Ab nach Trinidad

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge geht es morgen ab nach Trinidad. Nur ungern trennen wir uns von Grenada, aber die Vorfreude auf die Heimat wiegt die Trauer auf. Mit regnerischem Wetter ist leider auch noch zu rechnen, aber wir können nicht warten, denn für Freitag 9.00 Uhr ist bereits der Houl-Out-Termin für die 2wishes vereinbart und man will ja nicht auf dem letzten Drücker ankommen.

Samstag haben wir uns noch einen Urlaubstag gegönnt (nicht lachen oder hämisch grinsen, ja!). Wir sind zum Grand Anse Beach, haben uns dort eine Liege mit Getränkeservice geleast und das ein oder andere wunderschöne Bad im Meer genossen. Der Nachteil des Marinalebens ist nämlich, dass man mal eben nicht  eine Runde ums Boot im klaren, türkisem Wasser schwimmen kann, da nicht vorhanden *grummel*.

 

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Ruhetag! So´n Quatsch…

Ich hab das Klo verstopft!!!!! Es tut mir leid, ich hab´s echt nicht mit Absicht gemacht, sondern habe in geistiger Umnachtung ein Zewa Weg und Wisch in der Toilette entsorgt. Böse Falle! Zewa´s sind klasse, eignen sich an Bord für alles Mögliche, z.B. auch als Serviette und so. Nur ins Pumpklo sollte man sie nicht werfen, die Dinger sind ja quasi wasserdicht, verknubbeln sich zu einem dicken Ball und nix geht mehr!

Frank war so lieb und hat mich nicht mit todbringenden Blicken bedacht, sondern sich ohne murren ans (Tages-)Werk gemacht. Von außen im Abfluß gestochert, von innen ebenso. Sämtliche Leitungen abgeschraubt und gesäubert. Nach 3 Stunden lief noch immer nix ab und das Zewa war noch nicht gefunden. Dann hat Frank auch noch das 2-Wege-Ventil demontiert, auseinander genommen und siehe da, da steckte der Übeltäter. Die Schrauben, mit der der Deckel am 2-Wege-Ventil montiert war, lagen später nach der Säuberung auch noch brav auf dem Tisch. Aber wo war der Deckel? Gesucht, gesucht und nicht gefunden! Und irgendwann war klar, der Deckel muss in dem kleinen mit zwischenzeitlich braunem und dreckigem Wasser gefülltem Eimer gewesen sein , den ich zwischendurch mal über Bord geleert und mit frischem Wasser aufgefüllt hatte.  Wir schenken uns sämtliche Schuldzuweisungen und sind einfach nur noch gefrustet. Gott sei Dank kann Frank aber das WC auch ohne dieses Ventil wieder einsatzbereit machen und am nächsten Tag stellen wir fest, dass wir das gleiche Ventil auch noch in DE beim SVB bestellen können. Ende gut, alles gut – aber 100 Euro ärmer!

Nachsatz: Die Sache mit den Beine hochlegen hat natürlich so auch nicht geklappt ;-), man hat als Langfahrtsegler eben einfach k e i n e  Z e i t 😉

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Grand Anse

10.30 Uhr hat Frank seinen Arzttermin, also wieder nix mit Beine hochlegen 🙂 So langsam fühle ich mich echt gestreßt.

Frank wird größenmäßig vermessen, man prüft seinen Blutzucker sowie seinen Blutdruck, Fieber hat er auch keins. Dann muß er auf die Waage und verläßt diese im Schockzustand. Kaum hat er wieder Luft geholt, ist natürlich die Waage kaputt. Ganz klar! 😉

Diagnose: Dermatitis! Nun gut, was haben wir denn auch erwartet? Mit einem Rezept für Creme, 2 verschiedene Tabletten und einem weiteren Termin machen wir uns auf zu den in der Nähe liegenden Apotheken. Nach der 3. haben wir endlich alles zusammen und könnten das Thema „Beine hochlegen“ mal wieder angehen. Aber der endlos lange Strand, an dem wir uns eh grad aufhalten, lockt mit einem Bad im Meer (können wir ja grad schlecht hier in der Marina). Nach einem leckeren Lunch und einem Frozen Mojito geht es dann aber nach Hause 😉 und morgen ist Sonntag!!! RUHETAG!!

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Es reißt nicht ab…

Eigentlich soll ich mich ja schonen… heißt also, nach dem Frühstück Beine hoch und Buch in die Hand 🙂 . Ich komm nur einfach nicht dazu!

Franks Haut kämpft ja schon seit St. Maarten mit, tja, mit was eigentlich? Mit der Hitze, mit der Sonne, mit dem Salzwasser oder mit wer weiß was! Heute jedoch stand er auf und sah aus wie ein rotgepunkteter Streuselkuchen. An diesen Anblick könnte man sich zur Not gewöhnen, wäre da nicht dieser unglaubliche Juckreiz. Also schnell mal nach einem Dermatologen hier auf Grenada im Netz recherchiert, einen gefunden und auch in etwa seinen Einsatzort. Ab in den Sammelbus und Richtung Grand Anse. In der dortigen Apotheke fragen wir, ob der Arzt bekannt ist und ob man uns sagen kann, wo genau wir ihn finden. Ein kurzes Telefonat der Apothekerin klärt seinen genauen Einsatzort, jedoch auch, dass dieser nur Montags und Mittwochs praktiziert. Klasse, wir haben Freitag! So lange können wir nicht warten und sie beschreibt uns den Weg zu eine anderen Arzt. Nach 10 Minuten bergauf (äh… ich soll mich schonen, ja) erreichen wir die Praxis für Allgemeinmedizin. Inzwischen ist es aber Freitag Mittag 13.00 Uhr und Frau Doktor fast auf dem Weg nach Hause, so dass wir nur noch einen Termin für den folgenden Tag erhalten. Da wir aber gerade in der Nähe eines Baumarktes und zwei noch nicht erkundeten Supermärkten sind, zieht sich die Sache mit dem „Beine hochlegen“ noch etwas hin (so etwa bis zur Sundownerzeit *schnauf*).

Es regnet übrigens immer noch

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Calaloo

Calaloo hatte ich ja im Krankenhaus kennen gelernt und Mrs. Felix hatte mir ja die einfache Zubereitung erklärt. Und tatsächlich… im Supermarkt liegt das Zeugs rum, hatte ich bisher glatt übersehen. Es gibt es zu kaufen gebündelt als lange grüne Blätter mit Stiehl oder gleich schon in der richtige Größe vorgehackt. Ich bin faul, daher fiel die Entscheidung natürlich auf vorgehackt 🙂

DSC01318In Olivenöl wird gehackter Knoblauch sowie Zwiebeln angedünstet, dann die gehackten Blätter sowie eine kleine gehackte Peperoni zugefügt, kurz angedünstet und mit ganz wenig Wasser aufgefüllt. Gewürzt mit Salz, Pfeffer und Kurkuma. Fertig in 5 Minuten (ganz nach meinem Geschmack) !!! Statt des Blubs im deutschen Spinat kommt am Ende der Kochzeit noch ein Schuß Kokosnussmilch hinzu.

Jetzt noch schnell den für 3 Euro (einfach unglaublich der Preis 🙂 ) gekauften frischen Tunfisch braten  und voila:  Gebratener Tunfisch an Calaloogemüse, Pak Choi und Knoblauchspagetti

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Seh ich neidische Blicke???

Lecker war´s! Und mein Calaloo hat mir sogar noch besser geschmeckt als das im  Krankenhaus und es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich das zubereite.

Und meine Brotbackerfolge werden auch immer besser 🙂DSC01325Gut, sieht immer noch anders aus und schmeckt auch anders als vom deutschen Bäcker, aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie man hechelnd davor steht, wenn es frisch aus dem Ofen kommt und man genau weiß, morgen Früh gibt es endlich mal keinen Toast oder anders weißes Pappbrot 🙂 🙂 🙂

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Wir haben nunmal keinen guten Lauf dieses Jahr

Kaum hatte ich im letzten Blog diese Wörter geschrieben „oder es geht mal wieder was kaputt“ und anschließend hoch geladen, da höre ich von Frank ein oh,oh,oh…. ich mag keine oh, oh, oh´s von Frank… gefolgt von einem lautstarken „Scheiße“. Das in Kombination, dass er dabei am Geräteträger steht, läßt wirklich nichts Gutes vermuten. Und richtig: An einer der wichtigsten Stellen im Knick ist die Schweißnaht komplett weg und somit der gesamte Träger instabil. Gut, das kann man neu schweißen (lassen), dumm ist nur, dass dort an dieser Stelle sämtliche Kabel für die Solarplatten, den Windgenerator sowie sämtliche Antennen durchgehen. Und wir glauben nicht, dass die die Schweißerei unbeschadet überstehen werden. Heißt also, alle Kabel entfernen und anschließend neu einziehen. Hört sich nicht schlimm an, ist allerdings eine Katastrophe, da es eine Schweinearbeit war bzw. sein wird und unseren Aufenthalt auf Trinidad zwangsweise verlängern wird.

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Regen, Regen, Regen u n d

Unglaublich, was da seit Wochen vom Himmel kommt! Wenn wir nicht schon die letzte Saison hier in der Karibik verbracht hätten, dann würden wir das alles für normal halten. So aber…. Nein, letztes Jahr hat es 1 oder 2 x im Monat geregnet, zur Zeit ist es so, dass es 1 oder 2 x im Monat n i c h t regnet. Bestätigt wurde mir das gerade auch noch von einer einheimischen Krankenschwester, mit der ich ein nettes ausführliches Gespräch führte. Aber ups… was ist mir denn da raus gerutscht?

Nun, ihr habt ja lange keinen neuen Blogeintrag mehr vorgefunden. Was soll ich auch immer schreiben über traumhafte Buchten und Sonnenuntergänge, interessante Regenwaldspaziergänge, glasklares Wasser und die ev. ein oder andere Reparatur am Schiff? Da musste also mal was Neues her und so habe ich dann letzte Woche einen Selbstversuch gestartet. (ALLES FÜR DEN BLOG 🙂 )

Das hiesige Krankenhaus liegt traumhaft am Hang auf einem Berg mit Blick über die Ankerbucht, die Marina sowie dem Jachthafen. Beim Näherkommen sieht man aber dann doch, dass am Haus der Zahn der Zeit genagt hat. Und so griffen wir auch freudig zu, als man mir ein bezahlbares Privatzimmer anbot. Ganz so mutig war ich dann doch nicht bei der Vorstellung, einige Tage in einem Mehrbettzimmer (ev. mit 4-8 weiteren Patienten) verbringen zu müssen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereute, nachdem ich mein Einzelzimmer in Augenschein genommen hatte. Kaputte Fliesen, defekte Deckenplatten und ein verrostetes Eisenbett, das aus dem 1. Weltkrieg hätte stammen können *lach* Nun, Salzwasser lässt nun mal alles rosten und ich hoffte, dass zumindest die Handkurbel zum Verstellen des Kopfteils noch ein paar Tage durch hielt. Die Armlehne vom Besucherstuhl war übrigens mit Verbandsmaterial befestigt worden 😉 . Dafür bekam ich aber einen neuen Duschvorhang und Badematten. Und Meerblick hatte ich auch 🙂 .

Das alles waren aber nebensächliche Äußerlichkeiten. Jede einzelne der vielen Schwestern, die ich in den folgenden 5 Tagen kennenlernte, war unglaublich freundlich und lieb. Die Privatstation ist immer mit 3 Schwestern besetzt, bei Schichtwechsel kommen alle 6 ins Zimmer, die einen sagen „Hallo“, die anderen verabschieden sich. Anfangs habe ich versucht, mir die einzelnen Namen einzuprägen, konnte mir aber nur die Namen der ersten Schichten merken. Einige der Schwestern konnte ich auch gut verstehe, bei einigen ahnte ich nur, was sie sagten und bei manchen war jedweder Versuch der Verständigung hoffnungslos op des merkwürdigen Dialektes. Aber alle gaben sich viel Mühe, damit ich mich wohl und sicher fühlte.

So hatte ich dann auch reichlich Gelegenheit, mal die echte heimische Küche zu kosten. Gut, das Frühstück war gewohnheitsbedürftig. Unsere Frühstückskultur ist denen hier ja völlig fremd. So gab es außer nach Knoblauch schmeckenden Rühreiern dann auch mal Chicken Wings oder Tunfischsalat zu früher Stunde. Vor den Mahlzeiten kam immer eine nette junge Dame (Mrs. Felix – hab ich mir auch noch merken können 😉 ) , die verkündete, was es gleich zum Essen gab und Spaß daran hatte, mir die einzelnen Zutaten bzw. auch die Zubereitung zu erklären. Z.B. Calaloo, ein einheimisches Gemüse, ähnlich wie Spinat, vielleicht ein bisschen bitterer, aber lecker. Werde ich die Tage mal selber zubereiten. Und so kam ich daher nun auch mal in den Genuss, Saltfish zu testen. Wenn man Saltfish (der getrocknet und vor der Zubereitung wieder gewässert wird) im Supermarkt liegen sieht bzw. auch riecht, da vergeht einem doch die Lust, den mal zu probieren. Mrs. Felix strahlte daher übers ganze Gesicht, als die feststellte, dass ich meinen Saltfischsalat trotz vorher gekräuselter Nase ganz aufgegessen hatte. Sooo schlecht hat er auch wirklich nicht geschmeckt, aber nachkochen werde ich das nicht!!

Seit Samstag bin ich wieder zu Hause, heißt zurück auf dem Schiff. Wir haben hier im Yachtclub einen günstigen Monatsliegepreis bekommen, so dass wir bis zu unserer Abfahrt nach Trinidad weiter am Steg und nicht vor Anker liegen werden. Macht manches einfacher im Moment, aber dieses Reihenhausfeeling und das der Nachbar einem auf den Teller schauen kann…. Frank ist glücklich, dass er mit einem Schritt auf Land ist und ich freu mich eben auf spätere Ankerliegerzeiten. Da ich die nächsten Wochen noch im Schongang leben muss, wird es auch in nächster Zukunft keine spannenden interessanten Blogeinträge geben. Sorry dafür! Außer vielleicht, es kommt mal wieder so ein Tropical Storm um die Ecke,oder es geht mal wieder was kaputt *grummel*

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Der 1. Tropical Storm

Seit Wochen unkt Frank schon, dass das das Jahr der Hurrikans und Stürme wird, abgeleitet davon, dass wir seit über einen halben Jahr ständig viel Wind haben. Vor allen Dingen auf Ankerplätzen, wenn man unterwegs war, dann machte der Wind oft eine Pause 😉 .

Wer sich wie wir am Anfang und während der Hurrikanzeit hier in der Gegend Grenada sowie Trinidad/Tobago aufhält, sollte täglich überprüfen, ob sich von irgendwo ein „x“ nähert. Damit fängt nämlich alles immer an auf der Internetseite für die Hurrikanwarnungen. Und so sahen wir vor ein paar Tagen bereits ein gelbes „x“ vor der Küste von Südamerika, am nächsten Tag war es bereits orange, was soviel bedeutet wie: die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Sturm aus diesem Tief entwickelt, ist hoch.  Noch war aber für uns nicht klar, welche Richtung er einschlagen würde und so richtig Sorgen machten wir uns noch nicht.  Und so sitzen wir letzten Samstag noch ganz entspannt in einer Localbar in Carricacou, als uns der Skipper eines Charterschiffes anspricht. Im Gesprächsverlauf lassen wir verlauten, dass wir gerade beratschlagen, ob wir Sonntag oder Montag  nach Grenada segeln werden. Oh, oh, oh…. Der Skipper sowie der bekiffte Wirt raten uns eindringlich davon ab, am Montag irgendwo hin zu segeln, denn spätestens Montagabend würde  der Tropical Storm mit 50 Knoten Wind auf Trinidad, Grenada sowie auch auf Carricacou treffen. Gleichzeitig trifft eine Mail von Birte (SY Tanamera) ein, die irgendwo an Amerikas Ostküste im Trockenen sitzt und uns den Wetterbericht  von Chris Parker (wohl ein Wetterexperte) schickt, der für unsere Gegend auch nichts Positives hervor sagt.  Wir 4 beratschlagen, was am Besten zu tun ist. In Carricacou vor Anker bleiben und 50 m Kette (mehr haben wir nicht) raus lassen wäre eine Möglichkeit, da die Bucht wohl recht geschützt ist.  Vor Anker vor St. George in Grenada den Sturm erwarten, davon wird uns dringend abgeraten – zu ungeschützt.  Oder besser in eine Marina gehen und alles gut vertäuen. Wir Hasenfüße treffen recht schnell die Entscheidung. 25-30 Knoten Wind vor Anker sind schon kein Spaß, 50 Knoten möchten Hasenfüße so eigentlich nicht erleben und so laufen wir Sonntagmorgen Richtung Grenada aus. Bereits kurz vor Ankunft und beim Ankern treffen uns heftige Boen und Starkregen. Igittigitt!!!  Der Ankergrund besteht aus recht hartem Korallensand und Steinen, heißt,  der Anker hält nicht besonders gut. 50 Knoten wird er auf keinen Fall aushalten. Wir holen uns für 8 US-Dollar für 24 Stunden Internet an Bord und prüfen schnell mal dieses blöde inzwischen knallrote „x“, das so langsam auf uns zukommt und jetzt definitiv ein „Tropical Storm“ ist.  Unruhig machen wir uns 2 Stunden später auf und schauen uns die örtliche Port Louis Marina an, die letztes Jahr um diese Zeit recht leer war. Nun, dieses Jahr ist sie es nicht und obwohl Sonntag ist, ist das Marinabüro noch offen und schnell fragen wir nach einem Liegeplatz. Man beratschlagt, zählt auf irgendwelchen Listen was zusammen, beratschlagt nochmal und zu unserem Entsetzen bekommen wir eine negative Antwort. Angeblich gäbe es aufgrund des Sturms für den nächsten Tag 12 Reservierungen und damit könnte man uns keinen Platz mehr anbieten.(Angeblich schreibe ich, weil ich am nächsten Tag keine Schiffe gesehen habe, die die Marina angelaufen haben – ob denen unsere 38 Fuß zu mickrig waren oder wir zu abgewrackt aussahen?)  Wir sind geschockt, damit haben wir nicht gerechnet. Gut, gegenüber liegt der kleine Yachtclub, indem wir letztes Jahr schon ein paar Tage waren, aber wenn die riesige Marina voll ist, dann werden die bestimmt auch nix mehr frei haben. Überprüfen können wir das nicht, denn dort ist bereits alles zu. An Bord beratschlagen wir, am nächsten Morgen gleich um 8.00 Uhr dort auf der Matte zu stehen und anschließend eventuell sofort in die 7 Seemeilen entfernte Prickly Bay zu gehen, die geschützter liegt.  Also doch mit  50 m Kette bei  50 Knoten am Anker hängen. Uns ist schlecht und nervlich sind wir ziemlich fertig. So ist auch nachts kein Tiefschlaf drin und ziemlich unausgeruht stehen wir am nächsten Morgen kurz vor acht vor dem Office des Yachtclubs. Wenn ihr Zuhause gegen Mittag einen dicken Knall gehört habt, dann war das der Felsbrocken, der von unserem Herzen fiel, als wir um 8.01 Uhr einen Liegeplatz bestätigt bekommen haben. Damit hatten wir wirklich kaum noch gerechnet. Um 9.00 Uhr lagen wir dann bereits am Steg und begannen mit den Sturmvorbereitungen, die die meisten anderen Schiffe dort schon erledigt hatten. Die  2wishes wurde mit 2 bis 3 x so vielen Leinen befestigt wie normaler Weise, wir erwägten sogar noch den Kauf einer weiteren Festmacherleine, aber der Bootsausstatter Island Water World war diesbezüglich „ausverkauft“ 😉 . Wir checken noch mal den Verlauf des Sturms, noch ist es absolut windstill, um 17.00 Uhr soll es leicht los gehen und so richtig krachen soll es dann ab 2.00 Uhr nachts.  Gegen 16.00 Uhr wollen wir in der Bar des Yachtclubs schnell noch ein Bierchen trinken und ev. was essen, aber dort sind alle Stühle und Tische weggeräumt. Sogar die große lange Theke ist leergefegt. Nix geht mehr hier, alles wartet auf den großen Sturm. Wir sind noch recht fertig und müde wegen der unruhigen Nacht davor und somit bereits um 20.30 Uhr in der Koje, damit wir wenigstens noch etwas Schlaf abgekommen, bevor es so richtig los geht. Gegen Morgen erwachen wir aus einem Tiefschlaf und fragen uns, wo den der Sturm geblieben ist. Regnen tut es, mal wenig, mal viel, aber durchgehend seit gestern Abend 20.00 Uhr und so müssen die Fenster geschlossen bleiben. Von Wind kann überhaupt keine Rede sein, es ist richtig windstill. Wir frühstücken erst mal und tappern dann durch den Regen zum Yachtclub (Tische und Stühle stehen wieder an ihrem gewohnten Platz), um per Internet festzustellen, wo denn der Sturm bleibt. Klammheimlich hat er sich doch heute Nacht an uns vorbei geschlichen und ist nun auf dem Weg Richtung Curacao, wird aber dort auch wohl oberhalb vorbei gehen. Die ganze Aufregung umsonst 🙂 , geblieben ist nur der Regen und der soll uns auch noch bis heute Nacht erhalten bleiben. Aber so genießen wir dann jetzt eben für ein paar Tage Marinaleben mit ausreichend Energie, Frischwasser on mass und einer Waschmaschine 🙂

Also nochmal Schwein gehabt….  Nur wenn das jetzt am Anfang der Hurrikansaison schon so los geht, dann…. ???????

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Carriacou – Tyrrel Bay

Unser letzter Stopp, bevor wir die restlichen 30 Seemeilen nach Grenada hinter uns bringen. Die Tyrrel Bay ist groß, recht geschützt und voll mit vor Anker liegenden Schiffen. Viele davon aber unbewohnt und so kommt schell das Gefühl der Leblosigkeit auf. Wie auch bereits im letzten Jahr fragen wir uns, was wir hier machen und vor allen Dingen, was all die anderen Schiffe hier machen. Somit hatte diese Bay ihre 2. Chance, eine 3. wird sie nicht bekommen.

Wir nutzen den Tag, um endlich mal wieder in Ruhe den Blog zu füttern und Mails zu beantworten. Morgen geht es nach Grenada

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Sandy Island mit Mooringkino

Völlig egal, wie die Wetter- und Windbedingungen sind. In allen Bereichen unseres Schiffes herrscht Chaos und unsere Nerven liegen etwas blank. Und so steuern wir die schräg gegenüber liegende Insel „Sandy Island“ doch an. Dort darf man nicht ankern, sondern muss sich eine Mooringboje schnappen. Nach unseren letzten Ankererfahrungen kommt uns das nur recht und egal, was das Ding kostet, wir haben es uns verdient.  Moorings zu angeln, ist aber nicht einfach. Meist steht der Skipper am Ruder und versucht, den Mooringball passgenau anzusteuern, obwohl er ihn meist zuletzt gar nicht mehr sieht. Vorne am Bug steht das niedere Crewmitglied, in einer Hand einen Bootshaken, der als verlängerter Arm gilt, in der anderen Hand das Ende einer Leine, die durch die Öse am Mooringball oder an der Mooringleine gefädelt werden muss. Aber erst mal muss man, wie in diesen Fall, mit dem Bootshaken die Leine angeln und an Bord hochziehen. Der Skipper muss gleichzeitig das Gas wegnehmen, damit man nicht vorbei rauscht. Wenn man dann die Mooringleine geangelt hat, stellt man fest, dass man blöderweise nur 2 Hände hat. Definitiv zu wenig, daher fliegt in dem Moment meistens der Bootshaken gedankenlos auf das Deck, damit man rasch die Festmacherleine einfädeln und an der Klampe festmachen kann. Das führt zu erbosten Ausrufen von Seiten des Skippers, der Angst hat, demnächst wieder einen neuen Bootshaken kaufen zu müssen, weil dieser über Bord gegangen ist.  Dem niederen Crewmitglied ist das gerade schei..egal, es ist stolz und glücklich, alles erfolgreich erledigt zu haben.

Wir beseitigen das Chaos auf und unter Deck und genießen anschließend entspannt und erschöpft die herrliche Aussicht. Dann beginnt das Mooringkino. Hafen- und Ankerkino haben wir ja des Öfteren, heute mal was Neues. Nacheinander im 5 Minutenrhythmus kommen 5 weitere Schiffe rein und wir genießen deren Manöver. Fast überall das gleiche Bild, er am Ruder, sie steht vorne mit dem Bootshaken. Klappt es beim 1 x oder wer braucht einen 2. Anlauf. Und überall seh ich irgendwann den Bootshaken an Deck fliegen 😉 😉 😉  Nur ein Skipper traut seinem niederen Crewmitglied nicht zu, die Mooringleine zu schnappen, sondern überläßt ihr das Ruder. Aber auch dafür sind ihre Erfahrungen nicht gut genug, denn entweder ist sie zu weit weg oder stoppt zu früh auf. Er hingegen rennt vor und zurück, dreht eine neue Runde um die Boje und das Spiel fängt von vorne an. Erst beim 4 x klappts. Dank an alle 5 Boote für eine halbe Stunde interessante Abwechslung!

Zu Sandy Island: eigentlich nur ein Sandfleck im Wasser mit Palmen drauf. Traumhaft schön! Und natürlich Naturschutzgebiet. Dementsprechend lohnt sich auch das Schnorcheln, kurz vor dem Ufer gibt es riesige Fischschwärme mit winzig kleinen Fischen in verschiedenen Größen.  Aber seht selber:

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