Ankertrouble

Ententeich während der 1 ½-stündigen Fahrt von Mayreau nach Carricacou – so spiegelglatt haben wir das Meer schon ewig nicht mehr gesehen. Das Wort „spiegelglatt“ kann man wirklich ernst nehmen.  Und so ankerten wir während absoluter Windstille vor Hillsborough, der Hauptstadt der zu Grenada gehörenden Insel Carricacou. Wir klarieren ein, erforschen die magere Auswahl in den Supermärkten und genießen den untouristischen Ort. Gegen Abend kommt wieder Wind auf und natürlich legt sich die 2wishes in den Wind und ändert damit ihre Position. Nanu? Wo kommt denn jetzt plötzlich der kleine Mooringball neben uns her? Der nervt, er klopft nämlich des Öfteren an unsere Bordwand. So was stört beim Schlafen und so komme ich auf die (im Nachhinein) wirklich idiotische Idee, noch 5 m Kette raus zu lassen, damit wir hinter dem Ball liegen.

Die Nacht verläuft recht stürmisch. 2wishes schwankt von rechts nach links, rauf und runter und alles wieder retour. Schräg gegenüber liegt „Sandy Island“, traumhaft schön, aber auch völlig ungeschützt, so dass wir bei den unruhigen Bedingungen dort wohl nicht halt machen werden und direkt in die geschützte Tyrrelbay gehen wollen. Und dann fängt der Trouble an, denn kurz nachdem ich angefangen habe, den Anker hoch zu holen, stutze ich. Da sieht was merkwürdig aus. Dieser blöde Mooringball von gestern ist schon wieder im Weg. Muss ich die Kette rechts oder links von ihm hoch holen? Weder noch, denn irgendwie hat sich die Leine des Balles um unsere Ankerkette gewickelt, leider kann man aber nicht erkennen, wie oft und ob links oder rechts rum. Nachdem der Skipper sich überzeugt hat, dass meine Wenigkeit doch nicht einfach nur zu ? ist, um den Anker hoch zu holen, geht er sich die Verwicklungen unter Wasser erst mal schnorchelnd anschauen. Keine Chance, den Anker so frei zu bekommen.  Durch unsere Anker-auf-Manöver ist der Anker inzwischen auch nicht mehr eingegraben, sondern wir hängen nur noch an dem kleinen für Fischerboote gemachten Mooringball.  Das dicke Mooringtau hat sich auch noch zusätzlich mehrmals um den Anker selber gewickelt, so dass der sich auch nicht mehr eingraben könnte. Schöne Schei…. ! Wir beratschlagen und verwerfen diverse Möglichkeiten.  Einheimische Fischer sind heute nicht zu sehen, es ist Feiertag. Andere Segler auch nicht, wir ankern mal wieder einsam.  Da fällt uns unsere Tauchausrüstung ein. Wofür haben wir die denn eigentlich noch mal bei? Doch etwa nicht nur zum Vergnügen! Da die Flaschen jedoch leer sind, muss erst die vordere Backskiste ausgeräumt, der Tauchkompressor nach oben gehievt und eine Tauchflasche gefüllt werden. Somit herrscht vorne an Deck schon mal Chaos. Ebenso unten im Salon, denn um an die Tauchausrüstung zu kommen, müssen wir an den Stauraum unter der Saloncouch. Eine halbe Stunde später ist Frank unter Wasser, während ich versuche, mittels Gang rein und raus die Ankerkette zu entspannen. Nach 10 Minuten taucht er auf und gibt wild Zeichen, ich soll mich rückwärts vom Acker machen. Bin durchaus willig und tatsächlich ist die 2wishes frei. Schnell nehme ich Frank noch an Bord, dieser entledigt sich seiner Tauchausrüstung am Heck und verwandelt nun auch diese Stelle in ein unordentliches Chaos.  Anker auf und nix wie weg….

 

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Von St. Lucia step by step Richtung Grenada

Wir klarieren Freitag aus, entscheiden dann aber kurzfristig, die Nachtfahrt rüber zu den Grenadinen einen Tag zu verschieben, da am Samstag die Wind- und Wetterbedingungen besser sind. Wir wollen noch eine Nacht vor Laborie ankern, ein Fischerdorf, das man besuchen soll, wenn man touristische Orte satt hat. Das hört sich ganz nach unserem Geschmack an. Was nicht nach unserem Geschmack ist, sind die Bedingungen vor Ort. Gut, das dort vor der Einfahrt fette Riffs liegen, war bekannt und wir haben sie auch erfolgreich rechts und links liegen gelassen. Aber kaum war der Anker unten, war er auch wieder oben. Von Schwell konnte hier nicht die Rede sein, hier liefen dicke Wellen in die Bucht. Da hätten wir des Nachts nicht ein Auge zu gemacht. Schade auch. Also weiter nach Vieux Fort, wo wir dann vor einer begrünten Steilwand ruhig, aber weit vom Ort weg ankern (natürlich mal wieder mutterseelenallein). Dass der Ort mit dem Dinghi für uns schwer zu erreichen war, störte nicht, wir hatten eh keine Zeit für einen Stadtbummel. Denn was störte, war mal wieder das Wasser im Motorraum. Frischwasser! Und so verbrachten wir den nächsten Tag bis zur Abfahrt mit Ursachenforschung und –behebung. Wiedermal hatte einer der PVC-Schläuche einen Miniriss. Schwer zu lokalisieren, dafür aber mit großer feuchter Auswirkung.

Die Nachtfahrt verlief ereignislos und morgens um 6.00 Uhr liefen wir in die Bucht von Canouan ein. Um 7.00 Uhr lagen wir beide in der Koje und holten erst mal Schlaf nach. Die Jagd nach dem Internet bleibt erfolglos und so muss der Blog erst mal wieder schweigen und div. Mails unbeantwortet bleiben.  Wir erholen uns noch einen weiteren Tag, diese Nachtfahrten sind vielleicht anstrengend 😉 , und fahren dann die gerade mal 7 Seemeilen weiter nach Mayreau. Diesmal laufen wir jedoch nicht die überlaufende, aber wunderschöne Salt Whistle Bay an, sondern gehen um die Ecke in die Saline Bay, wo uns gerade mal noch ein französischer Kat Gesellschaft leistet.

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Eigentlich ist es hier wunderschön, gerne würden wir noch bleiben,  aber wir halten uns illegal in den Grenadinen auf, da wir nirgends einklariert haben.  Und so geht es am nächsten Tag weiter nach Carriacou, welche zu Grenada gehört und dort werden wir dann offiziell wieder einklarieren.

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Niedlich, was?

 

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Soufriere and the Pitons

DSC01271Die Pitons sind die Wahrzeichen von St. Lucia und wirklich sehenswert. Beide sind ca. 750 m hoch und man kann sie auch besteigen, allerdings nur, wenn man gesundheitlich fit ist.  Kommt also für mich gerade nicht in Frage! Die Stadt davor heißt Soufriere. Hier ist ankern nicht erlaubt und wir müssen stolze 20 US-Dollar pro Nacht für eine Mooring bezahlen. Wir wählen eine in der Nähe der Stadt, damit der Weg fürs Dinghi nicht so weit ist. Andere vor uns und nach uns kommende Schiffe wählen eine kleine Bucht etwa 500 m von uns entfernt. Wir wundern uns ein bißchen darüber, aber wahrscheinlich haben die einfach PS-stärkere Dinghis. Am nächsten Morgen allerdings stellen wir fest, dass die Bucht leer ist. Alle sind wieder weg, die haben nicht mal ihr Dinghi zu Wasser gelassen. Angsthasen die!!!

Hab ich nicht fotografiert, damit ihr Frank mal wieder an einer Bar seht, sondern wegen des geilen Spielsalons dahinter. Also genau hingucken 🙂

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Hab ich nicht fotografiert, damit Frank mal wieder an einer Bartheke zu sehen ist, sondern wegen des örtlichen Spielcasionos im Hintergrund

 

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Auch wieder mit Spielsalon im Hintergrund… hier werden aber nur Karten gekloppt 🙂

Wir jedoch legen am Dinghisteg an und sofort haben wir einen Einheimischen an den Hacken, der auf unser Dinghi aufpassen wird. Naja, da kommen wir hier nicht drum rum. Nach einem kurzen Rundgang und einer Inspektion des örtlichen Supermarktes sowie einem Besuch des örtlichen „Spielsalons“  leisten wir den Einheimischen noch ein bißchen Gesellschaft.

 

Dort will man uns auch eine Tour zu den Wasserfällen und heißen natürlichen Thermalbädern verkaufen für 80 Euro. Aber hab ich da nicht irgendwas in meinem Guide gelesen?

Tatsächlich, im Guide steht der Weg zu dem Diamant-Wasserfall, dem Botanischen Garten sowie den heißen Thermalbädern als kurzer Fußweg beschrieben. Und genau das nehmen wir uns für den nächsten Tag vor, ohne Führung und ohne 80 Euro dafür zu bezahlen. Gemein sind wir, ich weiß! Aber so stehen wir am nächsten Tag nach einem 20-minütigem Fußweg vor dem Eingang zu all dem und sind erstaunt über die vielen vielen kleinen und großen Touribusse, die vor dem Eingang stehen.

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ACHTUNG!!! Hier genau gucken… seht ihr den Kolibri ?

 

Wo zum Kuckuck kommen denn plötzlich die ganzen Touris her? Wir genießen einen wirklich schönen natürlichen botanischen Garten mit vielen Erklärungstafeln, wunderschönen Blumen und Bäumen. DSC01279DSC01280DSC01286DSC01287DSC01286Die heißen Bäder, gespeist durch einen Vulkan, die haben wir uns aber anders bzw. auf jeden Fall natürlicher vorstellt und sind froh, dass wir dafür kein Geld bezahlt haben. Igitigittigit!!!!   DSC01285

Soufriere gefällt uns ganz gut, gern würden wir länger bleiben, aber die Mooringkosten sind uns einfach zu hoch. So klarieren wir morgen aus und es geht über Nacht Richtung St. Vincent bzw. Grenada mit dem ein oder anderen Zwischenstopp.

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Anse la Raye

Als wir die Bucht von Anse la Raye ansteuern, würde der Skipper am liebsten sofort wieder kehrt machen. Hier ankern niemand, also kann man da auch nicht ankern. Ich überzeuge ihn aufgrund von vielen Ankerzeichen im Guide und auf der Navigationssoftware, dass es in der Tat ein ausgewiesener Ankerplatz ist. Was kann ich dafür, dass hier im Gegensatz zu den Touriorten Marigot und Rodney Bay niemand sonst ankert. Und ich überzeuge ihn, dass man auch mal was wagen muss, denn schließlich hat man schon lange nichts mehr von Überfällen und Diebstählen gehört hier auf St. Lucia. Das ist hier nämlich das Hauptproblem, welches total verunsichert. Bisher haben wir uns in der Karibik noch nie irgendwo unwohl gefühlt, aber Bemerkungen im Guide wie „nur in Gruppen und dann auch nur mittels Taxi oder Bus aufsuchen“ oder auch „die Ranger nach der aktuellen Sicherheitslage fragen, bevor man zum Dinner ausgeht“ verunsichern natürlich.

Viel vom Ort ist vom Boot aus nicht zu erkennen  und nachdem wir sicher sind, dass der Anker hält setzen wir wagemutig mit dem Dinghi über zu dem Steg, an dem die einheimischen Fischerboote liegen.  Raye wird im Guide als „picturesque fishing village“ beschrieben und genau das finden wir auch vor, wie auf den nachfolgenden Bildern zu erkennen. DSC01259DSC01260DSC01261DSC01262DSC01263Wir fühlen uns jedoch als einzige Weiße sehr exotisch und fallen demensprechend auch auf. Ein Tafel beschreibt Raye als bekanntes Fischerdorf, dass jedoch auch ausgezeichnet ist durch hervorragenden Schiffsbau. Selbst aus Martinique würde man herkommen, um den Neubau von Schiffen zu beauftragen. Gut, damit sind jetzt keine Schiffe gemeint, wie ein guter Freund sie in einer Werft in Bremen baut, aber gute Fischerboote bekommen die hier hin. Man geht dazu nach Auftragserteilung in den Wald, holzt einen entsprechend guten Baum ab und dann geht’s los 😉 .

Natürlich können wir auch diesen Ort nicht verlassen, ohne vorher der „Local Bar“ einen Besuch abgestattet zu haben. Diese ist mal wieder „einzigartig“. Gleichzeitig „Tante-Emma-Laden“ und „Bar mit Theke“.DSC01266

Ich kann mich nicht an Tante-Emma-Läden in meiner Kindheit erinnern. Selbst der kleine Einkaufsladen an der Ecke war schon ein Selbstbedienungsladen. Deshalb fasziniert mich dieser hier besonders.  Wenn etwas aus den oberen Regalen verkauft wird, dann wird es mittels Stock angeschubst und aufgefangen, wenn es runter fällt. Ansonsten geht jede Menge Rum über die Theke und jeder 2. kauft Zigaretten einzeln. Irgendwann fällt den anderen Gästen auf, dass wir anders aussehen und wir werden in nette Gespräche verwickelt. Wie uns St. Lucia gefällt, woher wir kommen, ob wir irgend welche Andenken benötigen etc. . Einer schleicht an uns vorbei und fragt, ob wir die von dem Schiff da draußen sind. Wir bestätigen und er schleicht zufrieden von dannen 😉 . Die meisten, die uns ansprechen, haben dem Rum schon ordentlich zugesprochen, aber alle sind höflich, freundlich, entspannt und wir fühlen uns nicht unwohl.

Wenn sonst auch die Luken und der Niedergang offen bleiben und es wahrscheinlich keinen Grund zur Sorge gibt, wird unser Schiff für die Nacht ausnahmsweise mal verrammelt. Wir überstehen die Nacht völlig unbeschadet, warum auch nicht! Man sollte sich einfach nicht kirre machen lassen.

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Marigot Bay

Die Marigot Bay ist nicht nur die zweite bekannteste Bucht, sie wird auch als die Schönste von St. Lucia angepriesen.  Daher steht sie auch auf jedem Tages-, Halbtages- oder Schiffsausflugsprogramm. Im Gegensatz zur Rodney Bay ist sie eigentlich winzig klein, hat eine langgezogene kleine Bucht, von der aus eine dahinter liegende Lagune, die auch als Hurrikan Hole gilt, liegt. Die Bucht läßt sich ihre Schönheit bezahlen, in der Lagune ist ankern wegen der vielen Mooringbojen nicht möglich und in der lang gezogenen engen Bucht davor gibt es wegen der Untiefen wenig Ankerplätze. Laut meinem alten gebraucht gekauften Guide von 2013 kann man rechts und links der Fahrrinne ankern. Geschäftstüchtig wie man hier ist, hat man inzwischen jedoch auch die rechte Seite mit Mooringbojen vollgeplastert. So verbleiben links etwa 5-6 Ankermöglichkeiten. Wir sind Boot Nr. 4, somit haben wir Glück und müssen nicht die doch sehr stolzen Mooringgebühren von 30 US-Dollar zahlen (lt. Guide von 2013, was die inzwischen kosten, wollten wir gar nicht mehr wissen).

Auch hier merkt man die Nachsaison, denn die meisten Mooringbojen sind unbenutzt und wenn nicht gerade Feiertag wäre, wäre wahrscheinlich auch der kleine wirklich sehenswerte Strand menschenleer statt gefüllt mit gutgelaunten Lucianern. In der Lagune gibt es auch eine kleine Marina und ein modernes Gebäude daneben, das mehrere teuer aussehende Boutiquen und sogar einen Juwelier beherbergt. Der Supermarkt heißt hier auch nicht Supermarkt, sondern Gourmetmarkt.  Die 2 noch offenen Gastronomien sind menschenleer. Eine wirbt mit dem Hinweis, dass es dort das preiswerteste Bier in Marigot gibt. Vorsichtigshalber  fragen wir nach dem Preis, bevor wir bestellen, aber bei doppelten Bierpreisen gibt es Bierchen nur an Bord. Keine Gäste, aber hohe Preise. Ob sich das auf die Dauer rechnet.

Wir haben jedenfalls genug, genießen unseren Sundowner an Bord und beobachten die diversen Ausflugsboote,  sei es kleine Motorboote, große Katamarane oder auf alt gemachte Segelschiffe, die an uns vorbei  mit lauter Musik in die Lagune fahren, dort eine Runde drehen und wieder an uns vorbei raus fahren. Ein jeder will scheinbar mal die berühmte Marigot Bay sehen. Wir ja schließlich auch 😉 .  Aber ein Nacht hier reicht uns und so werden wir morgen wieder Anker auf gehen. Wenn das so weiter geht, dann liegt St. Lucia schneller hinter uns als gedacht.

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Ich denke, genau wegen diesem kleinen malerischen Strand ist die Marigot Bay so bekannt geworden

 

 

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St. Lucia – Rodney Bay

Endlich mal schönes und entspanntes Segeln bringt uns innerhalb von 6 Stunden nach St. Lucia. Unser 1. Ankerplatz ist die berühmt, berüchtigte Rodney Bay. Berühmt bzw. bekannt, da Rodney Bay die 1. Anlaufstelle der ARC (Atlantic Rallye of Cruisers) nach deren Atlantiküberquerung ist. Berüchtigt, weil St. Lucia und gerade die Rodney Bay vor ein paar Jahren durch Diebstähle und Überfälle einen schlechten Ruf bekam.

Die Rodney Bay ist riesig groß und so lag die Vermutung nahe, dass wir auch hier, wie vor St. Anne oder Le Marin, auf mindestens 200 ankerende Schiffe stoßen würden. Wir biegen um die Ecke und überprüfen erstmal, ob wir wirklich richtig sind. 200 Schiffe sind hier nicht zu sehen und man braucht freien Ankerplatz nicht zu suchen. Einfach aufstoppen und Anker runter lassen, ohne sich Gedanken über den Ankerbereich der Nachbarschiffe machen zu müssen. Nach erfolgreicher Ankerei zähle ich mal kurz durch und komme auf sage und schreibe 20 Schiffe. Da kommt keine nachbarschaftliche Nähe auf 😉 . Toll!

Vor uns liegt ein endlos langer Strand mit (endlos?) vielen Hotels und Resorts, gekennzeichnet durch die unterschiedlichen Farben der Strandliegen, die man aber keineswegs wegen Überfüllung per Handtuch reservieren müßte 🙂 . Ein 1. Dinghiausflug bringt uns zum Dinghisteg der Marina mit angrenzenden vielen Lokalen – nicht so ganz unser Stil, aber Happy Hour all the day 2 – 4 – 1 (Übersetzung klar?) inkl. free Wifi, da wollen wir mal nicht meckern.

Am nächsten Tag klarieren wir problemlos ein und erkunden die nähere Umgebung. Aber die Stimmung ist mies, irgendwie haben wir beide schlechte Laune und können uns hier – nicht mit anfreunden. Wir beschließen, am nächsten Tag weiter zu segeln. Am nächsten Tag ist die schlechte Laune wie weggeblasen, die Welt sieht wieder anders aus und wir wollen der Rodney Bay eine 2. Chance geben. So wir weiten unsere Erkundungen aus. Zu Fuß geht eine 1/2 Stunde lang zu den großen Malls (zurück geht es mit dem Maxibus für 50 Cent) mit angeschlossene Supermärkten. Eine neue Hose für Frank gibts leider nicht, aber 4 fette dicke Mangos für schlappe 1,30 Euro sowie bezahlbare Honigmelone – da lacht die gute Laune.

Jetzt gerade tippe ich diesen Blog bei Rum-Punsch 2-4-1 – deshalb läuft es grad auch so flüssig 🙂 🙂 🙂

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Beim Rigger

Am Vorabend haben wir schon bei dem „Rigger“ festgemacht und so sind wir morgens wach und ausgeschlafen, als der Rigger an Bord kommt, um unser Problem zu inspizieren. Ruck zuck hat der Dreadlookmann sich den halben Mast hochziehen lassen und anschließend beratschlagt man zu 3 (leider auf französisch, so dass wir dumm daneben stehen) die Problematik bzw. deren Beseitigung. Es folgt eine kurze Übersetzung, dass man versuchen wird, größer Bolzen zu verwenden, damit der/das „Sailing“ wieder fest  wird. Es ist 8.30 Uhr,  um 11.00 Uhr ist alles erledigt. Wir sind nun zwar ein paar 100 Euro ärmer, fühlen uns aber wieder sicherer und dürfen  zurück zu unserem Ankerplatz. Damit wir hier nicht noch mehr Geld lassen, entschließen wir uns, schnell noch auszuklarieren, um an nächsten Morgen Richtung St. Lucia auszulaufen.

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Saint Anne

Geschafft im 2. Anlauf

Wir wählen eine neue Eventual-Haltestelle aus und tatsächlich fährt pünktlich gemäß Fahrplan ein Bus vor, läd uns ein und 15 Minuten später sind wir in St. Anne.

Nach der Ankunft zählen wir mal kurz die vor Anker liegenden Schiffe durch und kommen doch so auf 200 Stück. Bereits 15 Minuten später frage ich mich, warum die hier vor Anker liegen. Aber warum liegt man in der Bucht von Le Marin? Nun, in Le Marin kann man gut vorproviantieren, ein- und ausklarieren und sollte man technische Probleme haben, ist man dort auch gut aufgehoben. Aber vor St. Anne?  Viele Geschäfte sind geschlossen bzw. sind die Rolladen runter, so dass man nicht mal erkennen könnte, was sich dahinter verbirgt. Eventuell auch Bikinis ;-), wie in den 5 0ffenen (in Worten fünf) Läden. Dann noch ein großer Andenkenladen und 2 kleine Supermärkte. Der Ort ist wie ausgestorben, wir sehen ca. 10 Einheimische und 10 Touripaare. Selbst die Bars und Restaurants sind größtenteils geschlossen. Es ist ja wirklich nicht so, dass wir „Leben“ brauchen oder gar viele Geschäfte etc. – aber für uns springt einfach kein Funke über und so nehmen wir den nächsten Bus wieder zurück. O-Ton Frank: Da haben wir Freitag länger auf den Bus gewartet, als wir uns vor Ort nun aufgehalten haben *lach*

Nun gut, das erneute Ankern vor diesem Ort können wir uns wirklich sparen und direkt nach St. Lucia durchfahren.

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2-Jähriges

Fällt mir dazu was ein? Eigentlich nicht, außer dem allen bekannten Satz:

Weiß der Kuckuck, wo die letzten 2 Jahre geblieben sind!

Aber eins weiß ich, ich möchte nicht einen Tag dieser 2 Jahre missen.

Ich schreibe mal wieder bewußt „ich“, denn der Skipper hat schon mal den ein oder anderen Frusttag. Immer dann, wenn mal wieder irgendwas kaputt ging und er ist nun mal derjenige, der reparieren, den richtigen Handwerker oder das richtige Ersatzteil suchen muss. Aber auch er genießt größtenteils unsere neue seit 2 Jahren währende Lebensart.

Das 1. Jahr war ja recht anstrengend. Immer schnell weiter zur nächsten Bucht, zur nächsten Insel. Ruhe und Langzeitaufenthalte fingen ja dann erst Mitte letzten Jahres an mit Curacao, dann über 3 Monate St. Maarten und nun in den letzten Monaten das ganz langsame „stop and go“ Richtung Süden.

Wir freuen uns auf das 3.Jahr, St. Lucia steht auf dem Plan (kennen wir noch gar nicht), dann ein Kurzaufenthalt auf unserer 2. Lieblingsinsel Grenada, bevor wir in Trinidad unser Schiff wieder kurz an Land stellen und 4 Wochen Heimaturlaub genießen dürfen. Die restliche Hurrikanzeit werden wir uns mit Besuchern in Tobago und Grenada vertreiben, bevor es Ende November wieder Richtung St. Maarten und von dort aus zu neuen unbekannten Gegenden wie Puerto Rico, Jamaika, Kuba usw. geht.

All unseren bekannten und unbekannten Lesern danken wir dafür, dass ihr uns die letzten 2 Jahre begleitet habt und hoffen, ihr haltet uns auch die nächsten Jahre weiterhin die Treue.

Und jetzt köpfen wir erst mal ein Fläschchen Sekt und „Prost“

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Es fährt (k)ein Bus nach St. Anne

St. Anne ist der hübsche kleine Ort, der vor der Bucht von Le Marin liegt und vor dem immer 100-300 Schiffe ankern. Die werden wohl wissen warum, denke ich und so will ich dort auch mal hin. Geplant war ein Ankerstopp dort, wenn wir Le Marin verlassen und bevor wir uns nach St. Lucia aufmachen. Aber durch den späten Riggertermin bekommen wir so langsam Zeitprobleme und da wir eh sonst außer warten und einkaufen nix vorhaben, wollten wir St. Anne mit dem Bus erkunden. Nun gibt es auf französisch sprechenden Inseln l e i de r keine Maxitaxis oder Minibusse, sondern nur (fast) normal große Linienbusse und eine davon fährt immer brav zwischen Le Marin und St. Anne hin und her. Da wir bisher zwar mal den Bus gesehen haben, aber keine dazu passenden Haltestellen, suchen wir vorsorglich die Touristeninformation auf und erkundigen uns. Nein, richtige ausgewiesene Bushaltestellen gibt es nicht, man soll einfach die Hand heben. Aha!!! Aber, wir staunen, es gibt sogar einen Busfahrplan . Servicewüste Frankreich! Natürlich gibt es für uns Touris keine Schwarz-Weiß-Kopie des Busfahrplans zum mitgeben, sondern wir müssen uns niederknien und den Busfahrplan unten am schwarzen Brett studieren bzw. auswendig lernen. Das wäre einfach, wenn der Bus wie in DE alle 20 Minuten fährt, aber hier fährt er nur  i n  e t w a  stündlich. 10.32 Uhr, 11.48 Uhr, 12. 53 Uhr Abfahrt Kirche usw. usw. , Abfahrt Hospital immer ein paar Minuten später. Unserem altersschwachen  Gedächtnis trauen wir  nicht und auf auswendig lernen hab ich bei der Hitze auch keinen Bock, so machen wir clever sicherheitshalber mit unserem Tablet ein Foto 😉  (Was hat man bloß früher gemacht, als es die Dinger noch nicht gab und man im Fotoapparat einen 24er-Film hatte?)

Am nächsten Morgen machen wir also gut vorbereitet los, Busfahren ist für uns schließlich inzwischen eine Kleinigkeit. Hand hoch, einsteigen, bezahlen und irgendwann brüllen, damit der Bus anhält und man aussteigen kann.  Nicht so in Frankreich! Wir sind gut in der Zeit und 20 Minuten vor laut Busfahrplan an der In-Etwa-Haltestelle „Kirche“  und stehen uns die Beine in den Bauch. Pünktlich erscheint der Bus aus der Gegenrichtung, blöd nur, dass er nicht mehr zurück kommt. Nach 50 Minuten in der knallen Sonne stehen machen wir uns auf zu der 5 Minuten entfernten In-Etwa-Haltestelle „Hospital“. Vielleicht haben wir ja was mißverstanden….  12.55 ist hier Abfahrt. 12.40 ist der Bus aus der Gegenrichtung pünktlich da, nur auch der kommt nicht mehr zurück.

Nach über 1 ½ Stunden Wartezeit geben wir auf und trotten zum Schiff zurück. Wir trauern den auf anderen Inseln fahrenden Minibussen hinterher, die alle 3-5 Minuten fahren, damit wären wir in der Zeit hin und zurück gefahren.

Wir geben nicht auf, Montag starten wir einen neuen Versuch 🙂

 

 

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