Lockdown Tag 40

Es fällt mir schwer, in diesen Zeiten von Corona Blogeinträge zu verfassen. Erstens ist die Gefahr, ins Jammern oder Knatschen zu verfallen, sehr groß. Und dabei geht es uns im Verhältnis zu den Menschen in Europa bzw. Seglern in anderen Ländern sehr sehr gut. Zweitens passiert zur Zeit bei uns auch nichts, worueber man berichten könnte. Das führt ebenso dazu, dass wir immer träger werden und ich mich nicht mehr aufraffen kann, hier was nettes zu hinterlassen.

Weiterhin besteht hier eine komplette Ausgangssperre, das heißt, wir Frauen duerfen 3 x die Woche fuer 1-2 Stunden an Land zum Einkaufen, die Männer nur 2x. Denen hat man nämlich seit Ostern den Samstags-Einkaufstag gestrichen und zusammen mit dem Sonntag als „Zu-HAUSE-BLEIB-TAG“ erklärt. Die Versorgungslage in Bocas Town ist weiterhin sehr gut. Es gibt an die 8-10 Supermärkte diverser Größen, alle in chinesischer Hand. Jedoch alle anderen Läden, egal ob Baumärkte, Boutiquen, Handyläden, Friseure, sind weiterhin geschlossen und bis jetzt ist nicht absehbar, wann diese wieder öffnen duerfen. Natuerlich sind auch alle Restaurants und Bars weiterhin geschlossen. In Bocas Town gibt es auch einen kleinen Park. Die Betonung liegt auf „klein“, er ist weiß Gott nicht annähernd mit unseren Parks zu vergleichen. Unter schattigen Bäumen steht ein Pavillion und div. Steinbänke. Kreuz und Quer fuehren Wege durch den Park zur nächsten Parallelstraße, die nach 30 Sekunden erreicht werden könnte. Spazierengehen kann man hier also nicht und erst recht nicht joggen. Aber damit der ungelehrige Panamaer nicht auf die Idee kommt, sich etwa auf einer dieser Parkbänken zwecks kurzer Pause niederzulassen, ist dieser komplett mit Absperrbändern abgesperrt.

Selbstverständlich verfolgen auch wir täglich die Infektionszahlen in Panama und fuehlen uns gerade im Außendistrikt Bocas sehr sicher, da hier auf den vorgelagerten Inseln bisher nicht ein Coronafall bestätigt wurde. Anders sieht es auf dem Festland Bocas aus. Wochenlang wurden dort auch nur 13 Fälle gemeldet, was wiederrum das Sicherheitsgefuehl bestärkt. Dumm nur, dass gerade in der letzten Woche ein starker Anstieg gemeldet wurde, sind es nämlich inzwischen schon 44 Fälle. Etwas, was ich mir bei diesen starken Ausgangsbeschränkungen ueberhaupt nicht erklären kann und baldige Lockerungsmaßnahmen arg in Frage stellt.

Keine Fotobeschreibung verfügbar.
Zahlen der bestätigen Fälle in ganz Panama vom 7. Mai

Nun, was machen wir also den ganzen Tag bzw. die ganzen Wochen? Ich wuerd mal sagen, nix! Bzw. nicht viel 😉 und je länger wir nix tun, desto träger werden wir. Wir fruehstuecken lange und muessen uns dann schon sputen, da wir ja nur von 11-1 einkaufen duerfen. Anschließend ist der halbe Tag ja quasi schon rum. Den restlichen Tag versuchen wir heraus zu finden, warum nach dem Regen unser Kuechenschrank unter Wasser steht, oder wir putzen irgendwas (was jetzt nicht zu meinen Favoriten zählt) oder wir lesen, lesen, lesen. Lesen so viel, dass uns manchmal die Ideen ausgehen, was wir noch alles lesen könnten. ca. 2 x die Woche gibt es das kleine Highlight des „Sundowners“ mit österreichischer Gesellschaft. Gitty und Fritz von der TIFRIKAT sind Bocasexperten, da sie bereits mehrere Saisons hier verbracht haben. Fuer uns waren sie ueberaus hilfreich und haben uns von Anfang an hier mit Rat und Tat beiseite gestanden, sei es mit Kontakten zu z.B. Alex, der unseren Dinghimotor fuer winzige Dollars repariert hat. Oder fuer Besorgung von Cerveza unter der Hand (Panama ist nämlich das einzige mittelamerikanische Land, dass gleichzeitig mit der Ausgangssperre auch ein Verbot von Alkoholverkauf ausgesprochen hat). Oder um z.B. eine Internetflatrat fuer einen Monat ueber ihren Account per Internet zu buchen, denn, natuerlich ist auch der „Movistar-Shop“ geschlossen.

So freuen wir uns sehr ueber diese nette Bekanntschaft und hoffen, dass wir zusammen irgendwann (hoffentlich in naher Zukunft) auch mal wieder den ein oder anderen Restaurant/Bar-Besuch erleben duerfen.

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Im Reparaturmodus

Was soll’s .. schließlich war schon lange nix mehr kaputt… Hahaha!

Jedenfalls entschied unsere elektr. Ankerwinsch bereits beim Anker heben vor Portobelo, den Dienst einfach einzustellen. 20 m Kette wurden noch hoch gezogen, dann hätte sie keine Lust mehr mitzumachen und Franks Muskeln kamen zum Einsatz.  Eine kurze Überlegung zurück nach Puerto Linton zwecks Reparatur zu gehen würde schnell verworfen. Das ankern vor Escudo de Veraguas in weissem Sand sollte auch so gehen und vor Bocas… nun, 2-3 Ankerversuche würde die Muskelkraft des Skippers an seine Grenzen bringen, aber auch da hatten wir ja Glück, der Anker hielt gleich beim ersten Mal 😃.

Nach unsere Einkaufsorgie startet dann die Reparatur. Vor nicht mal einem halben Jahr hatten wir hier vor Bocas  ja das gleiche Problem, damals wurden die Kohlen in dem Winschenmotor erneuert. Und jetzt nachdem wir fast nur in der Marina gelegen haben statt zu ankern, jetzt ist das Teil schon wieder kaputt? Wir sind nicht amused 😠 und so checkt Frank auch erstmal die Elektronik, hervor er anfängt, den Motor auszubauen. Das dauert schon Mal einen ganzen Tag, immer begleitet von dem ständigen Gemurmel „ich versteh das nicht.. “  Gegen Ende des Tages jedoch hält mir der Skipper glücklich guckend ein Stück völlig durch geschmorrtes Kabel hin, welches sich in der Tiefe der Bagskiste versteckt hätte. Wir überbrücken mit einem Provisorium und die Ankerwinsch funktioniert.  MEIN HELD 😀

Die Erneuerung dieses ca. 60cm langen Kabelstücks kostet jedoch 3 weitere Tage Arbeit. Unglaublich oder? Die Arbeitsbedingungen sind erschwert, so eine Bagskiste ist nun Mal nicht groß, und egal wie  der 1,80 große und ?Kilo schwere Skipper sich auch windet, er passt einfach nicht rein. Bzw. hätte ich auch Angst, ihn anschließend nicht  wieder raus zu bekommen 🙄

 

 

 

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Escudo de Veraguas

Es hätte ein traumhafter Segeltag werden können….

Der Wind kam in  der richtigen Stärke aus der richtigen Richtung, blauer Himmel mit Schäfchenwolken und kaum Welle. Nur mit Vorsegel läuft die 2wishes 5,5 – 6 Knoten! Ideale Bedingungen, um einfach nur dazusitzen, die Beine hochzulegen und zu schmökern. Aber das war ja leider nicht! Stündlich wechseln wir uns ab am Ruder. Kurs 240° und genau auf diese Zahl ist dann unser Auge 1 Stunde lang gerichtet. Einfach mal in die Gegend gucken ist nicht, sofort läuft das Schiff aus dem Ruder und so dauert es ein paar Stunden, bis wir uns eingewöhnt haben und die 2wishes spurt. Man ist hochkonzentriert dabei, was so ermüdend ist, dass ich mich in meinen Freipausen grundsätzlich hingelegt habe. Als es dunkel wird, sind wir beide soweit, jeweils 2 Stunden am Ruder zu stehen, damit man wenigstens etwas Schlaf bekommt in der Nacht.

Früher als erhofft kommt morgens um 8.00 Uhr bereits die Insel in Sicht, um 9.00 Uhr fällt unser Anker auf 4m Tiefe in kristallklarem türkisenem Wasser und um 9.30 Uhr fallen wir in die Koje für ein/zwei Stunden 🤗 . Den Rest des Tages genießen wir einfach nur die Aussicht und das Bad im klaren Wasser. Escudo de Veraguas ist f a s t  unbewohnt. Auf der anderen Inselseite sollen ein oder zwei Guaymi Indian Familien leben, gesehen haben wir außer ein paar Fischerbooten jedoch niemanden. Wir ankern auch mutterseelen alleine und die nächsten 5 Tage bleibt das auch so.

Wenn man vor Langeweile nix anderes zu tun hat…. 😉Franks Kampf mit der Kokosnuss

Wir haben Glück, der nächste Tag ist noch sonnig und wir fahren mit dem Dinghi diverse natürliche Buchten an.

Viele Fotos werde ich nicht veröffentlichen, die meisten kennt ihr ja noch vom letzten Jahr 😉 .

 

Ab Sonntag erreicht die Schlechtwetterfront jedoch auch diese Insel. Es ist zugezogen, regnerisch und wellig. Aufgrund des Schwells stehen uns ein paar unruhige Nächte bevor, jedoch möchten wir die restlichen 8 Stunden bis Bocas bei dem Wetter nicht hinter dem Ruder stehen und dabei auch noch nass werden. So harren wir aus. Dienstag nach Ostern soll es aber losgehen morgens um 7.00 Uhr. Der Wecker geht und draußen schüttet es aus Eimern. Wecker aus, rum drehen und so genießen wir einen weiteren Tag mit Nichtstun. Aber Mittwoch hält uns nichts mehr, der Kühlschrank ist leer, der letzte Käse wird gestreckt, selbst bei der Marmelade kann man inzwischen auf den Grund schauen. Also Anker hoch, ab hinters Ruder und nach 6 Stunden fällt der Anker wieder. Diesmal vor zwei anderen wirklich unbewohnten Inseln. Den Zapatilla Cays! Bis Bocas sind es noch 3 Stunden und somit wären wir erst kurz vor dem Dunkel werden da. Da unsere Ankerwinsch auch wieder ausgefallen ist, möchten wir nicht riskieren, mehrere Ankerversuche ohne elektrische Unterstützung in der Dämmerung vornehmen zu müssen. Und es lohnt sich. Auch hier liegt man in türkisen klaren Wasser auf 4 m, gerne werden wir länger blieben, aber siehe oben – der Kühlschrank…. 🤗  und Internet haben wir auch seit 1 Woche nicht mehr. Aber hierhin kommen wir wieder – ganz sicher !

Donnerstag 14.00 Uhr, der Anker fällt vor Bocas und unfaßbar, er hält beim 1. Mal. Trotz des schlechten Ankergrunds ! 2 Stunden später stehen wir im Supermarkt vor dem Käsekühlregal und mein Großeinkauf (oder sollte ich Hamsterkauf sagen ? )  beginnt  😄😄😄

 

P.S. zur Zeit muss ich aktuelle Einträge mittels Handy einstellen. Weiß der Kuckuck, warum er mir dabei die Bilder schräg ausrichtet. Sorry dafür 🤗

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Wir Weicheier wir…

160 Seemeilen bis Bocas liegen vor uns – umgerechnet ca. 36 Stunden – Tag und Nacht

und das ohne Autopilot – heißt also : nix entspannt die Füße hochlegen und schmökern, immer muss einer am Ruder stehen und den Kurs halten.

Bis vorgestern jammerten wir, dann habe ich den Blog eines befreundeten Schiffes gelesen und angefangen, mich im nachhinein zu schämen. Diese sind Mitte Januar aufgebrochen nach Hawai und haben insgesamt 66 Tage gebraucht für die Strecke. Das wäre für uns schon mal ein Unding – ne, wirklich. Tolle Leistung, aber da hätten wir so gar keine Lust drauf. Viel schlimmer jedoch war bei der Luna Mare, dass nach ca. 30 Tagen der Autopilot ausfiel und Skipper und Skipperin von da an selber und vor allen Dingen ständig steuern mußten. Unvorstellbare Leistung!

Und da wagen wir es wegen 1 1/2 Tagen zu jammern?  Peinlich, peinlich!

Und so werden wir morgen früh Richtung Bocas lossegeln. Das ist die letzte Möglichkeit, wenigstens noch halbwegs trocken vorwärts zu kommen, denn eine fette Regenfront kommt auch noch auf uns zu. So könnte es also sein, dass unser Aufenthalt vor Escudo de Veraguas in Wasser fällt förmlich. Wieso sollten wir auch mal Glück haben! Knatsch!

Aber, siehe oben, ich hör jetzt auf zu jammern…. es wäre ja schließlich warmer Regen 😉

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Verschärfte Ausgangssperre

Seit dem 1.4. nun gibt es auch hier eine verschärfte Ausgangssperre. Nix mit spazieren gehen im Park (in was für Parks auch ?) oder 1 x täglich joggen (auf die Idee kommen die Panamesen auch nur in Panama City) oder sich den Nachbarhund ausleihen für einen ausgiebigen Gassigang (die Viecher laufen immer frei rum, ist also auch keine Alternative) – Ausgangssperre heißt: zu Hause bleiben!!!! Einkaufen darf man nur noch 3 x die Woche, streng getrennt.  Montags, Mittwoch und Freitag dürfen die Frauen, Dienstag, Donnerstag und Samstag die Männer. Sonntags striktes Ausgehverbot, Familie ist angesagt. Und tatsächlich hält man sich daran, zumindest so zu 90 %. Denn an meinem Einkaufstag treffe ich tatsächlich fast nur Frauen im Supermarkt , während Frank an seinen Tagen tatsächlich hauptsächlich Männer an der Kasse sieht. Ich darf inzwischen auch zu Normalo-Zeiten einkaufen, denn Gott sei Dank hat man das Senioren-Einkaufs-Alter von 65 auf 60 runtergesetzt, somit habe ich alle 2 Tage von 11-1 Freigang  😀.  Aber an die per letzter Passnummer bestimmten Einkaufszeiten hält sich hier im Dorf niemand, denn die Frauen, die mit mir im Supermarkt waren, sind ganz sicher nicht über 60. Scheint auch kein Problem zu sein, denn die vor der Tür patrolierenden Polizisten sind nicht eingeschritten.

Meine erste Einkaufsstunden nutze ich  auch, um 15 Minuten an der Hauptstraße entlang zu gehen, da ich da irgendwann und irgendwo einen Obst/Gemüse-Stand vom Bus aus mal gesehen habe. Und tatsächlich – Obst gab es und freudig kam eine Ananas, eine Honigmelone und sogar eine Avocado in meinen Rucksack. Ich muss schon sagen, meinen Gemüsemann Charlie vermisse ich arg. Keine Ahnung, wo er sein Zeugs her hatte, aber selbst in den großen Einkaufmärkten in Sabanitas hatten die nicht so viel Auswahl an Gemüse. Zucchini,  Aubergine, Weintrauben, Pak choi , Brokkoli sind Gemüsesorten, die man hier in den Märkten in Portobelo so gar nicht kennt. Hier gibt es Möhren, Weißkohl, Kartoffeln, Zwiebeln und ab und zu eine Staudensellerie (Hipp Hipp..). Das war´s. Doch, in einem Laden lagen auch schrumpelige grüne kleine Paprikas und in dem anderen dafür Tomaten. Da kann man sich eigentlich nicht beschweren! Und da man sein Zeugs in mehreren Läden zusammen suchen muss, da braucht man eben auch die 2 Stunden Ausgang dafür 🤗 Aber nicht missverstehen, dies ist keine Beschwerde oder ein Jammern. In manch anderen Orten/Inseln/Ländern darf man nicht mal mehr zum Einkaufen an Land, sondern muss sich die Ware liefern lassen. Wir können hier noch wochenlang so ohne große Probleme überleben, Brot backen wir seit Jahren eh selber, der Salat aus Weißkohl wird gerade von mir neu entdeckt, nur der Käsebestand in unserem Kühlschrank der sinkt gerade erheblich. Käse gibt es in Portobelo nämlich auch nicht zu kaufen,  jedenfalls keinen, der nach Käse schmeckt. Wir müssen also sehen, dass wir nach Bocas del Toro kommen…

Und warum sind wir eigentlich noch nicht unterwegs?  Der Skipper ist schon längst wieder gesund, was hält uns auf? Faulheit? Leider nicht! Denn die Hoffnung, unseren neuen Autopiloten zwecks kalibrieren zum richtigen Arbeiten zu erwecken, hat sich leider nicht bestätigt. Eine Abweichung von 180° mag er nicht, das Teil ist einfach defekt und so haben wir erstmal die Firma Defender informieren müssen. Jetzt ist Defender ja, wie wir  aus Erfahrung wissen, nicht die Schnellstens im Antworten und so werden wir unseren bayrischen englischen Schwiegersohn am Montag wohl man wieder bitten müssen, sich telefonisch mit denen in Verbindung zu setzten. Bevor wir nach Bocas aufbrechen, möchten wir wenigsten wissen, wie wir die Sache handhaben sollen. Die 160 Seemeilen, für die wir mindestens 1 ½ Tage brauchen werden, werden auch kein Zuckerschlecken ohne Autopilot (vor allen Dingen nicht Nachts). Aber Bekannte dort haben uns über die Liefermöglichkeiten dorthin aus den USA mittels eines Airbox-Systems  beruhigt, so dass wir uns nächste Woche wahrscheinlich auf den Weg machen werden. Mit einem Zwischenstop vor der (fast) unbewohnten Insel Escudo de Veraguas. Von dort haben wir euch letztes Jahr traumhafte Bilder zeigen können, natürliche Buchten, türkises glasklares Wasser – das haben wir uns ein bisschen verdient!

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Jetzt haben wir sie auch

Die Ausgangssperre!!!

Seit Freitag lagen wir vor Anker, unsere Obst- und Gemüsevorräte wollten wir am Montag und auch am Dienstag wieder auffrischen, bevor wir Richtung Bocas del Toro segeln wollten. Aber weder Montag noch Dienstag war Charlie, unser Gemüsemann zu der gewohnten Uhrzeit zwischen 4-6 anzutreffen. Auch der Pizzawagen, der seit Monaten immer Dienstags Nachmittags uns mit Pizza beglückte, glänzte durch Abwesenheit. Irgendwas stimmte nicht, es wurde wirklich Zeit, von hier wegzukommen. Später in Portobelo hörten wir dann, dass es längst eine Ausgangssperre von 5 bis 5 gab, was das Nichterscheinen unseres wichtigsten Versorgungsautos erklärte. Ein Aushang am schwarzen Brett der Marina wäre vielleicht angebracht gewesen, um uns Segler darüber zu informieren.

Wir jedenfalls machten uns Mittwoch auf, erstmal in die Bucht vor Portobelo (nächster größerer Ort, halbstündige Busfahrt entfernt). Erstens wollen wir unsere neu eingebaute Elektronik testen und zweitens hat dieser Ort 4 Supermärkte in chinesischer Hand. 3 Stunden später fällt unser Anker direkt vor der Stadt, es ist 1 Uhr Mittags und es ist verdächtig ruhig. Am Anleger gegenüber liegen die gewerblich genutzten kleinen Motorboote an Land, kein Mensch ist zu sehen. Auf der darüber liegenden Straße fahren kaum Autos und was mich noch mehr beunruhigt, auch keine Busse. Und die fahren eigentlich regelmäßig alle halbe Stunde Richtung Sabanitas und Colon. Irgendwas stimmt hier nicht.

Aber erstmal hatten wir zu tun. Unser neuer Autopilot funktionierte nicht und die Ursache wird gesucht, so ist es dann schon kurz nach 17 Uhr, als wir uns mit dem Dinghi zum Einkaufen begeben. Es gibt einen guten kostenlosen Dinghisteg bei der Pizzeria mit einem sehr netten Besitzer, den wir noch von unserem Aufenthalt hier letztes Jahr kennen. Francesco telefoniert, begrüßt uns jedoch kurz und meint, er würde uns über Passport und letzte Nummer aufklären, wenn wir zurück sind! Äh..? mmhhnn? Nun, wir gehen erst mal los, kaum haben wir die Hauptstraße erreicht, kommt uns dummerweise gleich ein Polizeiwagen entgegen. Dieser bremst, stoppt und mir schwant Böses. Ein Polizist steigt aus und bellt mir ein „Passport“ entgegen. Ich verziehe verzeihend das Gesicht und deute in Richtung Boot. Er auch 👿 – heißt: es sagt keinen Ton, nur sein ausgestreckter Arm weist uns den Weg zurück! Super gelaufen! Wir trotteln also zurück und Francesco hat sein Telefonat beendet. Ja, ja – seit heute gäbe es neue Regeln! Das Ausgehverbot vom 5 bis 5 hat sich erledigt, man darf überhaupt nicht mehr raus! Nur noch 1 Stunde am Tag für dringende Einkäufe oder med. Versorgung. Und das alles nicht ungeordnet wie es einem selber paßt, nein – je nach der letzten Paßnummer darf man z.B., wenn dies eine 3 ist, um 3 Uhr Nachmittags einkaufen für 1 Stunde. Ich habe allerdings die A-Karte gezogen 😥 , bei mir ist es die 7, darf also nur morgens um 7 Uhr an Land. Wer mich kennt, weiß, das ist ein Unding. Um die Zeit schlafe ich gewöhnlich noch tief und fest 😛 – Frank hat mehr Glück bzw. Pech! Er ist schon über 65, da spielt die Passnummer keine Rolle mehr, er darf (bzw. muss jetzt immer alleine  😉  ) zwischen 11-1 einkaufen. Alte Leute brauchen eben Zeit zum shoppen 😉

Und ich muss sagen, nachdem er mich ja seit fast 5 Jahren immer brav begleitet hat, ist er der Sache sehr gut gewachsen und bringt brav alles mit, was auf dem Zettel steht. Und manchmal sogar mehr, wenn er nämlich sieht, dass vor ihm die Kunden Mehl und Reis hamstern, dann bricht die alte Ost-Mentalität wieder durch und schwups, füllt auch er sein Einkaufkörbchen rasch mit Mehl, Reis und was man sonst so noch brauchen könnte 😉

Unser geplanter Aufenthalt hier vor Portobelo von 2 Nächten wird sich auch mal wieder verlängern. Inzwischen bin ich wieder fit und gesund, habe es aber dann doch noch geschafft, den Skipper anzustecken. Der darf jetzt nichts anderes, als die Beine hoch zu legen (bis auf 1 Stunde alle 2 Tage 😉  ) und wieder gesund werden. Macht nix, wir liegen gut und sicher und müssen auch keinen Bus mehr benutzen, um überhaupt zu einem Supermarkt zu kommen. Hauptsache, die Versorgungslage bleibt gut. Eier z.B. sind schon aus und der Bierverkauf ist auch mal wieder verboten 🙁

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Panama reagiert schneller

Seit Donnerstag sind wir zurück auf der 2wishes – während in Deutschland noch gezaudert wird, werden hier bereits die Grenzen geschlossen. Einige Bekannte sind noch auf Landreise und dürfen nicht mehr zurück. Wir hatten sooooo viel Schwein ! Am Sonntag die Nachricht, die Tanke verkauft kein Bier mehr! Äh…. Was hat der Verkauf von Bier mit Corona zu tun? Na gut, auf den Schock gehen wir erstmal zum Clubhouse und trinken dort erst mal was Kühles. Da ist man verständnisvoller, drückt uns 2 Dosen in die Hand und macht uns darauf aufmerksam, dass wir diese nicht dort trinken dürfen, sondern heimlich zu uns an Bord bringen sollen. Wir fragen warum, die Antwort ist: Hat der Präsident so gesagt….  Man reicht uns ein dreiseitiges Pamphlet , leider in Spanisch und so weit reichen meine Duolingokenntnisse nicht. Unsere Vorräte, egal ob Flüssige oder gekühlte Milchprodukte wie Käse etc. sind alle. Was ist, wenn wir eine Ausgangssperre bekommen? Panik kommt auf und so machen wir uns Montag rasch auf nach Sabanitas für einen Großeinkauf.

Das Einkaufszentrum 4Alto haben wir sooo leer noch nie erlebt, auch die Busse hin und zurück waren noch nie so leer. Die Panamesen sind vorsichtiger oder folgsamer? In den großen Bekleidungsgeschäften laufen keine Kunden rum, einige kleinere Geschäfte haben geschlossen. Freie Parkplätze sind auch kein Problem. Die Supermärkte haben nicht mehr einen Ein- sowie einen Ausgang. Der Eingang ist versperrt, der Ausgang hat zusätzliche Spannplatten bekommen. Wird ein Run erwartet? Noch ist jedenfalls alles in ausreichender Menge vorhanden, selbst Klopapier 😉

Unser nächstes Ziel, die San Blas Inseln, sind für jeglichen touristischen Verkehr gesperrt. Wer drin ist, darf nicht raus und rein darf man erst recht nicht mehr. Das kann man verstehen. Diese Gegend mit über 300 oft unbewohnten Inseln wird von den Kunas selbstständig verwaltet und auch bewohnt. Die medizinische Versorgung ist ganz ganz minimal, das Virus darf hier auf keinen Fall reingebracht werden. Wir sind unsicher, was wir noch dürfen und was nicht. Auf Facebook oder untereinander werden verschiedene Aussagen getroffen. Darf man mit dem Schiff noch nach Bocas z.B. ?  Wir wollen jedenfalls raus aus der Marina, langsam müssen wir mal wieder sparsamer leben und ein Bad im Meer vom Schiff aus wäre auch mal wieder eine Abwechslung nach über 5 Monaten. Beim Bezahlen der letzten Rechnung im Marina Office hören wir, ja, wir dürften nach Bocas, wir wären ja schon lang genug im Land. Das ist ja schon mal positiv, unseren Aufenthalt in Guatemala verschweige ich erst mal. Außerdem bin ich mit meiner Erkältung sowie noch nicht segelfähig, wir gehen erst mal vor Anker zum auskurieren und hoffen, in ein paar Tagen immer noch Richtung Bocas segeln zu dürfen.

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Und wir durften wieder rein…

Im Nachhinein hatten wir echt Glück. In Guatemala war von Coronakrise nicht viel zu spüren, jedoch am Flughafen traf man bereits eine Menge Leute mit Mundschutz. Bei der Passkontrolle in Panama dann hatten auch alle Beamten einen Mundschutz sowie Handschuhe. Ein Blick in unseren mit zahlreichen Stempel gefüllten Pass lies den mundgeschützen Beamten fragen, ob wir denn in China oder Italien gewesen wären. Nun, in den letzten 5 Jahren nicht! Wir dürfen einreisen 🙂 – haben wir das an dem Tag noch belächelt, so lachen wir ein paar Tage später nicht mehr. 4-5 Tage später machte Panama seine Grenzen dicht. Egal, ob du einen bereits gebuchten Rückflug nach DE von Panama City aus nachweisen konntest oder ein Schiff in einer Marina liegen hast. Nichts geht mehr, nur noch Residenzen dürfen einreisen.

Wir feiern des Skippers Geburtstag in Panama City noch mit seinem geliebten Ale und einem netten Abendessen, aber am nächsten Tag wache ich krank mit heftiger Schnupfnase auf. Wir schaffen es noch, einige uns vorgenommene Sachen zu erledigen, dann macht auch der Skipper schlapp. So läuft der Abend anders als geplant und wir verbringen ihn im Hotelzimmer. 14 Tage haben wir den kühleren Temperaturen in Guatemala getrotzt, jetzt machen unsere Körper schlapp.  Wie gut, dass ich bei der gestrigen Einreise noch keine so fette Schnupfnase hatte, wer weiß…

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Antigua

Guatemalas ehemalige Hauptstadt. Ein Ort von seltener Schönheit, immenser historischer Bedeutung und lebendiger Kultur, ein Muss auf jeder Reise durch Gutatemala. So sagt mein Reiseführer und diesmal gebe ich ihm wieder recht.

1773 wurde die Stadt durch ein verherrendes Erdbeben zerstört und der Regierungssitz nach Guatemala City verlegt. Die Stadt wurde nur langsam wieder aufgebaut und hat dabei ihren ursprünglichen Charakter erhalten. Am Wochenende besuchen viele Einheimische von außerhalb die Stadt und genießen die Atmosphäre sowie die zahlreichen Bars und Restaurants. Wir haben Wochenende und  dementsprechend voll ist Antigua. Und trotzdem kommt sie nicht abzockemäßig und übertouristisch rüber. Nein, man fühlt sich wohl. Viele kleine Gassen sind menschenleer.

Wir fühlen uns wohl und auch unsere Unterkunft ist ein Glücksfall. Die Casa Elena liegt etwas außerhalb, zum Zentrum läuft man 15 Minuten, aber dafür liegt sie ruhig und das amerikanische weit gereiste Ehepaar versorgt einen mit vielen Tipps und einem super abwechslungsreichem tollen Frühstück.  Das nur so als Tipp nebenbei 😉

 

3 Tage durchstreifen wir die Altstadt und am Montag nehmen wir natürlich auch den           M a r k t mit, wir haben ja davon noch nicht genug gesehen 😉 . Dieser ist r i e s i g, teilweise überdacht, man muss sich das wie ein deutsches mehrgeschoßiges Einkaufszentrum vorstellen. Kleine Käfterchen sind abgeteilt, dort werden entweder nur Jeans oder nur Pullover oder nur Hundefutter verkauft. Draußen in der Freifläche gibt es auch 1-Dollar-Stände 😉 sowie riesige Obststände. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Warum gibt es das nicht in Panama? Zwar fliegen wir morgen zurück, aber dennoch kann ich nichts mitnehmen *heul*

Blumenkohl, es gibt Blumenkohl und ich kann nix mitnehmen *heul*

Mangos über Mangos, in allen Größen und Formen. Länglich und runde, kleine und dicke – ein Paradies

Abends jedoch sind wir zurück in der Casa. Nicht, weil man im Dunkeln Angst auf den Straßen Antiguas haben muss, sondern weil es einfach zu kalt ist. Unsere Sommerklamotten passen einfach nicht zu den kühlen Abendtemperaturen und so sind wir froh, wenn mir morgen wieder ins warme, heiße Panama zurück dürfen.

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La ropa de mujeres y niñas

Ich muss doch mal mit meinem hart erlernten Duolingo-Spanisch ein bißchen angeben 😉

Durch die nachfolgenden Bilder ist eine Übersetzung eigentlich nicht nötig, dennoch hier „Die Kleidung der Frauen und Mädchen“ (Die meisten Bilder wurden heimlich gemacht, daher sind manche leider ein wenig unscharf)

Als eines der schönsten Dinge in Guatemala empfand ich die traditionelle Kleidung der Frauen, die aber nicht für uns Touris extra getragen wird. Bereits auf unseren langen Busfahrten durchs Landesinnere ist uns diese Kleidung aufgefallen. Egal, ob die Frauen einkaufen, putzen, kochen oder auf dem Feld arbeiten – Jeans, T-Shirts oder andere normale Kleidung sieht man auf den Dörfern überhaupt nicht. Gut, in den größeren Städten da sieht man des Öfteren auch die uns gewohnte Kleidung, aber meist sind auch die kleineren und auch die größeren Mädchen traditionell bekleidet.

Es gibt jedoch unterschiedliche Kleidung, in den ländlicheren Gebieten im Landesinneren wie z.B. in Lanquin, tragen die Damen und Mädels lange bunte Röcke und darüber ein luftiges netzartiges farblich passendes Oberteil.

Am Lago de Atitlan oder Antigua trugen die Frauen keine richtigen Röcke, sondern breite Schals, die um die Hüften gewickelt wurden und mit einem separaten dünnerem Schal festgebunden wurden. Praktische Teile! Die wachsen förmlich mit J – Die Oberbekleidung war hier nicht luftig netzförmig, sondern den niedrigeren Temperaturen angepaßt.

Wunderhübsch, die drei Mädels hatten viel Freude daran, sich fotografieren zu lassen

Aber überall wunderschön und bunt 🙂 Ich war fast versucht, mir auch so ein Teil zu kaufen, aber der Chef hat mich Gott sei Dank zurück gehalten 😉

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