Freitag gehts los

Die letzten Tage hat es recht stark gepustet hier, vor allen Dingen Abends und Nachts hatten wir 30 Knoten hier im Hafen. Das hat mir/uns einen Aufschub gebracht, denn so richtig wollen und können wir uns von diesem Land, das wir so sehr lieben gelernt haben,  nicht trennen. Ab morgen jedoch hört der viele Wind auf und wir haben für Freitag die Ausklarierung beantragt, die praktischer Weise auch hier vom Marinabüro erledigt wird.

4-5 Tage/Nächte werden wir unterwegs sein, vorraussichtliche Ankunft „Dienstag“, aber diesmal könnt ihr eventuell akuteller dabei sein, denn:

Wir haben ja ein Iridium-Satelittentelefon, mit dem mir auf langen Fahrten Wetterdaten abrufen  oder durch Blogeinträge kundtun können, dass es uns gut geht. Auf unserer Atlantiküberquerung hat es jedoch leider nicht funktioniert und nach einem Garantieumtausch liegt das Teil nun seit fast 3 Jahren ungenutzt rum. Für kurze 3-5 Tages Fahrten lohnt es sich nicht,  Datenvolumen zu kaufen (75 Minuten , 30 Tage, 150 Euro). Aber wir wollten ja ursprünglich nach Belize und wären 10-11 Tage auf See unterwegs gewesen. Blöd gelaufen, denn wir haben die Prepaidkarte mit samt Datenvolumen bereits aktiviert bzw. gekauft. So werden wir also die 75 Minuten bei dieser kurzen Überfahrt verballern und versuchen, euch täglich mit Blogeinträgen zu unterhalten (falls ich nicht über dem Eimer hänge 😉  )

Aber falls ihr nix leset, don`t worry…..  dann ist entweder wieder was kaputt oder wir sind einfach zu doof 😉

 

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Die Entscheidung ist gefallen…

Belize ist raus! Vieles spricht dagegen, zum einen, dass es ziemlich weit im Westen liegt und wir auf dem Rückweg Richtung Panama stark gen Osten segeln müßten (das ist jedoch meistens auch die Windrichtung), da die Küste von Honduras zur Zeit wegen Piraterie mit mindestens 100 Seemeilen Abstand zu besegeln ist. Es soll eine Menge Nepp und Abzocke geben in Belize und das sooo tolle 2.größte Riff der Welt soll ziemlich tot und beschädigt sein. Trotzdem würden wir uns davon persönlich überzeugen, wenn… ja wenn es auf dem Weg läge. Tut es aber leider nicht. Franks Vorschlag „Costa Rica“ wurde von mir verworfen, die Karibikküste hat nur eine einzige Marina. Angaben zu Ankerplätzen sind kaum zu finden. Ebenso gibt es scheinbar kaum Charterbasen und das soll was heißen. Costa Rica Karibikseite ja, nächstes Jahr gerne als Landausflug, aber eben nicht mit dem Schiff.

Nach Kuba wollte der Chef nie und Jamaika hat er verworfen wegen zu viel Touri-Nepp und Kriminalität. Wenn der Mann mal was liest, dann promt aber auch immer die falschen Seiten 🙄  Aber was heißt „Kriminalität“ eigentlich? Sicher, untereinander gibt es die bestimmt und auch das ein oder andere Dinghi ist bestimmt schon mal gestohlen worden. Aber auch vor St. Vincent und vor St. Lucia wurde gewarnt, beide Inseln haben wir trotzdem angefahren und uns dort n i e  unsicher oder gefährdet gefühlt.

Nun, nach eingehendem Studium mehrerer Blogs ist die Entscheidung nun doch auf „Jamaika“ gefallen. (Ich hab grad gute Karten, der Skipper würde im Moment überall mit mir hin segeln, Hauptsache er braucht nicht in das riffverseuchte Belize  😳 ) . Allerdings werden wir wohl nur die nicht touristische Südseite besegeln und dann später mal… Kuba liegt von da aus nur 1-2 Nächte entfernt. Da arbeite ich demnächst dran 😉

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Appartment, 50 m², mit Balkon…

für schlappe 50.000 Euro 🙂 🙂

Diese Anzeige sehe ich auf Facebook in der Kolumbiengruppe und gebe die Info gleich mal aus Spaß an Frank weiter. Oje, der springt sofort darauf an, aber… puh… die Wohnung ist in Rodadero und das ist ein Unding (wir berichteten von Rodadero).

Am nächsten Tag beauftragt mich Frank aber, doch mal nach den Preisen für vergleichbare Wohnungen/Appartments hier in Santa Marta zu recherchieren.

Entwarnung 😳   – die hier angesagten Immobilienpreise übersteigen unser Budget um einiges, heißt also, wir werden k e i n  Visum beantragen, sondern uns doch schweren Herzens noch diese Woche vom Acker machen 😥

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Merkwürdige Läden gibt es hier….

Wir brauchen einen neuen Akku für einen alten Reserve-Fotoapparat, da der Meine irgendwo in Deutschland verschwunden ist. Irgendwo war so ein Straßenzug mit Elektrokrams, nur wo? Wie streifen durch die Straßen, finden viele Geschäfte, jedoch nix, was nach Akkuverkauf aussieht 😉 . Sastrerias zum Beispiel sehe ich aber inzwischen in jeder Straße

Wir kommen an einem Laden vorbei, der Koffer repariert (Hä?) – ja gibst

Hier kann man nur Ventilatoren erstehen, seit Monaten liebäugle ich damit, aber Frank zerrt mich immer weg, will keinen Wind (Zuch) im Schiff *heul*

Hier in diesem Straßenzug kauft man seine Sonnen- oder Lesebrille und nein, dass ist nicht ein Geschäft sondern mindestens 10, alle nebeneinander, damit der Kunde besser und schneller vergleichen kann

Das alles bringt uns aber nicht weiter, finden wir doch den Straßenzug für Fotoapparat-Akkus nicht. Wir biegen ab auf die Hauptladenstraße mit seinen vielen keinen Miniverkaufsständen vor den Schaufenstern der richtigen Läden und mein Blick fällt auf diesen Verkaufs-KastenLiegen da nicht Akkus drin? 2 Jungs sprechen uns sofort in gebrochenem Englisch an, wir zeigen unseren Akku und merken, die sind vom „Fach“, wissen gleich, der ist aus einem Fotoapparat. Der eine macht ein Foto mit dem Handy und sprintet davon, während der andere aufpaßt, dass wir uns nicht vom Acker machen 🙂 Wir fragen uns, wo der bloß hin ist und aus welchem Keller der mit einem passenden Akku zurück kommt, denn den Richtigen hat er ein paar Minuten später dabei. Leider werden wir uns mit dem Preis nicht einig, aber die  Verhandlung ist locker und freundlich, auch wenn er uns über den Tisch ziehen will. Während der Verhandlung fällt Franks Armbanduhr ab, mal wieder muss da was repariert werden. Der junge Akkuverkäufer zeigt auf ein Geschäft hinter unserem Rücken, tatsächlich, ein Uhrenfachgeschäft, dass wir ohne Hinweis gar nicht als ein solches wahrgenommen hätten. 10 Minuten später ist Franks Uhr für 2,50 Euro wieder repariert und wir gönnen uns ein Bierchen an unserer Lieblingsbaustelle (Statusleser kennen diese Baustelle 🙂 ) , natürlich nicht des Bierchens wegen 😀 sondern des Baustellenfortschritts, der übrigens ordentlich ist. (Einen bezahlbaren Akku finden wir übrigens auch noch, leider funktioniert der alte Apparat damit immer noch nicht, so dass es die nächsten Monate wahrscheinlich nur Handyfotos geben wird).

Wir müssen noch Fotokopien machen von unseren Pässen und von den Schiffspapieren, denn an manch Orten, wo wir demnächst einklarieren, kommen die Offiziellen an Bord und man kann`s kaum glauben, die kommen ohne Kopierer, echt jetzt 😉 . Auf dem Weg zu unserem Supermarkt laufen wir regelmäßig an einer Werbetafel „Fotocopias“ vorbei, dort wollen wir heute auf dem Rückweg  stoppen, um diese Sache auch endlich mal zu erledigen. Und unglaublich, auf unserem heutigen weiteren Weg Richtung Supermarkt und Carrera 5 laufen wir an weiteren 5-10 Minigeschäften vorbei, die auch Werbung machen für Fotocopias. Vorher nie gesehen, wo hab ich eigentlich meine Augen gehabt die letzten 4 Monate? Jedenfalls  suchen wir einen davon auf. Hinter einer Theke stehen 4 Fotokopierer und wir sind nicht die Einzigen im Laden. Das Geschäft flutscht ! 5 Minuten später haben wir 30 verschiedene Kopien für insgesamt 85 Euro-Cent 😯 , vorher jedoch hat Frank alle 5 Bediensteten sowie 3 Kunden zum Lachen gebracht, indem er Kopien in „Black and White“ geordert hat 🙂  🙂

Es war ein netter erfolgreicher Shoppingtag, an dem wir wiedermal viele viele nette Kolumbianer getroffen haben, die uns das Abschied nehmen von diesem Land erschweren 😥

 

 

 

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Propangasfüllung

Immer und in jedem Land (oder Insel) ein ganz wichtiges Thema. Für den Smutie gibt es nämlich nix Schlimmeres wie leere Gasflaschen, dann gibt es keinen Kaffee und erst recht nix Warmes im Bauch. Wir haben 2 6kg-Flaschen an Bord, wenn eine davon leer ist, fängt bereits die Suche nach einer Gasfüllstation oder – möglichkeit an. Das ist manchmal easy, manchmal teuer, manchmal muss man Glück haben op des richtigen Anschlussventils – auf jeden Fall ist es immer mit Aufregung verbunden.

Über die Möglichkeiten hier in Kolumbien hatten wir im Vorfeld in div. Blogs schon viel Schlimmes gelesen. Von teuer bis dazu, dass die Flaschen nach Cartagena geschickt werden, dann zwischen hier und dort tagelang verschwunden bleiben, während man ständig mit dem Taxi hin und her fahren muss, bis sie wieder auftauchen. Wir fragen im Marinabüro nach den örtlichen Möglichkeiten, bekommen die Firma „Cartagas“ genannt und die Anschrift auf einem Zettel notiert, die wir dem Taxifahrer übergeben sollen. Damit sich der Aufwand lohnt, haben wir gewartet, bis auch die 2. Gasflasche leer war und heute war es dann soweit. Das Taxi setzt uns vor einer dreckigen Mauer mit einem großen Tor ab 😯 und wenn wir diese Adresse nicht als vertrauenswürdig vom Marinabüro gehalten hätten, wir wären n i c h t  ausgestiegen ! Drinnen sieht es nicht besser aus. Ein paar große Gasflaschen stehen rum, aber nirgends sieht es auch nur wie eine vernünftige Füllstation aus. Aber eine nette junge Frau kommt aus dem vergitterten Büro ?, was aber eigentlich mehr ein Wohnhaus ist, weckt ihren Vater? oder Mann ? , der beguckt sich unsere Gasflaschen und nickt (puh…1. Hürde genommen). Nachdem wir uns mit dem Preis (25,00 Euro pro Flasche) einverstanden erklärt haben, drückt sie uns zwei Plastikstühle in die Hand, wir sollen uns in den Schatten setzen. Und dann dauerts, eben weil hier nicht gefüllt, sondern u m g e f ü l l t wird. Vater oder Mann schnappt sich nämlich eine große 15 Liter-Flasche und verschwindet damit hinters Haus. Eine halbe Stunde später haben wir volle Gasflaschen, vielleicht ein bißchen teuer, aber egal – Hauptsache, wir haben unproblematisch wieder Gas für die nächsten 3 Monate. Egal wo es in der nächsten Woche hin geht 🙂

 

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Wir kurbeln die Wirtschaft Kolumbien an

und lassen einen Haufen Geld in diesem Land. Wobei „Haufen“ relativ ist ! Da kommt es ein bißchen aufs Gewerk an.

I.

Nach 4 Monaten Marina ist unser Unterwasserschiff mit einem dicken fetten häßlichem Teppich bekleidet. Echt grusselig! Und in das leckere Hafenbecken hier steigen und diese Teppiche zu entfernen, dazu hat hier so gar keiner Lust. Päh! Muß man auch nicht, dafür gibt es hier arbeitssuchende junge Männer, die diesen Job freudig übernehmen und zu zweit nur eine Stunde brauchen, um ohne Tauchflaschen um das Schiff zu tauchen und dieses säubern. Kostenpunkt 100 US-Dollar, als 50 Dollar Stundenlohn für jeden. Nicht schlecht, oder? Nun, uns war es das trotzdem wert. Unsere kleine Unterwasser-Videokamera hat leider den Geist aufgeben 👿 , nachdem sie 2,5 Jahre unbenutzt im Schrank vor sich hingedämmert hat. So können wir nicht kontrollieren, wie sorgfältig die Jung gearbeitet haben und müssen damit warten, bis wir mal wieder in nettem Gewässer vor Anker liegen.

II.

Es gibt hier viele, viele preiswerte Stoffgeschäfte. Immer wieder höre ich von anderen Schiffen, dass diese sich eingedeckt haben mit diversen Stoffen für Sonnensegel, Überzüge etc. . Da alleine das Wort „nähen“ bei mir Abwehrmechanismen auslöst und ich sowieso keine Nähmaschine an Bord habe, habe ich mir bisher einen Besuch in diese Läden geschenkt. Doch dann fiel die Tage mein Blick auf die nicht mehr so schönen Cockpitkissenbezüge und schon mußte der Skipper mir durch mehrere Stoffläden folgen. Die haben zwar super viel Stoff in allen Farben und Mustern und auch billig, jedoch meist nur für uns unbrauchbaren dünnen Flatter-Polyester-Stoff. Erst im 5. Laden (der Skipper hat brav und gutgelaunt mitgehalten 😉 ) gab es in der oberen Etage eine Abteilung mit, sagen wir mal, „richtigen“ Stoffen und so verließen wir kurze Zeit später tatsächlich den Laden mit Stoff für neue Bezüge. So, erster Gedanke: Kissenbezüge nähen kann ja nicht sooo schwierig sein, hab ich ja sogar vor ca. 50 Jahren mal in der Schule gelernt 😉 . Also warten, bis wir unterwegs ein Schiff treffen mit Nähmaschine an Bord? Oder nächstes Jahr mit nach Deutschland nehmen und dort von einem Schneider mit Migrationshintergrund nähen lassen ? Manche „Bretter vorm Kopf“ fallen Gott sei Dank schnell ab 🙄  – wir sind in einem Billigland!!! Hier muss es doch Schneider geben? Das kann doch nicht sooo teuer sein. Was heißt denn Schneiderei auf spanisch? Dank Google Translater ist das schnell geklärt! Sastreria heißt das Zauberwort, dass man bei Google Maps eingeben muss und siehe da, überall hier scheint es Sastreria´s zu geben 🙂 . Wir schnappen uns den Stoff und einen alten Bezug als Muster und auf geht´s. Ziemlich schnell stehen wir vor der 1. Schneiderei, die uns vorher nie aufgefallen wäre. Der Raum ist nur 2 m breit und vielleicht 4 m lang.. In diesen 8 qm² stehen 3 Nähmaschinen, nein, keine „Singer“ wie wir sie in DE kennen, sondern solche, wie ich sie als Antiquität in meinem Flur stehen hatte. (Wo bzw. in welchem Keller meiner Freunde und Verwandten ist die eigentlich geblieben ???) Wir werden uns schell einig, allein schon, weil es nix zu diskutieren gibt. Für sage und schreibe 20.000 Pesos bekommen wir 4 Kissenbezüge genäht, die auch noch am gleichen Tag fertig sind. Ihr wollt jetzt wissen, was 20000 Pesos sind? Ich wage es kaum zu tippen, schäm 😳  ! Ganze 5,54 Euro (äh… für alle 4, ja!) So unterschiedlich scheint das Lohngefüge hier zu sein. Ich freu mich jedenfalls über neue Farbe an Deck 😀

III

Wir bevorraten uns! Franks Status-Leser wissen inzwischen ja, wie unsere Vorkabine aussieht 🙂 – Belize ist nicht nur riffverseucht, nein – oh Gott – das Bier kostet 3 x so viel wie hier. Da muss rangeschafft werden!

Aber geht es denn wirklich nach Belize? Der Skipper sagt ja, aber gleichzeitig auch: Was ist denn mit Costa Rica ?  Ist doch bestimmt auch schön dort! Und bist du sicher, dass du nicht mehr nach Kuba willst?  Ihr merkt, die Diskussion läuft noch. Aber egal, wohin, auch Lebensmittel sind hier preiswerter und daher laden wir unser Schiff auch voll mit Sachen, die nicht flüssig und gelb sind 😉

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Belize? Ne, nä!!!!

Knapp 1 1/2 Wochen vor Abfahrt aus Kolumbien beschäftigt sich der Skipper endlich mal mit dem nächsten Reiseziel der Chefin. Sicher, von dem Ziel Belize hatte er in dem ein oder anderen Gespräch mit mir oder Satz von mir schon mal gehört, aber viel anfangen konnte er damit nicht. Warum sich auch Gedanken machen über ferne Reiseziele, wo es hier doch soooo schön ist. Hauptsächlich ging es dabei auch um die komplizierte blöde Rückreise von Belize Richtung Panama, die zu einem großen Teil gen Osten und somit gegen den Wind zu befahren wäre. Oder zumindest hart am Wind, auch nicht schön zu segeln.

Vor Belize liegt das 2. größte Riff der Welt, was das Land bzw. das Gewässer davor für uns als Taucher interessant macht. Das die elektronischen Navionigskarten dort nicht richtig funktionieren, hatte ich schon gehört. Teilsweise sind sie wohl sooo schlecht, dass man mit dem Schiff auch mal über Land fährt gemäß der elektronischen Karte. Aber dafür hatte ich ja in weiser Vorraussicht bereits den Cruising Guide für Belize und Mexicos Küste von Freya Rauscher angeschafft. Der jedoch ist sehr gewöhnungsbedürftig, da er nur handgemalte Karten enthält. Ich gebe zu, als ich mich zum ersten Mal damit beschäftigte, stand auch ich unter Schock und mußte erst mal lernen, dieses Malwerk zu lesen und zu verstehen 😯

So, und dann passierte es eben, dass der Chef am Laptop dann doch mal die elektronischen Seekarten öffnet und sich die Gegend ( ja sie ist riffverseucht )  vor Belize anschaut und knapp vor einem Herzkasper steht. Ob ich denn gesehen hätte, dass es dort Tiefen von nur einem 1 m gäbe und ob ich denn noch wüßte, dass unser Schiff einen Tiefgang von 1,90 hätte. Ob ich noch alle Tassen usw. …  Ich versuche, was zu retten ist und halte ihm den Rauscher-Guide hin. Jetzt ist die Fassunslosigkeit komplett! Auch wenn es der beste und genaueste Guide für diese Gegend ist, er sieht sein Schiff bereits aufgesetzt auf div. Riffen op der vielen Bleistiftzeichnungen. Naja, soooo ganz unrecht hat er ja nicht. 2 Stunden blättern wir in dem Buch rum und vergleichen es mit der elektronischen Seekarte. Und dann: na gut, wenn wir wirklich n u r die Cays besuchen, die gut und gefahrlos zu erreichen sind, dann, naja dann….   :mrgreen:

und dann kommt der Satz, den ich in den nächsten Tagen noch mehrmals hören werde:

Was denn eigentlich mit Kuba ist? Da wolltest du doch eigentlich immer hin! 😯   😯   😯

Dazu muss man wissen:

Kuba ist für den Skipper ein rotes Tuch, DDR-geschädigt verzieht er seit 2 Jahren immer schmerzvoll das Gesicht, wenn ich als Ziel Kuba angesprochen habe. Irgendwann habe ich aufgegeben und auch für mich Kuba gestrichen. Und jetzt würde er lieber Kuba in Kauf nehmen als die Riffe von Belize zu umfahren. 🙄

Ich glaube, wir schlafen da noch mal ein paar Tage drüber…..

 

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Taganga

Taganga ist ein Nachbarort (kein Stadtteil) von Santa Marta., ca. 5 Km entfernt. Ein Auszug aus meinem Lieblingsreiseführer sagt dazu:

„Taganga ist ein abschreckendes Beispiel für die Überentwicklung kleiner Ortschaften. Das einst winzigen Fischerdorf, dass an einer tief eingeschnittenen, hufeisenförmigen Bucht liegt , hat vor 10-15 Jahren den Jackpot geknackt, als es zu einer bedeutenden Backpacker-Destination wurde. Das Geschäft boomte, aber kaum ein Einheimischer bekam etwas ab vom großen Kuchen. Als Folge wurden den Rucksackreisenden Drogen verkauft, was die Bevölkerung weiter spaltete. So hat sich in den letzten Jahren Taganga eher zu einem deprimirienden Ort entwickelt, der teilweise aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Es gibt viele Notleidende, die Straßen sind nach Einbruch der Dunkelheit nicht sicher. Der Strand ist schmutzig und läd nicht gerade zum Baden ein. Denoch kommen nach wie vor ein paar Urlauber, die billig unterkommen, Party machen und Tauchen wollen sowie jene, die das Dorfflair im Gegensatz zum Stadtleben von Santa Marta zu schätzen wissen.“

Das versprach im Vorfeld schon keinen schönen Ausflug, aber ich habe schon lange nicht mehr um die berühmte „Ecke“ geguckt und so mußte Frank auch heute wieder runter vom Schiff 😉 . Wir schnappen uns ein Taxi und zum 1. Mal werden wir über den Tisch gezogen was die Taxikosten betrifft. Aber wehr dich mal über zu hohe Preise ohne Spanischkenntnisse. Und was heißt „hohe Preise“? Wir reden hier über einen Mehrpreis von ca. 2 Euro, absolust lächerlich, aber in der hiesigen Währung sind das 5000 – 7000 Peso`s und sagt mal ehrlich: hört sich fürchterlich mehr an, oder? 😉

Ich schweife mal wieder ab…. die Taxifahrt selber war schon mal diesen Ausflug wert, sind wir mal wieder über einen Berg (ganz Kolumbien besteht aus Bergen) gefahren, an dessen Straße viele kleine einheimische Häuschen im einfachen karibischen Stil standen, vor denen das normale Leben statt findet.

Schon von oben aus hat man einen wirklich schönen Blick auf die malerische Bucht (hier stimmt der Reiseführer) mit seinen vielen kleinen Fischer- und Ausflugsbooten. Die hinteren Straßen und Ecken sind vielleicht wirklich nicht ansehnlich und vertrauenswürdig, die Strandstraße jedoch ist nett, sehr nett. Natürlich touristisch. Die Leute hier leben von uns, aber es ist nicht mit der Betonwüste von Rodadero zu vergleichen. Hochhäuser gibt es nicht, mach Seitenstraße ist nur mit einem Allradauto befahrbar. Auch hier wird man vor den Lokalen angesprochen, aber viel viel dezenter und ein leichtes Kopfschütteln wird sofort wahrgenommen und man zieht sich zurück. In Gegensatz zur Aussage meines Reiseführers ist das Wasser und der Strand sauber, hier kann man bedenkenlos auch baden und den Tag genießen. Selbst die Preise  am Strand sind human, 2 Cocktails für insgesamt 6 Euro – ich glaub, ich komm noch mal wieder 😉 . Die ganze Atmosphäre hier ist „locker“ und „auf Entspannung“ getrimmt.

Fischmarkt direkt fangfrisch am Strand. Hier decken sich die Restaurants ein und die vielen Pelikane im Hintergrund freuen sich über die Abfälle, brauchen sie sich so selber nicht mit dem Fischfang aufhalten 😉

Ich glaube, der Loney Planet sollte seine Eintragungen zu diesem Ort mal überarbeiten. 14 Tage möchte man hier keine Urlaub machen, aber ein Tagesausflug oder ein Backpacker-Aufenthalt von 2-3 Tagen ist auf jeden Fall lohneswert.

 

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El Rodadero

Rodadero ist ein Nachbarstadtteil. Man muss jedoch über einen Berg, um dort hin zu kommen. Geht also nur mittels Taxi oder einem Public Bus. Letztere sind undurchschaubar (für uns). Alle 30 Sekunden fährt so ein Bus an uns vorbei, die Ziele stehen auf einer Karte im Frontfenster. Die meisten Ziele (Stadtteile ?) sagen uns nichts und erst recht wissen wir nicht, welche Richtungen bzw. welche Straßen diese Busse lang fahren. Und so haben wir uns bisher noch nicht an eine solche Busfahrt rangetraut, zumal die Taxis hier ja spottbillig sind. An jedem 3. Bus allerdings steht „Rodadero“ und so besteigen wir ganz mutig einen dieser Busse und lassen uns für 50 Cent in den Nachbarstadtteil fahren. Wir wußten, es ist ein Hochhaushotels-Touristenort und so erwarteten wir auch keine Aha- oder OH-EindrückeTatsächlich ist der Strand vom Sand und vom Meer her netter, das ist aber auch schon alles. Am Strand selber gibt es viele Restaurants im mittleren und einfachem Bereich. Zu unterscheiden nach den Sitzmöglichkeiten – es gibt welche mit netten Korbstühlen, die Preiswerten haben Plastiksessel 😉 . Eins haben alle 30 Lokale am Strand jedoch gemeinsam. Wenn man sich Ihnen nur auf 100 m nähert, stürzt sofort ein Einfänger auf einen zu und hält einem eine Speisekarte unter die Nase, während er einen gleichzeitg auf spanisch zu labbert. Die Lokale sind reihenhausmäßig aneinander liegend, so dass, hat man den einen abgewimmelt, einen sofort der Nächste anspringt. Teilweise versucht man zu viert (also aus 4 verschiedenen Lokalen) uns herein zu ziehen. Wir haben alle 30 Lokale abgelaufen,  hätten ja gerne ein Bierchen oder einen Cocktail dort getrunken, aber kein Einfänger war uns sympathisch genug, im Gegenteil 😉 Auch in der Parallelstraße reihten sich Restaurants mit den entsprechenden Einfängern mit sinnlosen Andenken- und KrimsKramsgeschäften an einander.

Ein Strandhotel! Vor dem Hotel ein Swimmingpool und diese netten Käfterchens waren die hoteleigenen Strandplätze – ganz 6 Stück. Wenn man davon einen ergattern will, muss man aber bestimmt früh aufstehen 😉

Das Schönste hier war ein Naturreservat für Iguanas, wo wir ein paar von diesen netten Burschen bestaunen konnten.

Und dann ging es Public-Bus-mäßig ganz schnell wieder zurück in unser trautes Historie-Centrum von Santa Marta. So oder an einem solchen Ort Urlaub zu machen, dass wäre unser Albtraum – müssen wir ja aber auch nicht 🙂

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3 Arbeitstage später

haben wir wieder ein funktionierendes Deckslicht 🙂 Hurra!

Wenn ich von Arbeitstagen spreche, dann sind damit keine 8-Stunden-Tage gemeint. Unsere Arbeitstage belaufen sich so zwischen 3-5 Stunden, denn bis wir hier gefrühstückt haben, ist so ein richtiger bezahlter Arbeitstag schon zur Hälfte rum. Nichts desto Trotz hält uns das aber auch von weiteren interessanten Unternehmungen oder Ausflügen ab.

2 weitere Male wurde Frank von mir nach oben gekurbelt, das geht inzwischen wie geschmiert. Tatsächlich mußte er feststellen, dass hinter der dann von uns demontieren Plastikbefestigung ein Kabel völlig durchtrennt war und ein Weiteres halb. Da konnte nix mehr brennen. Leider ist es uns nicht gelungen, neue Kabel in den Mast einzuziehen. Selbst die Alten ließen sich weder nach oben noch nach unten rausziehen. Auch unsere Kabeleinziehhilfe „Kati“ wurde vergebens eingesetzt, so blieb uns nichts anders übrig, als „anstückeln“ – macht man überhaupt nicht, aber was soll´s. Die Decksbeleuchtung brennt wieder, nächtliche Wenden können jetzt wieder gefahrlos bei Licht stattfinden.

Blöd ist nur, dass das Toplicht nicht auch funktioniert. (Für Nichtsegler: Dies muß man bei Nachtfahrten anschalten, wenn man unter Motor fährt. Die Art und die Zahl der Lichter geben nachts anderen Schiffen Auskunft darüber, um welche Art Schiff es sich handelt ) – Es sieht also so aus, als ob Frank noch mal in den Mast muss, aber irgendwie hat er gerade keine Lust dazu – werde also schnell ein paar Ausflüge für´s Wochenende planen 😉

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