwurf einer Tablette gegen Seekrankheit war keine Zeit, das rächt sich mit einem 4-maligen Eimeralarm, bis des morgens hell wird und ich draußen im Hellen jede Welle anfunkle, ja meine Kette nicht zu zerstören. An Schlaf ist jedenfalls nicht zu denken.

Für diese Strecke sind eigentlich 8-9 Stunden geplant, aber Wind und Strömung sind gegen uns. Warum sollte es auch einfach sein oder das Glück auf unserer Seite… teilweise bzw. meist kommen wir nur mit 2-2,5 Knoten vorwärts und so erreichen wir Bocas erst nach 14 Stunden um 15.00 Uhr Nachmittags. Der Anker sitzt beim 1. Mal und ich fürchte, Frank bekomm ich hier so schnell nicht wieder weg….

Hütte, Asien…. wir sind bereit – wir müssen nur noch ein Schiff los werden

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