Kulinarisches Santa Marta

Wie bereits berichtet, habe ich das „Essen kochen“ fast eingestellt. Allein die Lebensmittelbeschaffung nimmt ja meist lange Zeit in Anspruch und wenn ich mir dann vorstelle, ich sollte ein Fischfilet mit Kokossoße, Reis, ausgebackenen Bananen kochen und dazu noch Salat fein schnippeln!?! Wißt ihr wie meine kleine Küche danach aussähe?

Nein danke, dann lieber so:

oder so: Franks Reisteller mit Shrimps, wobei bei der Anzahl der Shrimps zu den Reiskörnern fast kein Unterschied festzustellen war 😉

Aber wir gehen nicht nur vornehm in der 1. Strandreihe essen, sondern testen uns durch. So gibt es z.B. auf der Carrera 5 eine Ecke, da stehen so an die 5 Würstchengrillstände. Verkaufen alle das Gleiche und warum die sich nicht verteilen sondern auf dem Haufen hocken, keine Ahnung. Die Würstchen sind rötlich und lang, werden nach dem Kauf wie Currywürstchen klein geschnitten, mit Limette beträufelt und scharf gewürzt. Leider schmecken sie nicht wie Currywürstchen, schade, schade 😉 – aber ein Versuch war es wert.

Oder, wenn man so richtig für eine kleine Mark bzw. 60 Cent satt werden will, der sollte diese Teile essen

Ich finde noch raus, wie die Dinger heißen ! Schmecken ein wenig wie Kartoffelpuffer mit Käse – aber eben nur ein wenig, so genau kann ich den Geschmack nicht weitergeben, aber satt wird man davon 🙂

Ganz besondern scharf finde ich diese originellen Grillstände:

Man nehme ein altes Kinderwagengestell, schweiße 2 weitere Stützen dran, Platte drauf, Alufolie drauf, Minigrill drauf und kurze Zeit später sind sie fertig, die ganzen Spieße mit Hähnchenfleisch, Carne oder Wurst, alles lecker gewürzt und am Ende des Spießes jeweils kleine Minikartoffeln. Kostenpunkt: 1,60 € – ich sach ja, Low-Budget-Paradise 😉 .

Und wer dann noch nicht genug hat:

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Obstflash

Das, was ich 3 Saisons in der Karibik vermisst habe – hier ist es endlich:  Obst in Massen und dann noch für „low budget“-Reisende.

Auf der Carrera 5 gibt es einen Stand, der eisgekühlten Wassermelonensaft mit ganzen 😉 Stücken verkauft – ich verlasse diese Straße niemals ohne dort vorbei zugehen 🙂 .

Frisch geschälte Mango oder Annanas – einfach im vorbei gehen mitnehmen oder wie hier

lecker als Smootie gemütlich nach dem Essen quasi als Nachtisch – im Moment kann ich noch nicht genug bekommen 🙂

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Nicht das ihr denkt…

wir tun mal wieder nix….

Wir sind so beschäftigt und voll von neuen Eindrücken, dass für die Beantwortung von Mails oder gar Verfassen von Blogeinträgen einfach keine Zeit bleibt. So planen wir unsere künftigen Landreisen, das erweist sich als ziemlich zeitaufwendig und so sind wir oft stundenlang im Netz unterwegs und erforschen Flugpreise, Reiserouten, Busverbindungen, Hotels etc. etc. – dazwischen immer wieder die Frage, wo wollen wir eigentlich hin, trauen wir uns das ohne Spanischkenntnisse wirklich alles zu?

Auf der Suche nach dem Touristeninformationsbüro stoßen wir bereits mal wieder auf Grenzen. Nicht nur, dass dieses angeblich und höchst unwahrscheinlich am äußerstens Ende des Touristengebietes liegen soll, nein – es ist nicht mal dort zu finden. Wir laufen uns die Füße platt und landen quasi im Industriegebiet von Santa Marta. Auch schön! Wir lieben ja das untouristische und so laufen wir an kleinen Werkstätten vorbei. Wer seinen Roller, sein Fahrrad reparieren lassen will oder gar neue Reifen braucht, der ist hier richtig. Ein Touristenbüro wäre hier völlig fehl am Platz. Gut, muss es eben ohne gehen.

typisches Wohnhaus außerhalb des History Centers

Nächste Woche geht es zum Test erst mal nach Minca – ein 600 m hoch liegendes Kaffeeanbaugebiet mit vielen Wanderwegen, dass von Santa Marta in nur einer Busstunde erreichbar ist. Vorher werde ich aber versuchen noch einen Bericht über das kulinarische Santa Marta zu schreiben

 

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Wo sind wir bloß gelandet?

Bevor wir uns allerdings diese Frage stellen ist erst mal ein Reinigungsprogramm vorrangig. Wir haben SÜßWASSER am Steg, einfach Schlauch anschließen, Hahn auf und Wasser kommt. Eine Wohltat! Und so bekommt die 2wishes erst mal ein 2-stündiges Duschbad mit Rückenschruppen 😉 . Der ganze Bonairestaub/sand/dreck ?, der sich in die kleinsten Ritzen gesetzt hat,  muss runter. Durch die Fenster der Sprayhood kann man nicht mehr durchschauen, alle Leinen an Bord sind braun, selbst den Relingdraht kann man nicht anfassen, ohne schmutzige Hände zu bekommen. Pfui Teufel!

Anschließend sind wir zur Dusche fällig und genau wie das Schiff freuen wir uns über fließend Wasser, dass sogar heiß aus dem Krahn kommt, wenn man denn möchte…. Ich möchte nicht, ich möchte meine Körpertemperatur mit schönem kalten Wasser auf 36° runterkühlen 😉  Um die Ecke ist der zur Marina gehörende Minimarkt bzw. die Sandwichbar.  Frisches Brot (oder gar Mohnbrötchen) zum Frühstück gibt es hier nicht, die Regale sind nicht gefüllt mit Konserven oder Spagetti , sondern mit div. Schnapsflaschen, Chips und in der Kühlung Bier, Coke und Consorten. Okay, Großeinkauf wollte ich sowieso nicht starten, schließlich habe ich das „Kochen“ ja eingestellt 😉  und so kühlen wir uns weiter runter bei wunderschöner Aussicht mit dem eiskalten Lokalbier „Club Colombia“ und fangen an, uns zu fragen, wo wir hier gelandet sind. Was läuft hier? Kolumbiens next Topmodel oder eine Bikini-Modenschau? Frank hat große Augen, ich auch 😉 – kann ich bitte noch mal 40 Jahre jünger sein? Nein? Na gut, dann möchte ich aber wenigstens den ein oder anderen Bikini mit den passenden Überwurfoberteilen dazu. Ich glaube, ich muss hier shoppen gehen! Kurze Zeit später stellen wir fest, nix Topmodel, nix Modenschau – es ist Wochenende und die knackigen Mädels verteilen sich auf den hier im Hafen liegenden größeren Motoryachten. Soso! (Wenn das nächstes Wochenende auch so ab geht, nehme ich den Fotoapparat mal mit)

Der Tag ist noch jung, wir laufen nach Santa Marta rein. Die Marina liegt direkt vor der Stadt und bis zum History Center mit all seinen Kneipen läuft man knapp 5 Minuten. Wir aber wollen einen Supermarkt finden und schlagen einen kleinen Bogen um das Touristencenter. Die Straßen sind hier sind leicht zu merken. Die senkrechten heißen „Calle“ , die waagerechten „Carrera“, jeweils immer von 1 bis…  Wir nehmen die Calle 22, queren Carrera 2,3 und 4 – finden dort einen Supermarkt, dessen Preise für Obst und Gemüse mein Herz höher schlagen lassen. Eine Carrera weiter fragen wir uns nun endgültig, wo wir gelandet sind?  Das hier hat verdammt viel Ähnlichkeit mit Asien. Wie wir später aus dem Reiseführer lernen, die Carrera 5 ist die Haupteinkaufsstraße. Kilometerlang reihen sich nicht nur Geschäfte, sondern davor auf den Bürgersteigen Verkaufsstände aneinander. Eine Lesebrille z.B. kauft man scheinbar nicht in einem Laden, die Auswahl am Bürgersteig ist riesig. Dort gibt es alles – Kleidung, Gürtel, CD´s, Speichermedien, Hüte,  Freßstände, Getränkewagen. So ist der Weg zwischen Geschäften und Ständen schmal, schmaler, am schmalsten. Zumal es ist Samstag,es ist brechend voll,  ein durchkommen ist kaum möglich. Auf der Straße selber versuchen Busse, Taxis und Motorräder vorwärts zu kommen.

Nach einer ½ Stunde brechen wir schweißtriefend ab und begeben uns zurück zur beschaulichen touristischen Carrera 1C am Strand. Die Obstsaft- und Freßstände probieren wir nächstes Mal erst durch.

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Ankunft in Santa Marta

Gegen 11.00 Uhr erreichen wir die Bucht von Santa Marta. Hier muss man sich über Funk bei „Port Control“ anmelden. Wie schon mal erwähnt, Funk in Englisch und dann noch mit Offiziellen gehört nicht zu meinen favorisierten Aufgaben. Aber mein Gegenüber spricht ein super klares deutliches Englisch. Abgefragt wird unser letzter Hafen, unsere Schiffs-Registriernummer, wie viele Personen an Bord sind und den Nachnamen des Captains muss ich buchstabieren.  Er heißt uns herzlich in Kolumbien willkommen und erleichtert über die erfolgreiche Kommunikation funke die Marina an. Unsere voraussichtliche Ankunft hatte ich denen schon durch vorherigen Mailkontakt mitgeteilt.  Aber der Typ am anderen Ende des Funkkanals wußte scheinbar von nix und so ging die Fragerei von vorne los. Wie lange wir bleiben wollen , wie groß unser Schiff ist, wie viele Personen usw. usw. – bis dahin klappte die Verständigung noch gut, anschließend kam nur noch Geknatter und Geratsche rüber. Wir wurden scheinbar verstanden, aber im Gegenzug wußten wir nicht, was nun Sache ist. Gefrustet bellte ich dann in den Funk, dass wir jetzt in die Marina einlaufen würden und die sollten sich was einfallen lassen (man bedenke mein Schlafdefizit – stimmt mich immer ein wenig grantelich 😉  ). Sie ließen sich was einfallen 🙂  , noch in der Einfahrt gab uns ein Marinero von Kai aus Anweisungen, wohin wir eindrehen sollten und weiter vorne standen dann auch 2 Dockjungs, die uns durch winken einweisten.  Diesmal war das künftige (französische) Nachbarboot auch besetzt und dessen Skipper half dabei, unser Schiff von Seinem wegzuhalten, so dass das rückwärts Anlegen diesmal ohne Schäden klappte (naja, und weil Frank es diesmal wieder souverän meisterte 🙂 ).

Normalerweise hätte ich mich jetzt erst mal für 2-3 Stunden in die Koje gelegt, aber wir wurden erst noch durch diverse Einreise- und Anmeldeformalitäten gefordert. In Kolumbien braucht man für die Einreise einen Agenten, den stellt  hier in Santa Marta jedoch die Marina kostenlos. (Nur eine Crusinggebühr in Höhe von 126 Dollar lässt sich nicht vermeiden).  Die meisten Papiere hatten wir vorab bereits ja per Mail geschickt und so waren viele Unterlagen schon ordentlich ausgefüllt und brauchten nur noch unterzeichnet werden.  Unsere Pässe wurden einbehalten und sobald wir diese gegen Abend zurück bekämen, dürften wir das Marinagelände dann auch verlassen. Der Offizielle vom „Custom“ wurde uns für Montag oder Dienstag angekündigt, er würde an Bord kommen. Zurück an Bord gibt es erst mal ein ordentliches spätes 14-Uhr-Frühstück. Kaum sind die Eier auf dem Tisch, steht dann doch schon plötzlich der Customoffizier und ein weiterer Offizieller (von welcher Behörde ist uns unklar) vor der Tür oder besser gesagt, vor dem Schiff. Gut, Eier wieder vom Tisch und beide Beamte füllen ihrerseits Formulare aus. Die Verständigung ist etwas holprig, die sprechen kaum Englisch und wir so gar kein Spanisch, aber ½ Stunde später können wir dann unsere Eier wieder hochholen und kalt genießen.  Durch die Beamten erfahren wir auch, dass heute „Independence Day“ – also Feiertag ist und deswegen der Strand neben der Marina auch so voll mit Einheimischen ist, deren Kinder lautstark sich im Wasser tummeln.

Kurze Zeit später dürfen wir unsere Pässe auch wieder im Marinabüro abholen und lassen unseren Nachholschlaf ausfallen! SANTA MARTA wartet auf uns 🙂 . Der erste Weg geht zum ATM und wir ziehen Hunderttausende Pesos. Kindheitserinnerungen an die italienischen Lire kommen hoch. Staunend laufen wir anschließend durch die kolumbianischen Massen an der Strandpromenade lang, versuchen die Preise für Bier, Cocktails und Essen mit unserem noch benebelten Hirn einzuordnen. Gar nicht so leicht, wenn man die Tausender in der Börse hat. Ich bin soooo müde, dass ich mich nicht für ein Lokal entscheiden kann und so landen wir entgegen unserer Gewohnheit in der 1. Reihe und da es inzwischen auch 18.30 Uhr ist, wird heut nicht mehr gekocht,. Egal, wir leisten uns „ein Essen“. Diese Speisekarte ist in Spanisch ohne englische Übersetzung (auf den französischen Antillen hat mich das noch furchtbar aufgerecht, hier nehme ich es als normal hin 😉 – noch immer ist Kolumbien kein typisches Touristenland und der Otto-Normal-Touri hier ist Kolumbianer) – nun, die Bedienung ist super freundlich und hilft uns bei der Auswahl mit diversen englischen Brocken. So steht kurze Zeit später vor Frank ein Reisgericht mit Huhn, einem Spiegelei, rundrum Pommes und Salat  und vor mir ein Teller mit einem riesengroßen Fischfilet mit Cocossoße, Reis, Maisfladen (glaube ich) und Salat auf dem Tisch. Dazu haben wir so an die 5 Bier und 1 riesengroßen frischen Mangosaft  (in DE nennt man das zur Zeit wohl „Smootie“) und zahlen umgerechnet, ihr werdet es kaum glauben, 60.000 Pesos – also ganze 18 Euro dafür. Wir rechnen noch ein paar mal nach, nein – es stimmt.

Wir sind im PARADIES gelandet 🙂  und ich glaube, das Kochen wird für die nächsten Tage erst mal eingestellt 😉

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Segeln vom Feinsten

Über 2 Wochen lang haben wir täglich die Wetterdaten für Kolumbien von unserem Anbieter „Wetterwelt“ abgerufen, um eine Einschätzung der zur Zeit herrschenden Wetterlage zu bekommen und um eventuell den richtigen Absprung zu treffen. Was ich vorher hier nicht kund getan habe, um die Heimatfront nicht zu beunruhigen, ist, dass das Seegebiet vor Kolumbien zu den 5 gefährlichsten Segelgebieten der Welt zählt.  Das beschäftigt natürlich nicht nur uns, sondern alle Segler, die diese Strecke segeln wollen. Und so hören wir Kommentare wie „Denkt dran, ihr müßt immer noch 5 Knoten dazu zählen zu den Windvorhersagen“ oder auch „da sind 3 m Welle angesagt, da wollt ihr wirklich raus?“ usw.  Wir wollen!  Nachdem wir wie gesagt die Wetterlage über 2 Wochen lang beobachtet haben, glauben wir, ein einigermaßen ruhiges Fenster (angesagt sind im Schnitt 22-25 Knoten, in Boen bis zu 35) zu erwischen. Gebucht haben wir also „ruhiges Segeln für Rentner“ und was haben wir bekommen?

RUHIGES WUNDERSCHÖNES RENTNERSEGELWETTER 🙂

Geht doch!!!!

Das war seit langem mal wieder ein herrlicher Törn, bei dem so absolut alles stimmte (und der Spaß auf mehr machte – vielleicht doch Kuba?) Natürlich waren wir am 1. Tag super nervös, aber das sind wir anfangs immer, bis wir uns eingewöhnt und wieder Vertrauen zur 2wishes gefasst haben. Und so rauschten wir bei 27-35 Knoten mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit von Bonaire über Nacht an Aruba vorbei. Bereits nach 2 Stunden wollte dieser Große schon mit uns kuscheln. Das war verdammt nah, aber bisher wussten diese Dickschiffe immer, was sie tun. Am nächsten Tag ließen bereits Wind und Welle nach, Wind und Welle kommen leicht schräg von hinten, das Segeln wurde immer angenehmer, keine Schräglage, kein Krach durch Wellenbrechen an der Bordwand, das Vorsegel steht ohne zu killen und noch immer machen wir 5 Knoten.  Die Angel ist draußen… ich wünsche mir einen schönen fetten Fang und außerdem mal wieder Delphine. Letztere müssen mich gehört haben, 1 Stunde später spielt eine ganze Herde/Schwarm/Schule? mit unserem Schiff. Wiedermal traumhaft schön!

Die Nacht ist ruhig, die Tanker halten ausreichend Abstand, beide finden wir ausreichend Schlaf während unserer Freiwache und können mit dem Tablet während der Wache nett und ruhig den ein oder anderen Film gucken. So fühlen wir uns am 3. Tag auch entspannt und ausgeruht. Sogar ein Duschbad an Deck ist drin.

Und wir sind nicht alleine! Die „unforgettable 3“ erscheint hinter uns und holt schnell auf. Die haben das Vorsegel ausgebaumt und sind dadurch schneller. Wir sind zu faul dazu. 5-6 Konten reichen uns. Wir haben über Funk kurz Kontakt, was mich wieder ordentlich fordert. Spontan englisch quatschen in ein Gerät hinein – nicht unbedingt mein Favorit. Wir wünschen uns jedenfalls gegenseitig einen weiterhin guten Tripp und wenn was sein sollte….

3 Stunden später!!!!!  Das kolumbianische Seegebiet zeigt uns den Stinkefinger!!! Kann entweder Gedanken lesen oder hat meine oben geschriebenen Zeilen heimlich mit gelesen.  Jedenfalls will es dieses „Rentnersegelwetter“ nicht auf sich sitzen lassen und schickt WELLEN!!! 2,20 m Wellen sind für das Gebiet hier angesagt, die Brecher, die da hinter uns auf uns zurollen, sind mindestens gefühlt 5 m hoch. Die, die uns genau von hinten treffen sind auch harmlos. Wie Atlantikwellen heben sie die 2wishes langsam hoch und lassen sie auch langsam wieder runter. Aber so jede 10 + 11 + 12 Welle trifft uns schräg von hinten, macht dadurch einen Höllenlärm und reißt das Schiff quasi rum. Der Autopilot verzweifelt und mir wird immer mulmiger. Frank ist ganz ruhig und hält alles für normal und easy. Ich denke jedoch immer an die bösen Geschichten über das Seegebiet hier und habe keine ruhige Minute mehr. Auch die Küche bleibt kalt. Bei 5 m – Wellen stell ich mich nicht nach unten und koch was Nettes. Ne, Ne!  Käm sowieso wahrscheinlich bei mir wieder hoch. Und so gehe ich um 7.30 Uhr in meine Freiwache und versuche zu schlafen. Von unten hören und fühlen sich die Wellen noch viel Schlimmer an und an Schlaf ist nicht zu denken. Ständig werde ich hin und her geworfen und genervt stehe ich gegen 23.00 Uhr todmüde wieder auf und schicke Frank in die Koje. Er hat mehr Glück, die Wellen beruhigen sich und er fällt in einen Tiefschlaf. Ich hingegen schlafe mit dem Kopf auf dem Salontisch im ½-Stunden-Rhythmus. Alle 30 Minuten jagt mein Handywecker mich hoch und ich werfe oben einen Blick in die Runde, ob ja auch kein Tanker nicht den Sicherheitsabstand hält.  Um 3.30 Uhr darf ich wieder schlafen gehen und endlich kann ich auch einschlafen. Für genau 1 ¾ Stunden *knatsch* – dann nämlich wecken mich wieder Wellen. Diesmal Schiffschaukelwellen. Der Wind ist eingeschlafen und die 2wishes eiert von rechts nach links und wieder zurück. Ich bin völlig genervt und übermüdet. Von meiner Euphorie der ersten 2 ½ Tage ist nichts mehr vorhanden. Um 6.30 schicke ich Frank wieder ins Bett, lasse das Frühstück erst mal ausfallen und koche nur einen Tee. Der ist schneller wieder draußen, als ich ihn trinken konnte. Prima, hatten wir auf der Fahrt ja noch nicht. Aber die Laune steigt, in den nächsten 3 Stunden sehe ich die kolumbianische Küste immer näher kommen

Ach ja,  einen Fisch haben wir natürlich wieder mal nicht gefangen. Keine Ahnung, wie andere das machen – wir geben es erstmal auf (für die nächsten 3 Monate 😉  )

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Die Zeichen stehen auf Abfahrt

Hin und Her haben wir überlegt seit gestern. Wetter, Wind und Welle sehen verhältnismäßig gut aus die nächsten Tage. Sollen wir morgen raus oder besser erst Mittwoch oder gar erst Ende der Woche. Nach reiflicher Überlegung fiel dann heute morgen die Entscheidung: Morgen geht es ab nach Kolumbien. So haben wir heute ausklariert, noch ein paar frische Lebensmittel an Bord geschafft und Frank nimmt gerade sein letztes schönes Bad in sauberem türkisfarbenden Wasser. Das Chili con Carne ist vorbereitet, das Dinghi an Deck verstaut… uns hält hier nix mehr.

Wir sind gespannt auf ein neues Land, auf einen neuen Kontinent und freuen uns darauf.

3-5 Tage werden wir unterwegs sein und wenn alles klappt, werden wir uns hier am nächsten Wochenende zurück melden.

 

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Washington Slagbaai National Park

Für den Besuch dieses Nationalparkes benötigt man ein Off-Road-Auto, denn die Straßen dort sind unbefestigt, bestehen aus Sand und Geröll und werden somit als „dirty roads“ bezeichnet. Nun ist es hier zusätzlich auch nicht einfach, einen Wagen n u r  für einen Tag zu leihen. Der normale Bonaireurlauber ist ja Taucher und mietet ein Auto ja gleich immer für den kompletten Aufenthalt. Mindestmietdauer 3 Tage inkl. Zuschlag für Mindermietzeit ist hier bei allen Vermietern Gang und Gebe. Wir haben Glück, es ist Nebensaison und wir finden eine Autovermietung, die bereit ist, uns für nur 1 Tag einen Wagen zu vermieten. Pech hatten wir allerdings bei unserem 1. Versuch vor 1 1/2 Wochen, da hatte es nämlich 3 Tage vorher heftig geregnet und der Autoverleiher sagte: NO! Für einen Tag heute nicht, denn die Straßen im Nationalpark sind nicht nur „dirty“ sondern wegen des Regens auch „matschig“. So wäre anschließend eine Generalwaschung nötig und dann würde sich der Mietpreis von nur 1 Tag nicht rechnen. Gut, verstehen wir und ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Der Nationalpark läuft ja nicht weg. Aber heute hat es dann endlich geklappt! Auf dem Weg zum Nationalpark fahren wir noch die Küstenstraße ab, die wir mit unserem Roller letztes Mal ausgelassen hatten. Und wieder stellen wir fest, landschaftlich ist Bonaire viel schöner aus Curacao.

Wir fahren vorbei am Gotomeer, welches eigentlich kein Meer ist, sondern ein Salzwasserflachgebiet, in dem pinkfarbende Flamingos ständig ihren Kopf unter Wasser halten auf der Suche nach Salzwasserkrebsen. Wir haben Bilder davon gemacht, leider aber aus zu großer Entfernung, so dass die Flamingos mehr wie ein Pixelfehler aussehen :mrgreen:

Kurze Zeit später erreichen wir den Nationalpark. Die dirty roads sind wieder abgetrocknet und so brettern wir über Sand und Geröll mit ca. 20 km/h, mehr ist kaum möglich, an manchen Stellen ist sogar nur 10 km/h erlaubt. Es gibt eine lange (gelbe) Route durch den Park, die so 2 1/2 Stunden dauern soll und eine kurze (grüne) Strecke für 1 1/2 Stunden. Wir entscheiden uns für die Kurze und so geht es 1 Stunde lang vorbei an Kakteen, Kakteen und noch mehr Kakteen 🙂 – es gibt kleine (quasi) Bodendecker, die meisten jedoch sehen mehr aus wie Bäume – riesig 🙂 . Unter anderem soll man Papageien hier sehen können, aber scheinbar hat es hier so was wie eine „Dorfflucht“ gegeben. Wir sehen nämlich kaum einen, in der Stadt jedoch fliegen sie ständig an einem vorbei. Vielleicht mögen die einfach keine Kakteen mehr 😉 .

Ein Highlight ist die wunderschöne „Slagbaai“ – übersetzt „Schlachtbucht“ – hier wurden früher die ansässigen Ziegen geschlachtet, gesalzen und nach Curacao verschifft. In dem damaligen Schlachthaus kann man heute übernachten, allerdings auf einfachen Pritschen im Gemeinschaftssaal. Für junge Leute bestimmt ein lustiges Urlaubserlebnis, wir ziehen unser Achterkajüte vor 😉 .

Und so erreichen wir nach 2 1/2 Stunden wieder den Ausgang und bekommen noch die 2. Halbzeit Kroatien gegen England mit. Um 16.00 Uhr fahren wir an einem Tauchshop vorbei und kaufen nach langen Überlegungen doch 2 neue Tauchflaschen. 2 Kg leichter, 15 cm kürzer und somit leichter für uns zu handhaben auf dem Schiff. Wir haben sogar das Glück, dass wir unsere Alten an Sandra und Andreas von der SY Pico verkaufen können. Auch die Zwei halten sich mehr unter als auf dem Wasser auf und sind froh über preiswerten Tauchflaschenzuwachs.

Aber noch ist der Tag nicht vorbei – wir haben ein Auto 🙂 und somit geht es noch ab zum Supermarkt, wo ich Angesichts der Tatsache, nix über staubige Straßen zurück schleppen zu müssen, regelrecht in einen Kaufrausch gerate. Alles was schwer ist wird eingeladen. Cola, Wasser, O-Saftkonzentrat, eine riesige ganze Wassermelone (mmmhhhmm), kiloweise Nudeln und Reis, Kartoffeln, ein/zwei Kisten Bier usw. usw.  – als ich endlich fertig bin, paßt in die kleine Off-Road-Karre nix mehr rein 😉 – zweimal müssen wir mit dem Dinghi hin und her fahren, um alles aufs Schiff zu bekommen. Um 19.00 Uhr haben wir fertig und jetzt brauchen wir erst mal wieder 2 – 3 Tage Urlaub 😉

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2 Tage tauchen vor Klein Bonaire

Mein zerrissenes Flossenband zwingt uns den Besuch in einem der örtlichen Tauchshops auf und siehe da, kurze Zeit später verlasse ich den Laden nicht nur mit einem neuen Band sondern auch mit einem neuen Tauch-Shorty in “ tatsächlich meiner Größe“ . Welch herrliche Erleichterung bei den nächsten Tauchgängen, einfach nur reinschlüpfen ohne aus der Puste zu kommen 😉 .

Nachdem wir die Dichtigkeit unserer Tauchflaschen bei einem weiteren recht uninteressanten Hausrifftauchgang überprüft hatten, machen wir uns einen Tag später auf nach Klein Bonaire. Diese kleine Insel liegt direkt gegenüber, ist eigentlich nur ein mit Gestrüpp bewachsenes Island und unbewohnt. (Anmerkung an Wissende: Und lange nicht so schön wie Klein Curacao) Hat aber diverse schöne Tauchplätze, die aufgrund der Lage aber eben auch nur mit dem Boot und nicht wie hier üblich mit dem Auto angefahren werden können. Der normale Urlauber muss dazu eine Tauchbasis aufsuchen, wir haben ja ein Boot 🙂 . Und so machen wir unser Dinghi an unserer Mooringboje fest , markieren diese somit als besetzt und los geht es mit der 2wishes rüber nach Klein Bonaire. Dort gibt es an vielen Stellen gelbe Tauchbojen, an denen man für 2 Stunden festmachen kann.

Im Hintergrund das gelbe Teil ist besagte Tauchboje – im Vordergrund, nun ja, kennt ihr 🙂

Es ist auch ein komplettes Tagesprogramm bis man so vor der kleinen Insel eine Mooring geschnappt  hat,  das komplette Tauch-Equipment anlegt hat, tauchen war, alles wieder runter vom Körper, Flaschen füllen, neuen Tauchplatz anfahren und alles wieder von vorn. Übernachten darf man an diesen Bojen nicht, heißt also, wieder zurück an unsere mit dem Dinghi als besetzt markierte Mooring. (Die von Guy erklärte Mooring-Schnapp/Wurf-Methode können wir hier in Bonaire aufgrund der Mooringart nicht ausprobieren, aber inzwischen habe ich durch die viele Übung das „Angeln“ perfektioniert und der Skipper hat „Aufstoppen“ gelernt 😉  )

Wir wollen wirklich nicht nörgeln, für Taucher, die noch nie in Ägypten, in Asien, auf den Philippinen oder gar in Sipadan vor Borneo getaucht sind, mag das hier ein Tauchparadies sein. Wir dagegen fragen uns bereits immer nach 15 Minuten: Und was gucken wir jetzt? An einem Tauchplatz hatten wir wirklich viele sehr schöne Korallen, was aber fehlt, ist Farbe!  Wir sind zu verwöhnt oder auch nur zu alt 😉 und müssen leider feststellen, dass unsere Tauchhochphase vorbei ist. Weitere Tauchgänge wird es für uns erst wieder auf den San Blas Inseln oder vor Providencia geben in der Hoffnung, dass die Unterwasserwelt dort bunter und vielfältiger ist.

Und morgen geht es endlich in den Nationalpark

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Rookworst

Wir stehen im Supermarkt und betrachten misstrauisch abgepackte Rookworst. Frei übersetzt verstehen wir das als „geräucherte Wurst“ . Stutzig macht uns, dass diese nicht mal in der Kühlung, sondern im normalen Regal liegt. Aber interessant machen diese Pakete, da diese Wurst abgebildet ist im blauen Paket auf Sauerkraut, im Roten auf Grünkohl !?

Was mag es sein? Mettwurst? Wir drücken auf der Wurst rum… nein, Mettwurst ist definitiv härter. Wir beschließen, kein Risiko einzugehen, schließlich haben die Erfahrungen der letzten 3 Jahre gelehrt, Wurst, egal ob als Aufschnitt, als Bockwurst oder Bratwurst – außerhalb Deutschland zu 95 % nicht genießbar.

Unsere Diskussion, ob oder ob nicht, bekommt eine Verkäuferin mit und spricht uns im einwandfreien Deutsch an. Diese Rookworst hatte tatsächlich keine Ähnlichkeit mit Mettwurst, sondern würde nach „Currywurst“ schmecken. NACH CURRYWURST ???? Wir sind total verblüfft! Und ernsthaft, wie sollen wir uns denn bitte Sauerkraut oder gar Grünkohl mit CURRYWURST vorstellen? Das möchten wir glaube ich gar nicht 😉 . ABER…. Da schlummert noch eine Dose „Straßburger Sauerkraut“ in der Bilge, mitgeschleppt seit 2015, die muss auch mal weg!  Und so starten wir den Versuch:

Rookworst alias Currywurst an Sauerkraut mit Kartoffelbrei:

Ihr fragt euch wahrscheinlich, wie man ein solch derbes Gericht bei 30 ° verputzen kann, was? Kann man !!!!  Ist eine willkommene Abwechslung nach der täglichen mediterranen leichten Küche, muss ich aber nicht wöchentlich haben.

Nun, nach Currywurst schmeckte diese Rookworst natürlich bzw. Gott sei Dank nicht, aber als Alternative zu schlabbrigen geschmacklosen Bockwürstchen war sie okay und kann man nochmal kaufen.

 

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