Die kleinen Freuden einer Langzeitseglerin

Nein, diesmal geht es nicht um leckere Cocktails, türkise Wasser und Traumstrände, es geht um schnöde „Spiegel“

Ich/wir haben zwei davon im Bad, einen Runden und einen Rechteckigen. Problem: Auch Spiegel sind nicht fuer den Daueraufenthalt in extrem salzlufthaltigen Gegenden gemacht, die lösen sich nämlich auf. Eigentlich ist ein Spiegel nix anderes wie eine Glasscheibe mit einer silbernen Schicht dahinter. Und genau diese löste sich bei unseren Spiegel an den Rändern ab und das schon seit 3 Jahren… brökel, brökel , brökel. Nicht nur, dass man ständig diese „Brökel“ rumliegen hat, es sieht auch noch asi aus.

Und so schaue ich seit 3 Jahren in jedem Land, in jedem Baumarkt, in jedem Möbelhaus (ja, gibt es auch in der Karibik) nach passenden neuen Spiegeln. Hier liegt die Betonung auf „passend“, denn die Neuen durfen nicht kleiner sein, da man sonst die häßlichen Bohrlöcher fuer die alten Spiegelhalter sieht, aber auch nicht größer, da sie dann nicht hin passen wuerden

In einem deutschen Baumarkt findet man irgendwo eine Wand mit ca. 20-40 Spiegeln in allen Größen , hier in der Ecke findet man 2 wenn´s hoch kommt. Nicht Wände, Spiegel 😉 und so ist meine Suche seit 3 Jahren erfolglos gewesen. Mag es an meinem Alter liegen, aber manchmal dauert es eben länger bis der richtige Gedanke kommt. So habe ich mich irgendwann gefragt, wer eigentlich fuer die Spiegelherstellung zuständig ist. Ein Gewerk „Spiegelmacher“ war mir jedenfalls unbekannt. Und siehe da, Google sagt, ich sollte mal bei einer Glaserei vorsprechen. Da hätte ich auch selber drauf kommen können… 😳

Nun, diese Hoffnung im Kopf wurde abgespeichert fuer unseren kuenftigen Aufenthalt in Santa Marta in Kolumbien, was ja eine Großstadt ist, wo es doch bestimmt einen Glasmacher geben wird. Kurze Zeit später jedoch sitzen wir in gemuetlicher Runde und ich lausche den Gesprächsfetzen meiner Nachbarn, in dem plötzlich dieser Satz vorkam: „Ach so, du meinst da in der Straße, wo auch die Glaserei ist…“ Eine Glaserei? Hier im Touristenort in Bocas? Eigentlich logisch, eigentlich klar. Hier wird schließlich auch gebaut und Häuser brauchen Fenster. Ich bin manchmal sooo dämlich….

Mit den 2 Spiegeln im Gepäck, die alles andere als leicht sind, machen wir uns am nächsten Tag auf zur Glaserei, die jedoch ist geschlossen. Kein Hinweis auf eine Telefon-Nummer, kein Hinweis auf Öffnungszeiten. Ein Tag später neuer Versuch, geschlossen! Am dritten Tag sind wir schlauer und lassen die Spiegel zu Hause, nehmen nur noch die Maße mit. Aber wieder stehen wir erfolglos vor der geschlossenen Tuer. Der Weg ist nicht gerade kurz und heiß ist es auch, aber Kolumbien liegt in weiter Ferne. Wir bleiben also dran und irgendwann war tatsächlich die Tuer mal offen. Juhuhu! Eine freundliche junge Dame schreibt unser Anliegen in ein Auftragsbuch , schickt noch am selben Abend die Preise per WhatsApp und will auf diesem Wege auch Bescheid sagen, wenn unsere neuen Spiegel abholbereit sind. Hurra, hurra!

Dann hören wir allerdings nix mehr… panamesische Arbeitsweise eben 😉 . Wir schreiben Nachrichten, wir gehen persönlich vorbei, reden mit Händen und Fueßen und natuerlich mit dem Google-Translator und 17 Tage später ist es soweit

so sehen sie also aus, die kleinen Freuden einer Langzeitseglerin 🙂
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