Ankunft Cayos Cochino – Ankunft Utila – Ankunft Murphys Gesetz

Wir kommen gegen 13.00 Uhr dort an und suchen einen vor Westwind geschützteren Ankerplatz , da ja der Wind in 2 Tagen von dort kommen soll. Auf 12 m jedoch bekommen wir den Anker nicht zum Halten. Wir steuern einen weniger tiefen Ankerplatz an, auch wenn der nach Westen so gar nicht geschützt ist. Frank bekommt Schweißausbrüche, weil man den Ankergrund inkl. Korallenblöcke sieht. Der Anker hält auf 6 m wieder nicht! Schei…  Wir steuern auf das Ufer von Cochino Menor (Klein Cochino) zu für einen 3. Versuch (der wahrscheinlich aber sowieso nicht mehr geklappt hätte, siehe weiter unten), da braust das Marine Park Schiff auf uns zu. Auf der Spitze ein Typ mit Maschinenpistole! Dummerweise versteht bzw. spricht der hier zuständige Ranger nicht ein einziges Wort Englisch, was die Kommunikation erheblich erschwert. Alles was wir verstehen ist, dass er uns in die Bucht von Cayo Grande verweist, da Ankern hier im Nationalpark ja eigentlich auch gar nicht erlaubt ist. Wir sind inzwischen eh schon genervt , steuern diese an und machen an der einzigen nicht sehr vertrauenserweckenden Mooring fest. In Ruhe schauen wir uns um und denken beide gleichzeitig, was sollen wir hier? Gut, der Untergrund sieht ganz nett aus, aber die Bucht selber hat so gar keine traumhafte Atmosphäre. Trostlos!

Tja, jeder hat ja andere Vorstellungen und Erwartungen. Unsere jedoch wurden nicht erfüllt! Sorry! Escudo de Veragues oder die Zapatilla Cays zum Beispiel sind unsere Vorstellung von traumhaften Inseln.

Die Cochinos sind aber nur 2 große begrünte Felsen.

Gut, mit ein paar wirklich hübschen kleinen vorgelagerten Inseln (genau die, die man im Internet sieht, wenn man nach den Cayos sucht), die aber für unseren schwachen Dinghimotor viel zu weit weg sind. Von hier aus Cochino Meno zu erreichen , wäre auch viel zu weit. Und ob die Mooring bei den übermorgen zu erwartetenden 20 Knoten direkt auf die Nase hält?????  Da kommt auch schon das Marine Park Boot zum Abkassieren angebraust. Ob es wirklich der Selbe ist, weiß ich nicht genau, aber auch dieser spricht nicht ein Wort englisch. Mich wundert ein bißchen, dass er von uns eine Rechnung von Cochino Meno sehen will. Mit Händen und Füßen und dem Google Translator versuchen wir zu erklären, dass wir soeben erst angekommen sind. Wenn man also vor Cayo Meno bezahlen darf/muss, dann muss man dort doch auch ankern dürfen? Jedenfalls entscheiden wir uns, am nächsten Tag wieder ab zu reisen und bezahlen für diese eine Nacht schlappe 46 Dollar Nationalparkgebühr. Wir hätten auch 100 bezahlen können und dafür 1 Monat oder auch nur 1 Tag länger bleiben können,  aber nein, sooo schön ist es hier nicht!

Kommen wir zur Ankunft in Utila und Murphys Gesetz:

 Wir verlassen die Cochinos recht früh, um noch vor dem einsetzenden Westwind gut nach Utila zu kommen, denn Utila liegt von uns aus im Westen und mit 15 Knoten direkt auf die Nase kommt man nur schleppend voran. Das klappt alles soweit recht gut, bis wir in einer Gruppe von paranoiden Amerikanern ankern wollen. Nach 10 m stellt die Ankerwinsch ihren Dienst ein , nix geht mehr! Also lösen wir die Halterung und lassen weitere 20 m Kette ohne Winsch in die Tiefe rauschen. Mit dem Rückwärtsgang slippen (treiben) wir eine Zeit lang, dann gräbt der Anker sich ein und hält. Dummerweise liegen wir durch das Slippen etwas knapp vor einem Schiff und w ä h r e n d wir uns überlegen, kommt der Eigner mit dem Dinghi angebraust und erklärt uns, dass das so nicht geht. Er hätte schließlich 45 m (150 feet) Kette draußen und der böse Wind soll kommen und drehen tut er auch usw. usw.  Wie gesagt, wir waren mit Überlegen noch gar nicht fertig, sehen das aber alles ein und Frank zieht zum erstem Mal die 30 m Kette per Hand hoch. Die letzten Meter waren verdammt schwer, da sich ein riesiger Felsbrocken im Anker verfangen hatte. Aber gut, wir starten den 2. Versuch viel weiter vorne. Noch während wir im Ankerprozess sind, macht ein anderer weit entfernter Eigner hinter uns wilde Zeichen und brüllt . ????? HÄ???? Wir verstehen nix, sind auch viel zu weit entfernt. Wir ankern zu Ende , der Anker hält!!! Juhhuuhuu. Wir liegen ca. 100 m vor dem nächsten Schiff, wo noch immer der Eigner erbost rum schreit. Frank schreit zurück, wenn er was will, soll er sich gefälligst ins Dinghi setzen und zu uns kommen. Dann fällt uns auf, das der gar keinen Motor am Dinghi hat, so das der Weg zu uns erschwert wäre. Nun, gut. Wir verstehen weder, was er ruft, noch wo sein Problem ist. Dann fängt er sogar an, uns zu fotografieren! Also wirklich, wir ankern seit 6 Jahren  und ich glaube, wir können inzwischen gut abschätzen, ob der Abstand zum nächsten Schiff reicht. Dann fällt uns ein, dass es ja das Funkgerät gibt 🙂 und ich versuche, sein Problem über Funk mit ihm zu klären. Ich verstehe mal wieder nicht alles! Typisch Ami, quasseln unglaublich schnell und mit ganz vielen unbekannten Wörtern. Ich verstehe mal wieder die 150 feet Kette (was ja nur 45 m sind und wir liegen 100 m weit weg) ,  wir würden auf seinem Anker liegen und wenn der böse kommt Wind heute Nacht und man Anker auf gehen müßte, dann würden wir auf seinem Anker liegen. Wie wir das hinbekommen sollen, wenn wir 100 m statt 45 m weit weg sind…. verstehe ich nicht, aber vielleicht muss ich ja doch noch dazu lernen. Und dann noch die kommende andere Wind-Richtung usw. usw. , der Rest geht in einem unverständlichen Wortschwall unter. Ob sich der Wetterbericht in den letzten 6 Stunden kolossal geändert hat? Kommen etwa 30 Knoten auf uns zu, oder was ist hier los? Und  was haben die Amis hier für ein Problem mit ihrer 45m langen Ankerketten. Für uns überhaupt nicht ungewöhnlich! Nun gut, wir sind genervt und Frank holt ein zweites Mal den Anker per Hand hoch. Wir entfernen uns weiter weg und was soll ich sagen: der Scheiß Anker hält nicht. Ein weiteres Mal 30 m von Hand hoch ziehen, ein weitere Versuch, der Anker hält wieder n i c h t!  Frank ist so ziemlich am Ende mit seiner Kraft, zumal der Anker zuletzt mit ganz viel Mud (festsitzender Schlamm) voll war und somit doppelt so schwer. Hätte ich das alles gewusst, wir wären auf dem 2. Ankerplatz liegen geblieben und hätten weiter Fotomodel gespielt, zumal weder 30 Knoten Wind kamen noch die Windrichtung wechselte. Echt Paranoid, sach ich euch.  Wir wechseln die Buchtseite und starten einen letzten 5. Versuch. Frank ist am Ende, wenn der nicht klappt, dann würden wir über Nacht 25 Seemeilen zurück nach Roatan und an eine Mooring gehen, bis wir die Winsch repariert haben.  Wir lassen ordentlich Abstand zu allen anderen Schiffen, falls hier noch mehr paranoide Ankerer sind und fahren den Anker diesmal nicht mit 2000 Umdrehungen ein. Nicht das wir den wieder durch den Mud (Schlamm) ziehen. Gott sei Dank ist das Meer an dem Tag noch so ruhig, dass Frank beim Schnorcheln den Anker auf 4 m gut erkennen kann. Tatsächlich hat er einen Haufen Schlamm vor sich hergezogen, ob er hält bei starkem Wind, dass entscheiden die nächsten Tage. Die sind daher sehr unruhig für mich, ständig kontrolliere ich unsere Position. Westwind bzw. Südwestwind mit ca. 18 Knoten, eigentlich nicht viel, aber zu der Seite scheint die Bucht offen zu sein und so verhält sich unser Schiff die nächsten 2 Tage wie ein Rodeopferd.

Auf einem bockenden Pferd kann man auch keine Reparaturen ausführen und so konnte sich Frank auch erst 3 Tage später mit dem Winschmotor beschäftigen. Gott sei Dank hatten wir einen Neuen als Ersatz an Bord, denn vor 3 Jahren hatten wir das gleiche Problem schon mal in Bocas. Damals hat uns den jemand ausgebaut und neue Kohlen eingesetzt, seit dem fahren wir sicherheitshalber einen Neuen spazieren. War eine g u t e  Entscheidung!

Jetzt ist Freitag, 15.30 Uhr – der neue Motor wird noch eingebaut, wir hoffen, er funktioniert. Aber mit dem Landgang und Utila kennen lernen wird das auch heute nix mehr.

Aber morgen…. 😉

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