Bay Islands – Guanaja – E L B I G H T

El Bight ist der Hauptankerplatz hier vor Guanaja und liegt sehr geschützt. Nicht nur das ist vorteihaft, sondern auch die beiden hier ansässigen Restaurants bzw Bars in deutscher Hand. Beide Wirte haben lustiger Weise den gleichen urtypischen deutschen Namen „Hans“ . Das haben die Einheimischen hier durch Namensanhängel gelöst. Das einfache Strandlokal auf Stelzen im Wasser wird von Hans Pico geführt. Pico heißt klein und so kann man sich denken, dass der Hans vom Restaurant „Manate“ größer ist. Der Pico Hans ist jedenfalls bereits seit 44 Jahren hier und ich muss sagen, dass sieht man ihm auch an ;-). Das Strandlokal ist urig, einfach zusammen gezimmerte Holztische mit festgetackerten Plastikdecken und eine witzige Bar mit schiefen Hockern. Hier verkehren auch die Einheimischen und genießen Pizza und Schweinebraten mit Spätzle ;-), schließlich ist der Wirt Schwabe.

Fütterung der Kolibris inklusive

300 m weiter gibt es das „Manate“ , geführt und gebaut von Hansito. Diesem Restaurant sieht man die gepflegte deutsche Bauweise an. Holz, Holz, Holz, fein geschliffen und gut verbaut. Hier pflegen die amerikanischen Ferienhausbesitzer zu verkehren.

Hansito hat jedenfalls vor ca. 25 Jahren seinen Freund Hans Pico mal besucht, hat Gefallen gefunden an der Insel und ist einfach geblieben. Im Manate feiern wir feuchtfröhlich bei deutscher Bratwurst mit Spätzle (auch Hansito ist Schwabe 😉 ) unter anderem mit Ramstein auf Spanisch sowie diversem Netzwunschkonzert lautstark in den späten Abend hinein. Lernen unter anderem den jungen Daniel kennen, der 4 Jahre in Deutschland gelebt und dort eine Tischlerlehre gemacht hat. Mit seinem Lieblings-Deutschem-Satz: „Du bist das geborene Arschloch“ hebt der die Stimmung weiter. Sorry dafür, aber wir haben uns vor Lachen kaum noch… usw… schließlich sind wir hier weit weit weg und einen deutsch sprechenden ausgebildeten Tischler haben wir hier nicht erwartet 🙂

Wahrscheinlich ist das alles der Grund, warum wir noch immer hier festhängen und noch nicht weiter gefahren sind. Nachteilig hier ist fuer mich die unzureichenden Möglichkeiten, lange Spaziergänge zu machen. Es gibt nur 2 Wege und beide enden nach einer halben Stunde vor undurchdringlichem Dickicht, obwohl auf Maps.me der Weg eindeutig weiter geht. Aber hier geht niemand spazieren und so hat sich die Natur die Wanderwege wohl wieder zurück geholt 😉 .

Weiteres Manco… in die Stadt Bonacca (siehe letzer Eintrag) kommt man von hier aus nicht mit dem eigenen Dinghi sondern muss sich immer ein Wassertaxi rufen. Auch hier sind die beiden Hans`es immer hilfreich. Wassertaxi fahren ist wie Kirmis 😉 man muss sich ordentlich festhalten und das Steißbein wird auch in Mitleidenschaft gezogen. Hier ein paar Videos unserer letzten Fahrt, ich hoffe, das Tempo ist zu spüren

Und zuletzt noch:

Gute Nacht (schön, oder?)
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Bay Islands – Guanaja – Bonacca

Bonacca ist sowas wie die Hauptstadt von Guanaja, liegt aber nicht direkt auf der Insel Guanaja, sondern davor. Also ist eine Insel vor einer Insel. Und dann ist sie auch noch kuenstlich angelegt und zwar als Verbund zweier aus Korallenkalk bestehenden Cays und wird somit meist auch gar nicht Bonacca genannt, sondern „The Cay „. Manoman! Wie sagt man so schön: Reisen bildet!!!

Bonacca oder auch The Cay ist anders, ist lustig, ist wunderschön. Es gibt keine Straßen, nur Wege und somit keine Autos, keine Roller, keine Golfcars und wahrscheinlich nicht mal Fahrräder. Der Aufstieg auf ein Solches wäre schon Zeitverschwendung, denn die „Mainstreet“ hat man in 3-4 Minuten schon abgelaufen. Was es gibt, sind Häuser. Jede Menge Häuser, die Meisten auf Stelzen im Wasser. 5000 Menschen sollen hier leben, das ist die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Und alle sind nett. Kriminalität soll es nicht geben, Tourismus auch kaum.

Wir fühlen uns wohl hier, aber der Ankerpatz ist unruhig und so werden wir uns nach dem Einklarieren und dem ersten Inspizieren der örtlichen Supermärkte in die El Bight Bucht umlegen .

Vorher aber noch…. ganz wichtig… wird das local Bier getestet

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Plan 5 umgesetzt und Ankunft in???

Samstag früh geht es los. Unser Anker, der die letzten Nächte 25-35 Knoten standgehalten hat, weigert sich, sein Sandbett zu verlassen. 10 Minuten fährt der Skipper vorwärts und rückwärts, um ihn zu überreden.  Ich fürchtete schon, ihn mittels Spaten ausbuddeln zu müssen, da gab er nach und wir konnten bye bye San Andres sagen. Nett war es hier, anders als erwartet und wir haben den länger als geplanten Aufenthalt nicht bedauert.

Der Wind kommt aus Nord-Ost. Die Strömung auch *knatsch*. Um einen besseren Winkel zum Wind zu bekommen, müssen wir aber ein Stück nach Nord-Ost und so werfen wir trotz gutem Wind für eine Nacht die Maschine an und bolzen gegen die Wellen, den Wind und die Strömung an. Unser Etmal (zurückgelegte Meilen in 24 Stunden) beträgt am nächsten Morgen statt der üblichen 100-120 Seemeilen gerade mal schlappe 45 Seemeilen in die richtige Richtung. Läuft!

Auch am 2. Tag ist die Strömung noch gegen uns, zwar sind wir jetzt auf dem richtigen Kurs, aber vorankommen geht anders. Wir segeln einen „ Hart am Wind“ – Kurs und das ist so ziemlich das Ungemütlichste, was man als, sagen wir mal so: als lieber vor Anker liegende Segler sich wünschen kann. Die Krängung ist ordentlich! Man kann nicht richtig sitzen, geschweige denn laufen. Schlafen geht auch nicht, da ja ständig 2m Wellen seitwärts lautstark gegen das Schiff knallen und zur weiteren Krängung führen. Essen? Kochen? Erübrigte sich von alleine. All meine liebevoll für diesen Törn vorbereiteten eingekochten Fleischgläschen bleiben zu. Tagsüber zwängen wir uns ein Scheibchen Brot rein und abends gibt es 4 Tage lang Tüten-Nudel-Suppen! Chin. Suppe, Huhn und Rind – Abwechslung muss sein 😉 und wenn ich nicht wenigsten 1-2 Kilo abgenommen hab, dann bin ich echt sauer.

Dazwischen gibt es immer mal wieder die ein oder andere Pille gegen Seekrankheit und wieder mal sind wir uns einig:  siehe oben… wir ankern lieber statt zu segeln 😉

Nach 3,5 Tagen ist es endlich soweit, wir können die Richtung ändern und somit kommt der Wind jetzt von schräg hinten. Welch Wohltat! Gerade sitzen, laufen ohne sich festhalten zu müssen, die nun von hinten kommenden Wellen heben das Schiff sanft hoch, gleiten darunter hinweg und lassen es ebenso sanft wieder runter. Geht doch! Man muss nur einfach in die richtige Richtung segeln 😉 , dann klappt´s auch mit dem Spaß haben.

Das blaue ist relativ flaches Wasser (10-20 m)

Wir haben es umschifft, da man wegen Piratengefahr nicht zu nah an die Kuesten Nicaraguas und Honduras kommen soll. Heißt in unserem Fall ca. 150 Seemeilen und 1 1/2 Tage mehr 👿

Größer als ich dachte, unser neues Ziel 😉

Donnerstagmittag erreichen wir unser neues Ziel gemäß Plan Nr. 5 und ankern vor Guanaja, einer kleinen Insel, die zu Honduras und den Bay Islands gehört. Mmhhmm… Honduras? Bay Islands? War da nicht irgendwie mal „Mexiko“ im Gespräch gewesen?

Nun, im Pläne ändern sind wir scheinbar gut! Nach der 2,5 tägigen Fahrt von Bocas nach San Andres hatten wir eigentlich schon wieder die Nase voll und dachten mit Grauen an die weiteren mindestens 8 Tage, die wir bis Mexiko (Isla Mujeres) brauchen würden. Die geplanten Zwischenstopps vor dem Riff von Providencia sowie dem Swan-Sandhaufen wurden quasi sofort abgehackt. So´n Quatsch, wenn man erst mal unterwegs ist, will man eigentlich nur noch ankommen. Ein weiteres Problem ist, ein passendes Wetterfenster für 8 Tage (mit Zwischenstopps sogar 10-11 Tage) zu finden. Die nächste Hurrikan Saison wollen wir im Riu Dulce in Guatemala verbringen, um einiges zu reparieren. Dazu müssten wir dann von Mexiko aber mindestens 3 Tage wieder zurück segeln, während die Bay Islands auf dem direkten Weg liegen. Dazu kamen ein paar Bemerkungen meines Skippers in diese Richtung und ich legte meinen Reiseführer für Mexiko ein zweites Mal beiseite. Nun, Mexiko ist nächstes Jahr auch noch da wo es jetzt ist und außerdem auch per Flugzeug von Guatemala aus zu erreichen.

Wir schauen uns bei YouTube ein paar Filme über die Bay Islands an, fotografieren den Cruising-Guide von Fritz über diese Gegend ab und freuen uns auf ein neues Ziel und darauf, Guanaja, Roatan und Utila in den nächsten Monaten kennen zu lernen.

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35 Knoten Wind und Plan Nr. 5

Der Wind hat uns die letzten Nächte kaum richtig schlafen lassen. Tagsueber weht er mit ca 15 Konten, was uns einen super ausgeglichenen Energiehaushalt beschert. Nachts jedoch zieht ein Squall nach dem Anderen durch (Ein Squall ist ein plötzlicher, starker Anstieg der Windgeschwindigkeit, der Minuten dauert, im Gegensatz zu einem Windstoß, der Sekunden dauert. Sie sind normalerweise mit aktivem Wetter verbunden, wie Regenschauern undGewittern ) . Und bei 35 Knoten schläft man nicht mehr, jedenfalls nicht ruhig 😉 und so bekommen wir auch mit, das um uns herum die Anker nicht halten. 2 neu angekommene Kats gehen quasi sofort auf Drift, einer davon streift ein aus dem Wasser ragendes Wrack und hat nun eine schöne fette Macke an der Seite . Beim 3. Squall in der Nacht auf den 1. Dezember hält dann auch der Anker der Tifricat nicht mehr und tuschiert fast ein dahinter liegendes großes Fischerboot.

Unser Anker jedoch hält 🙂 bzw. hielt !!! Ich klopfe mal schnell auf Holz, denn eine Nacht muessen wir hier noch ueberstehen. Morgen wird Plan 5 umgesetzt. Ihr erinnert euch? Plan 3 war aktuell bei der Abfahrt in Panama. Plan 4 wurde inzwischen gestrichen und jetzt schaun wir mal, ob wir Plan 5 umsetzen können.

Morgen verlassen wir San Andres und wenn wir am neuen Ziel angekommen sind, werden wir berichten, ob Plan 5 umzusetzen war oder es zwischenzeitlich einen Plan 6 / 7 / 8 gab 😉

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Vida San Andres :-)

Wir sehen sie täglich von unserem Ankerplatz aus im herrlich türkisem Wasser liegen. Was ist das da eigentlich? Scheint eine Floatingbar zu sein! Mal ist sie gut besucht, mal weniger. Fuer unseren Fotoapparat aber immer zu weit weg und so machen wir uns mit dem Dinghi auf, um das Spektakel näher zu betrachten.

Noch immer zu weit weg…
AH… hier sind sie also alle, Franks geliebte Couchboote, die tägilch an uns vorbei düsen

Das muessen wir uns näher ansehen, legen mit den Dinghis an der Floatingbar an, ruinieren damit den Altersdurchschnitt von 25 😉 und können uns fortan nur noch anschreien

Und weils so schön war 🙂 und der Tänzer auf dem Oberdeck so…*Schmunzel*

Ab 17.00 Uhr wird es ruhiger, die Couchboote fahren ihre feierfreudigen Gäste zurück ins Hotel. Duschen, Abendessen und weiter feiern ist angesagt 😉 . Wir dagegen nehmen noch einen ganz ruhigen und leisen 😉 Sundowner auf der Tifricat und eine Stunde später sieht das türkise Fleckchen dort dann so aus:

Alle weg, selbst die Floatlngbar wird weggeschafft

Ach ja, C o r o n a ??????? Da war doch was, oder? 😉

Hängt groß und fett in der Bar *hahahaha*

Auch wenn es uns zu laut war, wir lieben diese Kolumbianer 🙂

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Round San Andres

Wir wollen mehr sehen von San Andres! Wie sieht z.B. die Westseite aus? Und so leihen wir uns ein… nein, kein Auto, sondern eines der extra fuer San Andres angeschafften Touristen-Transport-Karren 😉

Anderswo heißen die Teile Golfcars, aber ????
ob die auch die Magerausstattung haben? Keine Binker, keine Handbremse, keine Geschwindigkeitsanzeige etc, aber gefahren is es 😉

San Andres ist nur 12 Km lang und da alle mehr sehen wollen als Strand trifft man auf der Umrundungsstraße hauptsächlich „Golfcars“

Besonders spannend ist die Insel nicht, beziehungsweise unterscheidet sie sich nicht groß von anderen karibischen Inseln, was mir mal wieder verdeutlicht, dass wir inzwischen in der Beziehung uebersättigt sind *traurig guck*

Sehr schön und originell auch diese Straße mit Kunst aus Plastikmuell:

Nicht besonders spannend alles? Stimmt schon, aber fuer uns war es ein nette Abwechslung!

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San Andres – Perle der Karibik

Das mit der Perle kommt von Frank, hat er irgendwo gelesen 😉 Ist also unbestätigt und er sucht diese auch noch 🙂

Mit meinem ersten Bericht aus San Andres habe ich mir extra Zeit gelassen und das war gut so! Man stelle sich vor, man kommt (so wie wir) aus dem zwar touristischen, aber verschlafenen Bocas del Toro, wo man ueber die Hauptstraße schlendern kann, ohne groß auf Verkehr achten zu muessen, da eh nur alle 10 Minuten mal ein Auto im Schleichgang vorbei kam. Und dann steht man hier an der Straße und versucht eine Luecke zum Ueberqueren zu finden zwischen Kolonnen von ca. 30 Rollern. Bremsen fuer Fußgänger? Ein No Go! Auf gar keinen Fall. Wenn man viel Glueck hat, umrunden sie einen. Wenn man Pech hat….

Das gleiche Bild am Strand, hier sind es keine Roller, aber dafuer Massen an Menschen

Willkommen in Kolumbien also 🙂 und so sind wir in den ersten Tagen regelrecht erschlagen von der massigen feuchtfröhlichen Lebensfreude hier. Ich schätze mal, so 96 % der Touristen hier sind Kolumbianer (zur Zeit jedenfalls) und Kolumbianer sind ein Völkchen fuer sich. Wir haben sie lieben und schätzen gelernt auf dem kolumbianischen Festland, aber nach 2,5 Jahren panamesischer Steifheit brauchten wir ein paar Tage, um nicht nur staunend daneben zu stehen sondern uns mittreiben zu lassen.

Endlich gefunden, eine ungestylte „Strand-Bar“

Rechts und links an der 2wishes vorbei fahren täglich nicht 3-5 Ausflugsboote, sondern mehr so 30-50 in verschiedenen Größen und äh…. Musik-Lautstärke 😉 . Es gibt ein paar kleinere vorgelagerte Inseln, zu denen die Urlauber morgens hingekarrt und am Nachmittag spätestens gegen 17.30 Uhr zurueck geschafft werden.

Franks geliebte Couchboote 😉

Absehbar aber ist, das mit dem kurzen Stop hier das wird nix. Die Tifricat muss ein paar Reparaturen und Umbauten vornehmen und der Wind stimmt weder richtungsmäßig noch in der richtigen Stärke. Langzeitaufenthalte sind wir ja inzwischen gewöhnt 😉 und so sitzen wir das hier vor dieser reizenden Partyinsel einfach aus und können Gittys Geburtstag daher in Ruhe feiern und darauf anstoßen mit einem fantastischem Hinter- und Untergrund

Es lässt sich wirklich aushalten hier 🙂

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Stop I – San Andres

Fast exakt nach 2,5 Tagen erreichen wir San Andres 🙂 und zwar mit einem Törn, der tatsächlich genauso verlaufen ist wie von uns erwartet und erhofft. FAST ohne Probleme 😉

2 Tage fahren wir unter Motor gen Osten gegen den fast nicht vorhandenen Wind an und kommen daher ganz gut voran. 1 x täglich gelingt es uns sogar, 2-3 Stunden zu segeln , so dass sich der Motor abkühlen kann . Nachdem wir dann Samstag Morgen gegen 6.00 Uhr endich den direkten Kurs Richtung San Andres einschlagen können, klappts auch mit dem Segeln. Um 17.00 Uhr erreichen wir die erste Tonne der betonnten Einfahrtstrecke. Vollbesetzte Turistenboote kreuzen vor und hinter uns . Paragleiter werden genau vor uns für ein Bad im Meer mitten in der Fahrrinne abgesetzt. Wo sind wir bloß gelandet?

17.30 Uhr – wir verlassen die Fahrrinne und versuchen den Ankerplatz ohne Aufzusetzen zu erreichen. Nichts für schwache unausgeschlafene Nerven, sach ich euch. Bei 0,40 m unterm Kiel setzt da schon mal der ein oder andere Herzschlag aus. Ankergrund Seegras! Ich ahne das Schlimmste. Jetzt 3-5 vergebliche Ankerversuche und der Skipper ist reif für die Klapse. Und promt scheitert der erste Versuch! Während wir eine neue Stelle suchen, kommt unser Agent Mr. Watson angebraust, begrüßt uns freundlich und meint, wir sollen uns erst mal ausruhen und könnten morgen Vormittag einklarieren. Sehr nett, aber wir hatten in der Tat nichts anderes vor 😉 . Während dieses Gesprächs stehe ich etwas unentspannt mit der Bedienung fuer die Ankerwinsch am Bug und beobachte den Ankergrund. Und da… ein hellblauer Fleck. Hellblau bedeutet S A N D ohne Seegras. Ich lotse Frank dort hin, brav hält er sich an meine Richtungsanweisungen und 3 Minuten später sitzt unser Anker tief und fest in strahlend weißem Sand. Es ist 17.30 Uhr !!!

17.32 Uhr – Ankerbier 🙂 Rechts und links brausen Touristenboote an uns vorbei und bringen diese von diversen Stränden zurück . Wir beobachten staunend. Soviele Menschen und Boote sind wir seit Jahren nicht mehr gewohnt.

18.00 Uhr – Es wird dunkel

18.30 Uhr – Es ist stockdunkel !

19.30 Uhr – die Tifircat hat es auch geschafft und ankert noch rasch neben der Fahrrinne

Ein paar Stunden nach Abfahrt in Bocas hatten wir uns auf diesem großen vielen Wasser bereits verloren und trotz eines total anderen Kurses hatten wir nur eine Differenz von 2 Stunden zwischen uns.

Nachtrag: FAST ohne Probleme?????? Nun ja, eben nicht ganz. Wieder Ärger mit unserem autopiloten. Diesmal streikte der Steuerungskompass. Plötzlich gefiel mit die Stelle, an der er seit 1 Jahr montiert ist, nicht mehr und verweigerte den Dienst. Natürlich hatten wir gerade die Segel draußen, als die 2wishes anfing, unfreiwillig Kreise zu drehen. Das macht echt Spaß! Aber inzwischen sind wir abgebrühter. Eine Stunde lang steuer ich das Schiff von Hand (ja, so was geht tatsächlich auch *grummel*) während Frank dem Steuercomputer einen neuen Platz zu weist. Dieser ist damit einverstanden und wir können das Steuern wieder dem Autopiloten überlassen. Also quasi kaum besondere Vorkommnisse 🙂

Und jetzt sind wir gespannt auf San Andres….

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Und plötzlich muss alles schnell gehen

Abfahrt sollte Mitte November sein, also nachdem der letzte Hurrikan 2020 durchgezogen war. So schauen wir seit Anfang November täglich nach dem Wetter bzw. Wind und stellen erstaunt fest: Da draußen tut sich was! Wo in den letzten Wochen Flaute herrschte, tobt plötzlich der Wind. Gut, man braucht Wind zum Segeln, aber dann bitte nicht zuviel und vor allen Dingen nicht von vorn. Die 20-30 Kn0ten direkt auf die Nase der letzten 14 Tage können wir nicht gebrauchen , wir brauchen 2-3 Tage ruhiges Wetter, damit wir die Strecke nach San Andres unter Motor schaffen können.

Sonntag Nachmittag dann gehen die Nachrichten zwischen der Tifricat und der 2wishes hin un her. Ab Donnerstag gibt es ein Niedrigwind-Wetterloch. Montag nochmal gecheckt und anschließend ist klar, wenn nicht Donnerstag, dann wer weiß wann. Und so sind wir plötzlich total im Stress. Das Unterwasserschiff muss noch gereinigt und die letzten Vorräte an Bord geschafft werden, die Wäsche muss zur Laundry, Dinghi-Sprit muss geholt werden und der hintere Wassertank mittels Kanister gefuellt werden. Eine neue große preiswerte Panama-Gasflasche muss her und fuer ein Abschiedessen in der italienischen Trattoria Pane e Vino muss auch Zeit gefunden werden.

Da Mittwoch mal wieder einer der zahlreichen November-Feiertage hier ist, mußten wir heute schon ausklarieren und behaupten, frueh am nächsten Tag das Land zu verlassen. Zeitaufwand 2 Stunden – man hat ja sonst nix zu tun 😉 . Gleich wird noch frisches Gemuese an Bord geschafft , die Wäsche aus der Laundry geholt und dann gehts bereits zum Abschiedsessen, denn morgen verstecken wir uns noch fuer eine Nacht in der Star Fish Bay, denn wettermäßig können wir erst Donnerstag raus. Nun denn, wehe es kontrolliert uns jemand nach 2 1/2 Jahren.

Nächste Nachricht dann also in Kurzform aus San Andres oder auch erst in 10-14 Tagen aus Mexiko.

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Ein neues Ziel ! Hurra!

Aber wie hin kommen…. Klar, natürlich mit unserem Schiff, dafuer haben wir es ja. Nur ist es eben ein Segelboot mit begrenztem Tankvolumen, so dass man nicht dauerhaft ein Motorboot daraus machen kann. Fürs Segeln aber braucht man Wind, aber Bocas del Toro liegt im letzten Loch und Wind gibt es hier nicht!

Und so schmieden wir gemeinsam mit der österreichischen Tifricat Pläne über Pläne. Wir wollen hoch nach Mexiko, Fritz und Gitti zu den Bay Islands vor Honduras. Somit haben wir fast die Hälfte der Strecke die gleiche Route vor uns.

Plan 1: Unter Motor 260 Seemeilen, sprich 2,5 Tage nach Providencia, dort auftanken und danach unter Segel weiter, weil von da aus der Winkel stimmt. Aber Providencia ist wegen der Hurrikanschäden vom letzten Jahr wohl noch geschlossen. San Andres (die erste kolumbiansche Insel auf der Strecke) nach 185 Seemeilen wäre eine weitere Option.

Plan 2 der Tifricat: 160 Seemeilen zurück Richtung Sueden-Ost nach Linton Bay (unter Motor wahrscheinlich, alldieweil auch in die Richtung zur Zeit kein Segeln möglich ist), da dann auftanken und auf Wind aus der besseren Richtung warten , um dann von dort quasi die 160 + 260 Seemeilen Richtung Providencia mit dem besseren Winkel segeln zu können.

P L A N 2

Dieser Plan wird erst vom Skipper skeptisch abgenickt und dann doch nach ein paar Tagen von beiden Crews wieder verworfen. Franks Einwand, warum er denn erst 160 Seemeilen unter Motor zurück fahren soll, wenn er doch auch in 185 Seemeilen San Andres zum Auftanken unter Motor erreichen könnte, fällt auf fruchtbaren Boden. Plan 3 also ! Manches muss eben erst mal reifen und dauert länger 🙂

Und so haben wir also mit dem Agenten von San Andres bereits Kontakt aufgenommen, denn in Kolumbien kann man nur mittels Agent einklarieren. Das wird ein teures Tanken, 43 Dollar Touristensteuer pro Person plus 80 Dollar fuer den Agenten. Was macht man nicht alles, wenn man keinen Umweg fahren will 😉 und vielleicht ist diese kolumbianische Partyinsel ja doch ganz nett.

Wie gesagt, sie ist nicht unser Hauptziel, sondern wird nur zum Tanken und fuer einen kleinen Break angefahren.

Einen weiteren Break wird es dann kurz hinter Providencia geben. Dort soll es laut Fritz ein wunderschönes Riff mitten im Meer geben, hinter dem man den ein oder anderen Tag bzw. Nacht zum Ausruhen verbringen kann.

Nächster Stop dann Islas Santanilla oder auch Swan Island genannt. Eine Mini-Sand-Haufen mitten im Meer, ca. 400 Seemeilen (also 4 Tage und 4 Nächte) von Providencia entfernt.

SO…. BIS HIER HIN ALLES VERSTANDEN 😉

Wenn alles gut geht, werden wir bis hier hin gemeinsam mit der Tifricat zusammen bleiben, um uns dann erstmal fuer ein paar Monate zu trennen. Die Tifricat hat von da aus nur noch ca. 150 Seemeilen bis Roatan (Bay Island Honduras) , wir aber haben von dort aus noch mal 280 Seemeilen (ca 3 Tage) vor uns bis zu unserem Endziel Isla Mujeres in Mexiko.

Abfahrt ist in ca. 2 Wochen! Mmmhhmmmm – also bleibt noch viel Zeit, um Pläne umzuwerfen 😉

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