21.9.2014 – Und Action…

Damit unser Wochentörn nicht ganz so ohne Anforderung endete, entschied der Wettergott uns gen Ende noch einen 5er Wind zu schicken. Alte Segelhasen freuen sich auf endlich mal richtigen Wind zum Segeln, Angsthasen fragen sich schon vor dem Aufstehen, wie zum Kuckuck das Ablegen aus der Box am Besten zu bewerkstelligen ist. Die Angstperlen auf der Stirn vermehren sich dann auch noch rapide, als man die 5-köpfige Chartercrew gegenüber ablegen sieht. Da sind die schon zu fünft und bekommen ihren Kahn so gar nicht gerade aus der Box. Das kann ja heiter werden. Also, die Festmacherleinen-Taktik noch mal überdacht, da eine zusätzliche Halteleine angebracht und dort eine Spring zum rumziehen und dann ab…. alles Quatsch, taugte nix. Irgendwo hing das Schiff immer fest. Also, alle Festmacher los (äh… wir reden hier von 6 Stück inzwischen und Anne alleine als „Abmacher“ 😉  ) und ab durch die Mitte. Wir stehen quer  in der Fahrrinne, der Wind drückt uns weg  und das Bugstrahlruder zeigt keine Reaktion. Schwitz! Dann greift Frank durch, gibt Gas und bedient mit Dauerpower das Bugstrahlruder und endlich, endlich kommt die Spitze rum und wir können unter Beifall und Daumen-Hoch der Dauerlieger den Hafen verlassen.

Draussen herrscht Hasentocher-Segelwetter! Nur mit Vorsegel zwischen 5 und 7,5 Knoten. Es schaukelt ordentlich und die Brecher rauschen von hinten an und rollen unter uns durch.  Hört sich aufregend an, was? Okay, wir sind immer noch nur auf dem Ijsselmeer 🙂 aber trotzdem … da waren Wellen, echt jetzt.  Da ich in dieser Woche nur Kaffeesegeln gewohnt war, hab ich das mit dem Verstauen von rumliegenden Teilen nicht ganz so ernst genommen und dies bitter bereut. Irgendwie roch es plötzlich komisch in der Pantry (Küche) und es war so komisch schmierig. Den Übeltäter hab ich erst beim 2. Mal gefunden. 250 ml…. das ist nur ein winziges Fläschchen. Aber leider war es Sesam-Wok-Öl und diese 250 ml hatten sich über die komplette Arbeitsfläche, den Herd runter und bis in den Kühlschrank verteilt. Nein, Küche putzen bei o.g. Seegang, das macht keinen Spaß – war aber eine schöne Übung für später ;-). Und dieser Geruch erst! Bah! Bisher hatte ich noch kein Problem mit Seekrankheit, aber Schaukelei und Gestank – keine gute Kombi.

Meine Brecher ;-)

Meine Brecher 😉

 

Ich geb ja zu... sie sind schwer zu erkennen, meine Wellen

Ich geb ja zu… sie sind schwer zu erkennen, meine Wellen

 

Aber dieser Tag war noch mal so richtig schön zum Üben (nicht nur putzen, sondern segeln).  Schon die Fahrt  nach Hindeloopen war spannend, da die Welt, kaum hatten wir den Hafen von Medemblik verlassen, versank das Ijsselmeer im Nebel. Gott sei Dank waren anfangs nicht viele Schiffe unterwegs, denn es war schon recht erschreckend, wenn plötzlich aus dem Nichts eine andere Yacht auftauchte. Und erstaunlicher Weise haben viele Segler auch hier inzwischen AIS (Schiffserkennungsystem) und so haben wir uns mit dieser Technik anfreunden können.

Der Aufenthalt in Hindeloopen war (bis auf die Abfahrt) sehr entspannend. Seit letztem Jahr liegen Bekannte dort im Hafen, die vorher auch hier in Lemmer in Friese Hoek gelegen haben und ob man es will oder nicht, an Yvonne von der 2small kommt man in Hindeloopen nicht vorbei 🙂  Nun *Scherz*, wir wollten auch nicht an ihr vorbei kommen. Aber es ist schon witzig, wie oft man sich in einem soooo großen Hafen über den Weg läuft. Gleich nach dem Frühstück brachte Yvonne ihre Nachbarn (Bavaria Ocean-Fans) mit zu uns und nachdem unser Schiff eingehend begutachtet war, machten wir uns zu einer Gegen-Begutachtung auf.  Von Stefan bekamen wir dann auch einen super Pflegetipp fürs Teakdeck und nachdem wir ja nun seins gesehen und neidvoll bewundert haben, sind wir jetzt ganz heiß drauf, seinem Pflegetipp zu folgen. Abends verbrachten wir zu 8.  beim „Scholle satt“ – Essen einen wunderschönen Abend.

 

Altes Schleusenhäuschen in Hindeloopen

Altes Schleusenhäuschen in Hindeloopen

Nun, wir sind zurück in Lemmer und die Arbeit geht weiter (z.B. am Teakdeck) 🙂

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