Plan 5 umgesetzt und Ankunft in???

Samstag früh geht es los. Unser Anker, der die letzten Nächte 25-35 Knoten standgehalten hat, weigert sich, sein Sandbett zu verlassen. 10 Minuten fährt der Skipper vorwärts und rückwärts, um ihn zu überreden.  Ich fürchtete schon, ihn mittels Spaten ausbuddeln zu müssen, da gab er nach und wir konnten bye bye San Andres sagen. Nett war es hier, anders als erwartet und wir haben den länger als geplanten Aufenthalt nicht bedauert.

Der Wind kommt aus Nord-Ost. Die Strömung auch *knatsch*. Um einen besseren Winkel zum Wind zu bekommen, müssen wir aber ein Stück nach Nord-Ost und so werfen wir trotz gutem Wind für eine Nacht die Maschine an und bolzen gegen die Wellen, den Wind und die Strömung an. Unser Etmal (zurückgelegte Meilen in 24 Stunden) beträgt am nächsten Morgen statt der üblichen 100-120 Seemeilen gerade mal schlappe 45 Seemeilen in die richtige Richtung. Läuft!

Auch am 2. Tag ist die Strömung noch gegen uns, zwar sind wir jetzt auf dem richtigen Kurs, aber vorankommen geht anders. Wir segeln einen „ Hart am Wind“ – Kurs und das ist so ziemlich das Ungemütlichste, was man als, sagen wir mal so: als lieber vor Anker liegende Segler sich wünschen kann. Die Krängung ist ordentlich! Man kann nicht richtig sitzen, geschweige denn laufen. Schlafen geht auch nicht, da ja ständig 2m Wellen seitwärts lautstark gegen das Schiff knallen und zur weiteren Krängung führen. Essen? Kochen? Erübrigte sich von alleine. All meine liebevoll für diesen Törn vorbereiteten eingekochten Fleischgläschen bleiben zu. Tagsüber zwängen wir uns ein Scheibchen Brot rein und abends gibt es 4 Tage lang Tüten-Nudel-Suppen! Chin. Suppe, Huhn und Rind – Abwechslung muss sein 😉 und wenn ich nicht wenigsten 1-2 Kilo abgenommen hab, dann bin ich echt sauer.

Dazwischen gibt es immer mal wieder die ein oder andere Pille gegen Seekrankheit und wieder mal sind wir uns einig:  siehe oben… wir ankern lieber statt zu segeln 😉

Nach 3,5 Tagen ist es endlich soweit, wir können die Richtung ändern und somit kommt der Wind jetzt von schräg hinten. Welch Wohltat! Gerade sitzen, laufen ohne sich festhalten zu müssen, die nun von hinten kommenden Wellen heben das Schiff sanft hoch, gleiten darunter hinweg und lassen es ebenso sanft wieder runter. Geht doch! Man muss nur einfach in die richtige Richtung segeln 😉 , dann klappt´s auch mit dem Spaß haben.

Das blaue ist relativ flaches Wasser (10-20 m)

Wir haben es umschifft, da man wegen Piratengefahr nicht zu nah an die Kuesten Nicaraguas und Honduras kommen soll. Heißt in unserem Fall ca. 150 Seemeilen und 1 1/2 Tage mehr 👿

Größer als ich dachte, unser neues Ziel 😉

Donnerstagmittag erreichen wir unser neues Ziel gemäß Plan Nr. 5 und ankern vor Guanaja, einer kleinen Insel, die zu Honduras und den Bay Islands gehört. Mmhhmm… Honduras? Bay Islands? War da nicht irgendwie mal „Mexiko“ im Gespräch gewesen?

Nun, im Pläne ändern sind wir scheinbar gut! Nach der 2,5 tägigen Fahrt von Bocas nach San Andres hatten wir eigentlich schon wieder die Nase voll und dachten mit Grauen an die weiteren mindestens 8 Tage, die wir bis Mexiko (Isla Mujeres) brauchen würden. Die geplanten Zwischenstopps vor dem Riff von Providencia sowie dem Swan-Sandhaufen wurden quasi sofort abgehackt. So´n Quatsch, wenn man erst mal unterwegs ist, will man eigentlich nur noch ankommen. Ein weiteres Problem ist, ein passendes Wetterfenster für 8 Tage (mit Zwischenstopps sogar 10-11 Tage) zu finden. Die nächste Hurrikan Saison wollen wir im Riu Dulce in Guatemala verbringen, um einiges zu reparieren. Dazu müssten wir dann von Mexiko aber mindestens 3 Tage wieder zurück segeln, während die Bay Islands auf dem direkten Weg liegen. Dazu kamen ein paar Bemerkungen meines Skippers in diese Richtung und ich legte meinen Reiseführer für Mexiko ein zweites Mal beiseite. Nun, Mexiko ist nächstes Jahr auch noch da wo es jetzt ist und außerdem auch per Flugzeug von Guatemala aus zu erreichen.

Wir schauen uns bei YouTube ein paar Filme über die Bay Islands an, fotografieren den Cruising-Guide von Fritz über diese Gegend ab und freuen uns auf ein neues Ziel und darauf, Guanaja, Roatan und Utila in den nächsten Monaten kennen zu lernen.

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