Stop I – San Andres

Fast exakt nach 2,5 Tagen erreichen wir San Andres 🙂 und zwar mit einem Törn, der tatsächlich genauso verlaufen ist wie von uns erwartet und erhofft. FAST ohne Probleme 😉

2 Tage fahren wir unter Motor gen Osten gegen den fast nicht vorhandenen Wind an und kommen daher ganz gut voran. 1 x täglich gelingt es uns sogar, 2-3 Stunden zu segeln , so dass sich der Motor abkühlen kann . Nachdem wir dann Samstag Morgen gegen 6.00 Uhr endich den direkten Kurs Richtung San Andres einschlagen können, klappts auch mit dem Segeln. Um 17.00 Uhr erreichen wir die erste Tonne der betonnten Einfahrtstrecke. Vollbesetzte Turistenboote kreuzen vor und hinter uns . Paragleiter werden genau vor uns für ein Bad im Meer mitten in der Fahrrinne abgesetzt. Wo sind wir bloß gelandet?

17.30 Uhr – wir verlassen die Fahrrinne und versuchen den Ankerplatz ohne Aufzusetzen zu erreichen. Nichts für schwache unausgeschlafene Nerven, sach ich euch. Bei 0,40 m unterm Kiel setzt da schon mal der ein oder andere Herzschlag aus. Ankergrund Seegras! Ich ahne das Schlimmste. Jetzt 3-5 vergebliche Ankerversuche und der Skipper ist reif für die Klapse. Und promt scheitert der erste Versuch! Während wir eine neue Stelle suchen, kommt unser Agent Mr. Watson angebraust, begrüßt uns freundlich und meint, wir sollen uns erst mal ausruhen und könnten morgen Vormittag einklarieren. Sehr nett, aber wir hatten in der Tat nichts anderes vor 😉 . Während dieses Gesprächs stehe ich etwas unentspannt mit der Bedienung fuer die Ankerwinsch am Bug und beobachte den Ankergrund. Und da… ein hellblauer Fleck. Hellblau bedeutet S A N D ohne Seegras. Ich lotse Frank dort hin, brav hält er sich an meine Richtungsanweisungen und 3 Minuten später sitzt unser Anker tief und fest in strahlend weißem Sand. Es ist 17.30 Uhr !!!

17.32 Uhr – Ankerbier 🙂 Rechts und links brausen Touristenboote an uns vorbei und bringen diese von diversen Stränden zurück . Wir beobachten staunend. Soviele Menschen und Boote sind wir seit Jahren nicht mehr gewohnt.

18.00 Uhr – Es wird dunkel

18.30 Uhr – Es ist stockdunkel !

19.30 Uhr – die Tifircat hat es auch geschafft und ankert noch rasch neben der Fahrrinne

Ein paar Stunden nach Abfahrt in Bocas hatten wir uns auf diesem großen vielen Wasser bereits verloren und trotz eines total anderen Kurses hatten wir nur eine Differenz von 2 Stunden zwischen uns.

Nachtrag: FAST ohne Probleme?????? Nun ja, eben nicht ganz. Wieder Ärger mit unserem autopiloten. Diesmal streikte der Steuerungskompass. Plötzlich gefiel mit die Stelle, an der er seit 1 Jahr montiert ist, nicht mehr und verweigerte den Dienst. Natürlich hatten wir gerade die Segel draußen, als die 2wishes anfing, unfreiwillig Kreise zu drehen. Das macht echt Spaß! Aber inzwischen sind wir abgebrühter. Eine Stunde lang steuer ich das Schiff von Hand (ja, so was geht tatsächlich auch *grummel*) während Frank dem Steuercomputer einen neuen Platz zu weist. Dieser ist damit einverstanden und wir können das Steuern wieder dem Autopiloten überlassen. Also quasi kaum besondere Vorkommnisse 🙂

Und jetzt sind wir gespannt auf San Andres….

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Und plötzlich muss alles schnell gehen

Abfahrt sollte Mitte November sein, also nachdem der letzte Hurrikan 2020 durchgezogen war. So schauen wir seit Anfang November täglich nach dem Wetter bzw. Wind und stellen erstaunt fest: Da draußen tut sich was! Wo in den letzten Wochen Flaute herrschte, tobt plötzlich der Wind. Gut, man braucht Wind zum Segeln, aber dann bitte nicht zuviel und vor allen Dingen nicht von vorn. Die 20-30 Kn0ten direkt auf die Nase der letzten 14 Tage können wir nicht gebrauchen , wir brauchen 2-3 Tage ruhiges Wetter, damit wir die Strecke nach San Andres unter Motor schaffen können.

Sonntag Nachmittag dann gehen die Nachrichten zwischen der Tifricat und der 2wishes hin un her. Ab Donnerstag gibt es ein Niedrigwind-Wetterloch. Montag nochmal gecheckt und anschließend ist klar, wenn nicht Donnerstag, dann wer weiß wann. Und so sind wir plötzlich total im Stress. Das Unterwasserschiff muss noch gereinigt und die letzten Vorräte an Bord geschafft werden, die Wäsche muss zur Laundry, Dinghi-Sprit muss geholt werden und der hintere Wassertank mittels Kanister gefuellt werden. Eine neue große preiswerte Panama-Gasflasche muss her und fuer ein Abschiedessen in der italienischen Trattoria Pane e Vino muss auch Zeit gefunden werden.

Da Mittwoch mal wieder einer der zahlreichen November-Feiertage hier ist, mußten wir heute schon ausklarieren und behaupten, frueh am nächsten Tag das Land zu verlassen. Zeitaufwand 2 Stunden – man hat ja sonst nix zu tun 😉 . Gleich wird noch frisches Gemuese an Bord geschafft , die Wäsche aus der Laundry geholt und dann gehts bereits zum Abschiedsessen, denn morgen verstecken wir uns noch fuer eine Nacht in der Star Fish Bay, denn wettermäßig können wir erst Donnerstag raus. Nun denn, wehe es kontrolliert uns jemand nach 2 1/2 Jahren.

Nächste Nachricht dann also in Kurzform aus San Andres oder auch erst in 10-14 Tagen aus Mexiko.

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Ein neues Ziel ! Hurra!

Aber wie hin kommen…. Klar, natürlich mit unserem Schiff, dafuer haben wir es ja. Nur ist es eben ein Segelboot mit begrenztem Tankvolumen, so dass man nicht dauerhaft ein Motorboot daraus machen kann. Fürs Segeln aber braucht man Wind, aber Bocas del Toro liegt im letzten Loch und Wind gibt es hier nicht!

Und so schmieden wir gemeinsam mit der österreichischen Tifricat Pläne über Pläne. Wir wollen hoch nach Mexiko, Fritz und Gitti zu den Bay Islands vor Honduras. Somit haben wir fast die Hälfte der Strecke die gleiche Route vor uns.

Plan 1: Unter Motor 260 Seemeilen, sprich 2,5 Tage nach Providencia, dort auftanken und danach unter Segel weiter, weil von da aus der Winkel stimmt. Aber Providencia ist wegen der Hurrikanschäden vom letzten Jahr wohl noch geschlossen. San Andres (die erste kolumbiansche Insel auf der Strecke) nach 185 Seemeilen wäre eine weitere Option.

Plan 2 der Tifricat: 160 Seemeilen zurück Richtung Sueden-Ost nach Linton Bay (unter Motor wahrscheinlich, alldieweil auch in die Richtung zur Zeit kein Segeln möglich ist), da dann auftanken und auf Wind aus der besseren Richtung warten , um dann von dort quasi die 160 + 260 Seemeilen Richtung Providencia mit dem besseren Winkel segeln zu können.

P L A N 2

Dieser Plan wird erst vom Skipper skeptisch abgenickt und dann doch nach ein paar Tagen von beiden Crews wieder verworfen. Franks Einwand, warum er denn erst 160 Seemeilen unter Motor zurück fahren soll, wenn er doch auch in 185 Seemeilen San Andres zum Auftanken unter Motor erreichen könnte, fällt auf fruchtbaren Boden. Plan 3 also ! Manches muss eben erst mal reifen und dauert länger 🙂

Und so haben wir also mit dem Agenten von San Andres bereits Kontakt aufgenommen, denn in Kolumbien kann man nur mittels Agent einklarieren. Das wird ein teures Tanken, 43 Dollar Touristensteuer pro Person plus 80 Dollar fuer den Agenten. Was macht man nicht alles, wenn man keinen Umweg fahren will 😉 und vielleicht ist diese kolumbianische Partyinsel ja doch ganz nett.

Wie gesagt, sie ist nicht unser Hauptziel, sondern wird nur zum Tanken und fuer einen kleinen Break angefahren.

Einen weiteren Break wird es dann kurz hinter Providencia geben. Dort soll es laut Fritz ein wunderschönes Riff mitten im Meer geben, hinter dem man den ein oder anderen Tag bzw. Nacht zum Ausruhen verbringen kann.

Nächster Stop dann Islas Santanilla oder auch Swan Island genannt. Eine Mini-Sand-Haufen mitten im Meer, ca. 400 Seemeilen (also 4 Tage und 4 Nächte) von Providencia entfernt.

SO…. BIS HIER HIN ALLES VERSTANDEN 😉

Wenn alles gut geht, werden wir bis hier hin gemeinsam mit der Tifricat zusammen bleiben, um uns dann erstmal fuer ein paar Monate zu trennen. Die Tifricat hat von da aus nur noch ca. 150 Seemeilen bis Roatan (Bay Island Honduras) , wir aber haben von dort aus noch mal 280 Seemeilen (ca 3 Tage) vor uns bis zu unserem Endziel Isla Mujeres in Mexiko.

Abfahrt ist in ca. 2 Wochen! Mmmhhmmmm – also bleibt noch viel Zeit, um Pläne umzuwerfen 😉

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Früher durfte ich immer nur 3 Tage bleiben

Ein typischer Ausspruch meines Skippers, obwohl… die 3 Tage sind ein bißchen untertrieben, es waren auch schon mal 7 oder so Tage 😉 Jedenfalls bekam ich diesen Spruch zu hören, als ich kürzlich von meiner Angst erzählte.

So habe ich letztens mal selber in meinem eigenen Blog gestöbert! Donnerwetter, war wir früher umtriebig. Ständig andere Inseln, andere Länder, andere Ankerbuchten. Und nun hängen wir schon 2 1/2 Jahre in Panama fest und ich schiebe Panik, diese so vertraute Gegend zu verlassen. Allein das Ein- und Ausklarieren mit anderen Bestimmungen… wie, wo ueberhaupt usw. , wo wird ein Dinghisteg sein, wo die nächste Laundry, wie komme ich an dieses und jenes. Lächerliche Kleinigkeiten, ich weiß!

Abenteuerlust, Reiselust…. abgelöst von Unbehagen! Wie furchtbar! Corona-Langzeit-Folge?

Es nützt nichts! Hierbleiben möchte ich aber auch nicht! Genug ist genug, so schnappe ich mir meinen neuen Loneley Planet Reiseführer und therapiere mich selber 😉

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R134a – Ein Hurra an den Skipper !!!!!

R134a ist Kältemittel, mit dem man z.B. Klimaanlagen auffuellt oder auch Kuehlschränke. Eine Klimaanlage haben wir nicht, allerdings einen Kuehlschrank. Kaum etwas ist wichtiger an Bord, denn warmes Bier geht gar nicht 👿

Nun hat unser Kuehlschrank oder auch der Kuehlkompressor irgendwo ein winzig kleines Löchlein und verliert sein Kältemittel alle 6-8 Monate. Wenn sich an der Kuehlplatte im Kuehlschrank Eis bildet, dann wissen wir inzwischen… obacht… wir sollten so langsam mal nach einem Kuehlmittel-Auffueller-Fachangestellten Ausschau halten 😉 . In der Linton Bay hat Frank mal einen auf dem Parkplatz aufgegriffen, bloß weil der die richtige Flasche bzw. passende Fuellarmatur in der Hand hatte. Verständigung mit Händen und Fueßen, aber anschließend hatten wir wieder kaltes Bier und gekuehlten Käse 🙂 .

Dabei hatten wir uns bereits in Kolumbien mit den entsprechenden Schläuchen und Manometern sowie R134a ausgestattet fuer die Aktion „Selbst ist der Mann“, aber leider eben ohne Plan, wie zu tun. Anleitungen im Internet sind auch nicht sehr präzise und nuetzlich und so lag die Fuellarmatur samt Kuehlmittel seit Jahren gut verstaut und ungenutzt in den Tiefen unsere Backskisten. (ist ja auch kein Problem, solange man Leute auf Parkplätzen abgreifen kann 😉 , aber was machen, wenn kein Parkplatz in der Nähe ist hä ? ) Vor 6 Wochen jedoch war es soweit, gut erholt vom Deutschlandurlaub kramte Frank alles hervor , schloß div. Schläuche an und es klappte. Kuehlmittel strömte tatsächlich in den Kompressor und weils so schön war und das Fläschchen soooo klein, haben wir kurzerhand alles reingedonnert. Blöd nur, das der Kuehlschrank nun gar nicht mehr kuehlte. 😥 Wir rufen unsere Allzweckwaffe Martin zu Hilfe! Diagnose: Zuviel Kuehlmittel, zu hoher Druck. Und er läßt ueber Stunden all unser schöne Gas wieder ab 🙁 bis auf 5-10 bar.

Der Kuehlschrank kuehlt wieder, bildet aber sofort Eis. Gut, auch ein Martin weiß nicht alles, z.B. dass unser Kuehlschrank 15-20 bar braucht (laut Aussage irgendeines vom Parkplatz usw. aufgegriffenen Facharbeiters) aber erstmal reichte es fuer ein paar Wochen. Aber gestern war es dann wieder soweit.

Lange Rede, kurzer Sinn – genug zugeschaut, genug gelernt…. das muessen wir doch selber hinbekommen. Nun ich bin gut darin, zu zuschauen und (beruhigende) Kommentare abzugeben, Frank ist mehr so der vor sich hin fluchende Praktiker 😛 Jedenfalls, die Schläuche saßen richtig, zuerst entlueften und dann g a n z langsam und immer g a n z wenig Gas step by step einfuellen. 18 bar ! Und siehe da! Das Bier ist wieder kalt und fuer ein paar Monate ist es zumindest an der Front wieder ruhig.

Well done, Skipper !!!!

Wieder ein Lernprozess erfolgreich beendet 🙂

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Kurzurlaub in der Star Fish Bay

Ja, ja…. ich seh die verdrehten Augen bei einigen von euch 😉 bei dem Wort „Urlaub“

Aber es ist nun mal so, auch wir machen zwischendurch mal Urlaub und dafuer bietet sich die 1 1/2 Stunden entfernte StarfishBay nun mal an. Den ganzen Tag einfach nur dasitzen und fremde meist einheimische Leute am Strand beobachten. Wie oft waren wir jetzt schon hier? 4x, 5x, 6x ???? Ich weiß es nicht mehr und so hätte ich eigentlich einen frueheren Blogeintrag kopieren können. Bestimmt wäre es kaum jemanden aufgefallen 😉

5 Tage lang werden nur Minimalreparaturen ausgefuehrt und ansonsten vertreiben wir uns die Zeit mit Spaziergängen, Bowl spielen und jede Menge Sundownern am Strand mit div. leckeren Cocktails.

Abendstimmung – traumhaft schön

Heute ist Sonntag , wir sind schon seit ein paar Tagen wieder zurueck am Ankerplatz vor Boccas Town und mir fällt gerade auf, dass der Skipper heute noch nicht einmal einen Schraubenzieher oder dergleichen in der Hand gehabt hat 😯 Muss ich das jetzt als Urlaubstag rechnen? Genehmigt war der im Vorfeld so jedenfalls nicht 😉 Na gut, es ist ja Sonntag, da will ich mal nicht so sein…

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GEFUNDEN….

🙂 die uns unbekannte Tankstelle auf der Nachbarinsel Caranero 🙂

Und es war ueberhaupt nicht schwer fuer unser inzwischen geschultes panamesisches Tankstellenauge 😉 , von Weitem waren schon die großen (nicht digitalen 😉 ) Preisschilder zu erkennen. Nichtmal eine riesige Plastiktonne gab es, sondern echte Tankzapfstellen, allerdings versteckt im Bretterverschlag, aber immerhin…. TOP !!! Richtiges luxustanken!!!

Direkt daneben sehen wir das kleine Restaurant „The big Fish“ mit einem so einladenen Anlegesteg, das wir gar nicht umhin kommen, da festzumachen.

Toll, oder? Wer da nicht von Urlaub, Sonne und Meer träumt…

Nach einem kuehlen Blonden sowie geeistem Kaffee machen wir einen Spaziergang auf der Insel, die uebrigens autofrei ist. Und genau wie vor 2 Jahren ist auch jetzt der Eindruck wieder gemischt. Ja, es gibt nette gepflegte Häuschen, die auch ihr unmittelbares Umfeld frei von Muell halten, aber leider auch Häuser, die auf kleinen Muellbergen stehen.

Wir kommen an einer , nun Gaststätte, Bar, Kneipe wäre zuviel gesagt, einheimischen Trinkgeelegenheit vorbei, aus der mördermäßig laut Musik erschallt und ein Blick in Franks Gesicht sagt mir sofort, hier muss ich auf dem Rueckweg einkehren 😉 Es macht auch riesigen Spaß, allerding ist eine Unterhaltung nicht mehr möglich, einzelne Satzfetzen muss man sich ins Ohr schreien. Kein Wunder bei solchen Lautsprechern

Aber die panamesischen Jungs und Mädels haben ihren Spaß. Es ist noch frueh am Tag, wer weiß, was hier abends los ist.


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Netter Reisebericht????

Nun, wer den jetzt hier erwartet, der sollte sofort wieder wegklicken und sich , sagen wir mal, so Mitte November wieder auf diese Seite trauen.

Fuer die restlichen hartnäckigen interessierten Leser, Freunde und Verwandte sei gesagt: Es passiert nix ! Jedenfall nix, was euch zu Hause brennend interessieren könnte. Sogar 1 Monat nach Rueckkehr fehlen mir die Ideen, wie ich diesen Blog in den nächsten Wochen mit Einträgen fuellen soll. (O-Ton Frank: Ich soll einfach einen alten Beitrag nehmen und den kopieren 😉 )

Aber, da ihr ja das hier jetzt immer noch lest 😉 und scheinbar brennend an unserem (Reparatur-)Alltag interessiert seid:

2 Wochen habe wir noch in der Marina gelegen, nicht weil es dort so schön windstill und das Wasser zum Schwimmen so wunderbar klar und rein ist, sondern weil diverse Repartur-, Reinigungs- und Austauscharbeiten dort bequemer auszufuehren waren. Im nachhinein frage ich mich inzwischen auch, womit wir uns ganze 2 Wochen beschäftigt haben. Nun, z.B.:

Austausch von 2 Deckenlampen – 1 Arbeitstag

Austausch der aus Deutschland neu mitgebrachten Steuerkette (mancher mag sich erinnern, die Alte war nur provisorisch ausgetauscht) – 2 Arbeitstage

Einbau des vor 3 Monaten in den USA bestellten und gerade noch rechtzeitig in unserer Marinazeit gelieferten neuen Gasherdes – 2 Arbeitstage

Da fragt man sich natuerlich, wieso sowas 2 Tage dauern kann. Eigentlich alten Herd raus, Neuen rein – basta! Tja, wenn da nicht an dem Neuen ein amerikanischer Gasanschluß wäre. Nun brauchten wir also einen Gasschlauch mit einem europäischen Anschluß auf der einen Seite und auf der Anderen???? Nun kann man sich ja diesen neuen Gasherd nicht untern Arm klemmen und damit in die Stadt zur nächsten Ferreteria gehen. Fuer die Ueberlegungen zur Lösung , eine zweimaliger Aufenthalt in der Stadt mit dem Besuch von 3 Ferreterias und dem Einkauf von div. Materialen braucht man eben Zeit 😉 . Effektiver Zeitaufwand des echten Austausches: ca. 20 Minuten! Manches dauert eben einfach länger 🙂

Nun, seit 2 Wochen allerdings sieht es bei uns so aus:

Endlich wieder Wind und traumhaft 29° warmes Wasser für tägliche Schwimmrunden ums Boot. Wenn man denn dazu kommt, denn, auch hier reißen die Reparatur- und Besorgungsarbeiten einfach nicht ab. Als erstes wird natürlich unser Dinghi zu Wasser gelassen und prompt fährt es nicht *knatsch* .  Nach einer kleinen Probefahrt verreckt der Motor und Frank muss gegen die Strömung zurück paddeln. Gott sei Dank ist Martin in der Nähe (ihr erinnert euch?) und schleppt ihn zurück. Die Stimmung ist natürlich mal wieder im Keller.  Den ersten Fehler finden wir selber, der neue aus DE mitgebrachte Originalpropeller war falsch von uns montiert. Das Problem war schnell behoben, nicht jedoch das Spritproblem. Laut Martin war unser Sprit in den letzten Monaten etwas verdunstet, wodurch der ÖL-Anteil für einen 2-Takter zu hoch war. Gut, müssen wir also an unserer bekannten Tankstelle neuen Sprit kaufen, sollte kein Problem kein. War es aber, denn Tankstelle ist „closed“ wie wir feststellen mussten. Warum, wieso, weshalb – das kann einem hier niemand sagen. Wir kennen leider nur diese Eine, die man mittels Dinghi bzw. Wassertaxi vom Wasser aus anfahren kann. Man darf sich jetzt auch keine ESSO Tankstelle vorstellen, es ist eigentlich nur eine Bretterbude auf Stelzen im Wasser mit einer riesigen Plastiktonne voller Gasoline. Daraus wird mittels eines Zapfhahns Sprit in einen Eimer gefüllt und mit diesem werden dann unsere kleinen Kanister gefüllt. Bitte jetzt nicht fragen, warum die Kanister nicht gleich mit dem Zapfhahn gefüllt werden – dieses Geheimnis hat sich uns bisher nicht erschlossen. So starten wir am nächsten Tag die Aktion, mit unseren kleinen Kanistern an Land zu fahren, dort in ein Taxi zu steigen und die einzige Auto-Tankstelle (die übrigens auch nicht viel anders aussieht 😉 und nur fuer Eingeweihte zu erkennen ist ) anzufahren. Noch während wir das Dinghi fertig machen kommt Martin angefahren und meint, er würde nachmittags nach Caranero (andere Insel) fahren zum Tanken und würde auch unsere Kanister in dem Zuge füllen lassen. Entspannt legen wir uns also fuer diesen Tag zurück und harren der Dinge. Das es dort eine weitere Wassertankstelle geben soll, das hatten wir schon vor 2 Jahren mal gehört, nur haben wir sie damals nicht gefunden. Wahrscheinlich , weilwir in völliger Unkenntnis eine Esso-Tankstelle gesucht hatten 😉

Der Himmel ist tagelang bedeckt, es weht kein Wind… Ergebnis: Die Batterien sind leer. Frank startet unseren kleinen Stromgenerator und die vor ein paar Monaten noch von Martin neu gemachte Anzugsstrippe reißt ab. Frank verwandelt sich mal kurz in ein HB-Männchen und ist, nachdem er wieder gelandet ist, die nächsten 5 Tage (in Worten „fünf“) mehrere Stunden täglich damit beschäftigt, diesen auseinander zu nehmen, so dass man an die Vorrichtung für diese Strippe ueberhaupt dran kommt.

So sieht das dann aus

Ich muss sagen, ich habe echt bezweifelt, dass Frank das Teil auch wieder zusammen gebaut bekommt, aber tatsächlich ist nicht ein Schräubchen uebrig geblieben. Jedoch war jeder Rettungsversuch vergebens, kurze Zeit später erstehen wir in „Town“ einen neuen Generator. Er ist etwas schwach auf der Brust, aber hier am Ende von Panama hat man eben keine Auswahl. Das Cockpit jedenfalls kann jetzt wieder zum „Beine hoch legen“ genutzt werden. Wenn da nicht noch…

Richtig, da war doch noch was… Schon bei der Ausfahrt aus der Marina, als wir mit nur 2,5 statt 5-6 Knoten zum Ankerplatz schlichen war klar, unser Unterwasserschiff muss furchtbar aussehen. Ein erster Schnorchelgang bestätigte die Vermutung. Ein ecklig brauner Teppich hatte sich gebildet, ebenso wie das ein oder andere kleine Riff, lustig bevölkert von kleinen Fischschwärmen, die sich häuslich einrichtet hatten. Sogar ein Oktupus fand unser Unterwasserschiff inzwischen so wohnlich, dass er sich dort niederließ. Liebe Unterwassertiere, so geht das nicht! Es tut uns leid, aber ihr müsst wieder ausziehen. Und so ist Frank erstmal 2 Tage mittels Schnorchel damit beschäftigt unser Schiff frei zu kratzen, um dann noch mal 2 Tage mit Tauchflasche und Tauchausrüstung die unteren Riffs zu entfernen und aus unserem Propeller wieder einen Solchen zu machen anstatt ein völlig zugewachsenes Gebilde.

Ihr merkt also, was richtig Schönes und Spannendes habt ihr nicht verpasst.

Aber… ich will ja nicht meckern, schön warm ist es hier. Die Margaritas schmecken weiterhin und zwischen den Arbeiten geistern Zukunftspläne durch unsere Köpfe, die ständig geändert werden. Schaun wir mal….

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Zuletzt doch noch ein paar Fotos?

Ja, ich weiß… neue (schöne) Blogeinträge waren in den letzten Wochen rar..

Zum Einen gab es nicht wirklich Spannendes zu berichten, zum Anderen hatte man auch nicht so das dolle Gefuehl dabei, euch im zur Zeit saukalten und größtenteils geschlossenem Deutschland mit tollen Fotos vom Strand, Meer und Cocktails neidisch zu machen.

Wie zum Beispiel damit:

oder damit:

Versteht ihr, was ich meine??????

Aber auch fuer uns sind das keine Alltagsfotos, diese oben sind bei einem Besuch der Starfish Bay entstanden. Unser Alltag findet jedoch ankermäßig vor Bocas Town statt, jeden 2. Tag geht es mit dem Dinghi zu Stadt. Natuerlich muss man nicht immer einkaufen, aber das ein oder andere Bierchen in den diversen offen Lokalen geht immer.

Zur Abwechslung geht es Freitags Abends in die „Cantina“ der Bocas Marina mit BBQ und Livemusik und gerade dann hat man das Gefuehl, Corona??? wat dat???

Eine weitere Abwechslung zu unserem tristen 😉 Alltag gehört ein Besuch der Floating Bar, also eine Bar mitten auf dem Meer.

Ihr merkt also, es ging uns gut die letzten Wochen 😉 es gab immer reichlich zu trinken, Sonne und Regen sowie nette Gespräche.

Jetzt wird der Blog aber wirklich fuer ein paar Monate schweigen, Donnerstag geht der Flieger ueber Amsterdam nach Duesseldorf. Die Impftermine stehen fest (HURRA !!!) , ebenso bereits diverse Arzttermine (man wird eben nicht juenger). Scheinbar haben wir es auch richtig abgepaßt… die Temperaturen steigen in Deutschland, die Inzidenz sinkt und der ein oder andere Biergartenbesuch scheint gesichert. Wiedermal freuen wir uns auf Kinder, Enkelkinder, Freunde und Bekannte 🙂

Frisch geimpft hoffen wir, nach der Hurrikansaison endlich mal wieder neue Ziele ansteuern zu können

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Die kleinen Freuden einer Langzeitseglerin

Nein, diesmal geht es nicht um leckere Cocktails, türkise Wasser und Traumstrände, es geht um schnöde „Spiegel“

Ich/wir haben zwei davon im Bad, einen Runden und einen Rechteckigen. Problem: Auch Spiegel sind nicht fuer den Daueraufenthalt in extrem salzlufthaltigen Gegenden gemacht, die lösen sich nämlich auf. Eigentlich ist ein Spiegel nix anderes wie eine Glasscheibe mit einer silbernen Schicht dahinter. Und genau diese löste sich bei unseren Spiegel an den Rändern ab und das schon seit 3 Jahren… brökel, brökel , brökel. Nicht nur, dass man ständig diese „Brökel“ rumliegen hat, es sieht auch noch asi aus.

Und so schaue ich seit 3 Jahren in jedem Land, in jedem Baumarkt, in jedem Möbelhaus (ja, gibt es auch in der Karibik) nach passenden neuen Spiegeln. Hier liegt die Betonung auf „passend“, denn die Neuen durfen nicht kleiner sein, da man sonst die häßlichen Bohrlöcher fuer die alten Spiegelhalter sieht, aber auch nicht größer, da sie dann nicht hin passen wuerden

In einem deutschen Baumarkt findet man irgendwo eine Wand mit ca. 20-40 Spiegeln in allen Größen , hier in der Ecke findet man 2 wenn´s hoch kommt. Nicht Wände, Spiegel 😉 und so ist meine Suche seit 3 Jahren erfolglos gewesen. Mag es an meinem Alter liegen, aber manchmal dauert es eben länger bis der richtige Gedanke kommt. So habe ich mich irgendwann gefragt, wer eigentlich fuer die Spiegelherstellung zuständig ist. Ein Gewerk „Spiegelmacher“ war mir jedenfalls unbekannt. Und siehe da, Google sagt, ich sollte mal bei einer Glaserei vorsprechen. Da hätte ich auch selber drauf kommen können… 😳

Nun, diese Hoffnung im Kopf wurde abgespeichert fuer unseren kuenftigen Aufenthalt in Santa Marta in Kolumbien, was ja eine Großstadt ist, wo es doch bestimmt einen Glasmacher geben wird. Kurze Zeit später jedoch sitzen wir in gemuetlicher Runde und ich lausche den Gesprächsfetzen meiner Nachbarn, in dem plötzlich dieser Satz vorkam: „Ach so, du meinst da in der Straße, wo auch die Glaserei ist…“ Eine Glaserei? Hier im Touristenort in Bocas? Eigentlich logisch, eigentlich klar. Hier wird schließlich auch gebaut und Häuser brauchen Fenster. Ich bin manchmal sooo dämlich….

Mit den 2 Spiegeln im Gepäck, die alles andere als leicht sind, machen wir uns am nächsten Tag auf zur Glaserei, die jedoch ist geschlossen. Kein Hinweis auf eine Telefon-Nummer, kein Hinweis auf Öffnungszeiten. Ein Tag später neuer Versuch, geschlossen! Am dritten Tag sind wir schlauer und lassen die Spiegel zu Hause, nehmen nur noch die Maße mit. Aber wieder stehen wir erfolglos vor der geschlossenen Tuer. Der Weg ist nicht gerade kurz und heiß ist es auch, aber Kolumbien liegt in weiter Ferne. Wir bleiben also dran und irgendwann war tatsächlich die Tuer mal offen. Juhuhu! Eine freundliche junge Dame schreibt unser Anliegen in ein Auftragsbuch , schickt noch am selben Abend die Preise per WhatsApp und will auf diesem Wege auch Bescheid sagen, wenn unsere neuen Spiegel abholbereit sind. Hurra, hurra!

Dann hören wir allerdings nix mehr… panamesische Arbeitsweise eben 😉 . Wir schreiben Nachrichten, wir gehen persönlich vorbei, reden mit Händen und Fueßen und natuerlich mit dem Google-Translator und 17 Tage später ist es soweit

so sehen sie also aus, die kleinen Freuden einer Langzeitseglerin 🙂
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