Netter Reisebericht????

Nun, wer den jetzt hier erwartet, der sollte sofort wieder wegklicken und sich , sagen wir mal, so Mitte November wieder auf diese Seite trauen.

Fuer die restlichen hartnäckigen interessierten Leser, Freunde und Verwandte sei gesagt: Es passiert nix ! Jedenfall nix, was euch zu Hause brennend interessieren könnte. Sogar 1 Monat nach Rueckkehr fehlen mir die Ideen, wie ich diesen Blog in den nächsten Wochen mit Einträgen fuellen soll. (O-Ton Frank: Ich soll einfach einen alten Beitrag nehmen und den kopieren 😉 )

Aber, da ihr ja das hier jetzt immer noch lest 😉 und scheinbar brennend an unserem (Reparatur-)Alltag interessiert seid:

2 Wochen habe wir noch in der Marina gelegen, nicht weil es dort so schön windstill und das Wasser zum Schwimmen so wunderbar klar und rein ist, sondern weil diverse Repartur-, Reinigungs- und Austauscharbeiten dort bequemer auszufuehren waren. Im nachhinein frage ich mich inzwischen auch, womit wir uns ganze 2 Wochen beschäftigt haben. Nun, z.B.:

Austausch von 2 Deckenlampen – 1 Arbeitstag

Austausch der aus Deutschland neu mitgebrachten Steuerkette (mancher mag sich erinnern, die Alte war nur provisorisch ausgetauscht) – 2 Arbeitstage

Einbau des vor 3 Monaten in den USA bestellten und gerade noch rechtzeitig in unserer Marinazeit gelieferten neuen Gasherdes – 2 Arbeitstage

Da fragt man sich natuerlich, wieso sowas 2 Tage dauern kann. Eigentlich alten Herd raus, Neuen rein – basta! Tja, wenn da nicht an dem Neuen ein amerikanischer Gasanschluß wäre. Nun brauchten wir also einen Gasschlauch mit einem europäischen Anschluß auf der einen Seite und auf der Anderen???? Nun kann man sich ja diesen neuen Gasherd nicht untern Arm klemmen und damit in die Stadt zur nächsten Ferreteria gehen. Fuer die Ueberlegungen zur Lösung , eine zweimaliger Aufenthalt in der Stadt mit dem Besuch von 3 Ferreterias und dem Einkauf von div. Materialen braucht man eben Zeit 😉 . Effektiver Zeitaufwand des echten Austausches: ca. 20 Minuten! Manches dauert eben einfach länger 🙂

Nun, seit 2 Wochen allerdings sieht es bei uns so aus:

Endlich wieder Wind und traumhaft 29° warmes Wasser für tägliche Schwimmrunden ums Boot. Wenn man denn dazu kommt, denn, auch hier reißen die Reparatur- und Besorgungsarbeiten einfach nicht ab. Als erstes wird natürlich unser Dinghi zu Wasser gelassen und prompt fährt es nicht *knatsch* .  Nach einer kleinen Probefahrt verreckt der Motor und Frank muss gegen die Strömung zurück paddeln. Gott sei Dank ist Martin in der Nähe (ihr erinnert euch?) und schleppt ihn zurück. Die Stimmung ist natürlich mal wieder im Keller.  Den ersten Fehler finden wir selber, der neue aus DE mitgebrachte Originalpropeller war falsch von uns montiert. Das Problem war schnell behoben, nicht jedoch das Spritproblem. Laut Martin war unser Sprit in den letzten Monaten etwas verdunstet, wodurch der ÖL-Anteil für einen 2-Takter zu hoch war. Gut, müssen wir also an unserer bekannten Tankstelle neuen Sprit kaufen, sollte kein Problem kein. War es aber, denn Tankstelle ist „closed“ wie wir feststellen mussten. Warum, wieso, weshalb – das kann einem hier niemand sagen. Wir kennen leider nur diese Eine, die man mittels Dinghi bzw. Wassertaxi vom Wasser aus anfahren kann. Man darf sich jetzt auch keine ESSO Tankstelle vorstellen, es ist eigentlich nur eine Bretterbude auf Stelzen im Wasser mit einer riesigen Plastiktonne voller Gasoline. Daraus wird mittels eines Zapfhahns Sprit in einen Eimer gefüllt und mit diesem werden dann unsere kleinen Kanister gefüllt. Bitte jetzt nicht fragen, warum die Kanister nicht gleich mit dem Zapfhahn gefüllt werden – dieses Geheimnis hat sich uns bisher nicht erschlossen. So starten wir am nächsten Tag die Aktion, mit unseren kleinen Kanistern an Land zu fahren, dort in ein Taxi zu steigen und die einzige Auto-Tankstelle (die übrigens auch nicht viel anders aussieht 😉 und nur fuer Eingeweihte zu erkennen ist ) anzufahren. Noch während wir das Dinghi fertig machen kommt Martin angefahren und meint, er würde nachmittags nach Caranero (andere Insel) fahren zum Tanken und würde auch unsere Kanister in dem Zuge füllen lassen. Entspannt legen wir uns also fuer diesen Tag zurück und harren der Dinge. Das es dort eine weitere Wassertankstelle geben soll, das hatten wir schon vor 2 Jahren mal gehört, nur haben wir sie damals nicht gefunden. Wahrscheinlich , weilwir in völliger Unkenntnis eine Esso-Tankstelle gesucht hatten 😉

Der Himmel ist tagelang bedeckt, es weht kein Wind… Ergebnis: Die Batterien sind leer. Frank startet unseren kleinen Stromgenerator und die vor ein paar Monaten noch von Martin neu gemachte Anzugsstrippe reißt ab. Frank verwandelt sich mal kurz in ein HB-Männchen und ist, nachdem er wieder gelandet ist, die nächsten 5 Tage (in Worten „fünf“) mehrere Stunden täglich damit beschäftigt, diesen auseinander zu nehmen, so dass man an die Vorrichtung für diese Strippe ueberhaupt dran kommt.

So sieht das dann aus

Ich muss sagen, ich habe echt bezweifelt, dass Frank das Teil auch wieder zusammen gebaut bekommt, aber tatsächlich ist nicht ein Schräubchen uebrig geblieben. Jedoch war jeder Rettungsversuch vergebens, kurze Zeit später erstehen wir in „Town“ einen neuen Generator. Er ist etwas schwach auf der Brust, aber hier am Ende von Panama hat man eben keine Auswahl. Das Cockpit jedenfalls kann jetzt wieder zum „Beine hoch legen“ genutzt werden. Wenn da nicht noch…

Richtig, da war doch noch was… Schon bei der Ausfahrt aus der Marina, als wir mit nur 2,5 statt 5-6 Knoten zum Ankerplatz schlichen war klar, unser Unterwasserschiff muss furchtbar aussehen. Ein erster Schnorchelgang bestätigte die Vermutung. Ein ecklig brauner Teppich hatte sich gebildet, ebenso wie das ein oder andere kleine Riff, lustig bevölkert von kleinen Fischschwärmen, die sich häuslich einrichtet hatten. Sogar ein Oktupus fand unser Unterwasserschiff inzwischen so wohnlich, dass er sich dort niederließ. Liebe Unterwassertiere, so geht das nicht! Es tut uns leid, aber ihr müsst wieder ausziehen. Und so ist Frank erstmal 2 Tage mittels Schnorchel damit beschäftigt unser Schiff frei zu kratzen, um dann noch mal 2 Tage mit Tauchflasche und Tauchausrüstung die unteren Riffs zu entfernen und aus unserem Propeller wieder einen Solchen zu machen anstatt ein völlig zugewachsenes Gebilde.

Ihr merkt also, was richtig Schönes und Spannendes habt ihr nicht verpasst.

Aber… ich will ja nicht meckern, schön warm ist es hier. Die Margaritas schmecken weiterhin und zwischen den Arbeiten geistern Zukunftspläne durch unsere Köpfe, die ständig geändert werden. Schaun wir mal….

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